Mittwoch, 9. April 2014

Katzenkampf am Morgen ...

.... als ich die Jalousie hochziehe - sichte ich eine sehr kräftige Katze auf dem Flachdach unten. Die - hatte ich noch nicht zuvor gesichtet. Viele andere schon. Die meisten von diesen sind recht wild und nicht etwa "Schmusekatzen".
Jetzt - ergibt sich ein faszinierender Revierkampf - ich stehe regungslos oben am Fenster und beobachte das über vielleicht 15 Minuten, die dieses Drama andauert.

Die Rote kommt herbei - es ist ihr Revier. Setzt zum Sprung an aufs Dach - und verharrt dort stocksteif zunächst im halben Sprung. Halb auf dem Flachdach gelandet - und sie hält sich dort mittels ihrer Vorderpfoten - stocksteif. Was für Muskeln!
Die Andere - macht sich ebenfalls steif wie ein Stock. Zwischen ihnen gibt es einen Abstand von etwa sieben Metern - und keine eilt etwa eilig auf die Andere zu - sie machen sehr kleine Schritte, immer mal gerade höchstens zehn Zentimeter.

Währenddessen geben sie seltsame Geräusche von sich - die nicht von dieser Welt scheinen. 
Knurren und jaulen sich an - aber aus einer seltsamen Tiefe heraus - ganz anders, als Menschenstimmen.
Die Rote - macht noch viel seltsamere Geräusche als der vitale Tiger, der sich da in ihr Revier getraut hat.
Eigentlich - so seltsame Geräusche, daß ich sie fast schon als Verlierer vermute im weitergehenden Geschehen. Abgehakt - fast stotternd. Klingt eher - wie ein alt gewordenes Wesen - bischen heiser und auch kraftlos geworden.
Die eindringende, sehr kraftvolle Getigerte - ist bei voller Stimme.

Ich schaue zu - fast so stocksteif wie die beiden Gegner da unten.  Und hoffe inbrünstig - daß sie sich nicht gleich offen bekämpfen werden - denn das würde zweifelsohne brutal werden.

Als die sich nach vielen Minuten - die eher wie eine kleine Ewigkeit scheinen - sehr nahe gegenüber stehen und sich unablässig während eines sehr langsamen Annäherungstanzes permanent gedroht haben - zieht der Tiger sich plötzlich mit kleinen, vorsichtigen Tatzenschritten zurück ... wandert einfach ab über´s Dach in den großen Garten nebenan .... und die Anspannung löst sich. Die zuvor aufgestellten Haare und buschigen Schwänze - entspannen sich wieder. Die Rote hat offenbar gewonnen - und ihr Revier erfolgreich verteidigt - trotz dünnerer Stimme.
Halleluhjah!

Auch mein Körper entspannt sich wieder - das war wirklich ein Ding!
So ganz anders - unter sich - die "süßen Kätzchen" - als wie wir sie so oft kennen. 
Gar nichts Ent-Spanntes - im Gegenteil -  eine Anspannung der extraordinären Art - jede Faser knallhart und bis zum Bersten angespannt. Dafür braucht es eine Menge bestens durchtrainierter Muskeln.
Solche haben sie ja - die Katzen - können sie zum Bersten anspannen - und andererseits so weich machen und loslassen .... trotztdem immer hellwach dabei.

Freue mich am Morgen - daß die sich nicht wirklich gefetzt haben - das wäre blutig und brutal geworden.
Ein erstaunliches Ritual - wie von einem anderen Planeten.

2 Kommentare:

ganga hat gesagt…

Vielleicht sollte Mensch diese Taktik auch mal probieren.

Liebe Grüße
ganga

Sati hat gesagt…

Genau das Gleiche - dachte ich mir die ganze Zeit, als ich denen zusah .... übrigens sahen sie zeitweise recht häßlich aus, so verkrampft. Obwohl beides sehr schöne Tiere sind. Liebe Grüße auch zu Dir, Sati