Montag, 3. Juni 2013

Widersprüche geschmeidig machen ....

..... habe die kommenden zehn Tage - limousinenfrei. Nach etwa einem halben Jahr. Urlaub - kann ich es nicht nennen, weil ich im Grunde die Zeit dazu nutzen will, Dinge aufzuarbeiten, mein Buch endlich zu kreieren und dann gibt es noch eine gute Erfindung meinerseits - die schon seit Jahren immer wieder danach ruft, endlich materialisiert zu werden. Dazu - brauche ich einen Kunststoff-Fabrikanten, der Kleinteile herstellen kann - und will - zunächst in kleiner Auflage. Wenn jemand einen kennt - lasse er/sie es mich bitte wissen. Ansonsten - muß ich endlich mal einen selbst finden. Kannte sogar mal einen - aber habe bis jetzt immer gezögert, Kontakt aufzunehmen - für mein Anliegen. Dieser hat sich mittlerweile vergrößert und ist seinerzeit mit den Chinesen ins Geschäft gekommen .... macht vermutlich größere Dinger inzwischen. Werde ihn dennoch mal kontaktieren müssen - weil ich immer wieder auf meine "Erfindung" angesprochen werde. Und es gibt sogar einen Markt dafür. Alles Andere - ist natürlich hier streng geheim. Es ist tatsächlich so - daß ich diese gute Idee immer wieder verworfen und vergessen habe - bis wieder einer kommt und völlig begeistert ist, mich drauf anspricht und mir beteuert, was für eine gute Idee das sei - und sowas auch gerne haben möchte.

In den vergangenen Monden - habe ich reichlich Pech an den Fersen, was die Umsätze betrifft. Auch heute wieder, bei 14 Fahrten kam nicht viel rum. Seit wir neue Unternehmer haben - sehe ich auf den Listen in den Limousinen, was die Anderen so einfahren - und langsam ärgere ich mich wirklich über meine anhaltende Pechsträhne. Heute telefonierte ich mit einem der beiden Limousinen-Halter - und habe mich schon für zwei Tage mehr nach dem Urlaub eintragen lassen. Insgesamt - habe ich dann - anschließend nur zwei freie Tage genommen - weil ich die anderen beiden wieder reinhole. Muß aber sein - weil ich derzeit mehr als blank bin. Hatte mir aber diese 10 Tage am Stück einfach geschenkt - trotz der Realität auf den Kontoauszügen. Und besonders - weil eh nicht wirklich was "rumkommt" - trotz Aufwand. Der - mit dem ich heute telefonierte - fuhr beispielsweise am Samstag von 9 bis 16 Uhr - er meinte, er wäre faul gewesen. Und hat mal locker 170 Umsatz gemacht. Ich - fuhr länger als er - und kam auf klägliche 110. Oft ist es am Wochenende noch weniger. Und an den Wochentagen spielen mir die Götter immer wieder einen üblen "Streich", heute auch wieder: Es fängt gut an für mich - und dann - hänge ich fest. Hatte heute einen ganz guten Lauf bis kurz vor Mittag - und habe dann von 11.45 bis 17.30 - noch ganze 25 Euro eingefahren - mit zweimal endloser Wartezeit und einer Abschlußfahrt zu 3,65. Der "großzügige" Mann meinte - "Machen Sie - vier".

14 Touren heute - und gerade mal 120 Euro eingefahren - davon gibt es 47 % - abzüglich Sozialabgaben. Für etwa 12 - 13 Stunden Einsatz ....
Es ist auf Dauer nicht ganz leicht - gut gelaunt zu bleiben. Und es ist ein Wunder - wie oft ich es immer noch bin. Die Kollegen liegen - wie ich früher auch öfter mal, oft - dann über 200 - und ich könnte manchmal schreien vor Wut, Zorn und Ohnmacht .... könnte ich - würde mir aber ganz sicher meine gute Gesundheit damit ruinieren!
Für - nichts - siehe oben.
Es ist - wie es ist. Und es ist - sehr ironisch oft, das Leben. Es lächelt Dir ironisch ins Gesicht - und teilt Dir mit: Es ist Zeit für was Neues, Anderes, mein Herz ..... Du weißt es zwar schon lange - aber Du willst es wohl noch nicht glauben? Dann zeig ich es Dir eben ....

Das einzig Gute, was mir dazu einfällt, ist: Früher habe ich meinen Frust dann schon mal an den Kunden abgearbeitet - wenn die mir nach elenden eineinhalb Stunden Wartezeit mit ihren flachen Sprüchen kamen. Stell Dir vor - Du sitzt solange fest - und dann kommt einer, der für fünf Euro um die Ecke will - und meint vielleicht auch noch, Du würdest ihn bescheißen wollen und einen "Umweg" fahren.

Seit vielen Monden schon - gebe ich den Wartezeiten- und Umsatzfrust nicht mehr an die Menschen weiter - die ja nichts dafür können. Bin zu dem 3,65 Euro-Kandidaten - ebenso "neutral-freundlich" wie zu denen, die weiter fahren und mehr einbringen. So gesehen - eine ganz gute "Charakter-Schulung". Von Geduld - von der ich früher mal dachte, ich würde diese nicht  mal entfernt kennen - ganz zu schweigen.
Humor ist - wenn man auch im Schlamassel noch über sich selber lachen kann. Und der "Schlamassel" - immer noch auf hohem Niveau und reich gesegnet - mit schöner Wohnung, reichlich Arbeitsgeräten, fließendem Wasser, Energieversorgung, Mobilität, feimer Nahrung ... wie so oft, eine Frage der Perspektive. Bis auf ein paar Engpässe - eigentlich eher ein Paradies. 

Dachte lange - ich würde wohl keine guten Umsätze mehr erzielen, weil ich im Grunde meines Herzens keine Lust mehr habe auf den Job. Kann aber nicht wirklich die Ursache sein - denn gerade der Kollege, dem es genauso geht, fährt gute ein. Und die Kollegin - der es ebenso ergeht - fährt gute ein.  Beide - oft mit weniger Touren, als ich.
Und kann auch nicht sein - weil ich ja morgens immer noch gut gestimmt und recht freudig aufbreche - bis es dann zusammenbricht.

Nehme es dennoch als "Schicksals-Keule".  Hinweise - sind es nicht mehr. Das Verrückte ist: Ich würde wirklich gerne mal echten Abstand nehmen - z.B. in diesen kommenden Tagen. Und dann - steht gleichzeitig die Buchkreation auf dem Plan - also intensive Beschäftigung - genau: Mit der Limousine und den Geschichten.
Habe allerdings vor - dieser Aufgabe auch öfter in wohltuendem Ambiente nachzugehen - mit meinem feinen, kleinen, transportablen Notebook. Schließlich habe ich dieses nur zu diesem Zwecke erstanden - bzw. noch nicht, denn ist mein erster Ratenkauf zu diesen Lebzeiten. Und schon lange habe ich es nicht mehr mit in die Limousine genommen - sondern wieder ein Buch. Du wirst nämlich bekloppt - wenn Du das Teil ständig unterm Sitz hervorholst, aufklappst, in Betrieb nimmst - und dann kommt einer - und Du darfst es wieder zuklappen und unterm Sitz verstauen. Nun - will ich dieses schöne Arbeitsgerät mal in Ruhe geniessen - im "Außenbetrieb".  Der Tank meiner weltbesten Privatlimousine - ist gefüllt. Und - ich habe keinen Spargel gekauft - weil ich endlich mal wieder essen gehen will. Auswärts. Einfach - geniessen. Manchmal ist es wichtig, ein paar "Anleihen" zu machen - beim Leben. Im Vertrauen - daß sich alles zum Besten wendet.

An Ideen mangelt es nicht - nur an freiem, finanziellem Spielraum - zur Zeit. Wobei ich mich gerade heute morgen noch mit diesem schönen Ausdruck beschäftigte - Spielraum. Spielräume. "Verve" - sagt der Wiener auch.
Oder so - Verve ist, wenn mensch sich den Spielraum trotzdem gönnt. Also trotz - scheinbarer "Zwänge", hier: temporäre finanzielle Enge.
Die üppigen Dämpfer bekomme ich vermutlich eh nur serviert - um endlich was Anderes zu machen.
Wo die Luft raus ist - ist die Luft raus. Trotz vieler liebevoller Kleinigkeiten, die immer wieder so über einen Tag in der und um die Limousine geschehen.

Heute nachmittag bekam ich dann noch einen kräftigen "Flash" mit in die kommenden, limousinenfreien Tage. Ich war einfach nur selig und sehr dankbar - in wenigen Stunden diese Stadt verlassen zu können. Es schien mir völlig unvorstellbar - daß ich weit über vier Jahrzehnte in einer solchen verbracht haben soll - inklusive "Wohnsitz".
Die vielen vorbeihastenden Menschen auf der belebten Einkaufsstraße - ihre Gesichter und "Kostüme" ... in Kürze hinter mir lassen zu können - eine Art "sinnlos-geballte" und sich ebenso verstreuende Energie.

Trotz der seltsamen Unbilden und Streitereien hier im ersten Jahr nach meinem Eintreffen - finde ich mich immer wieder im Gespräch mit Menschen in der Limousine, die mir erzählen - sie könnten nicht leben in so einer Stadt. Und ich antworte ihnen gerne irgendwann - ich auch nicht mehr. Habe mich jeden Abend wieder gefreut - diese zu verlassen - seit ich hier "draußen" bin. Und dabei - ist es nur ein erster Schritt gewesen.

Lustig heute abend beim sehr langsamen Einfahren in die sehr lange Einfahrt, wegen den wild herumlaufenden Kindern auf dieser: Die riefen "Peace, peace!", bevor sie um die Ecke flitzten. Sag ich doch - seit ich hier bin. Und derzeit halten sich auch die "Erwachsenen" dran.

Die übergeordnete "Gymnastik" (trefflicher Begriff vom Sternenbruder neulich: "Elemente-Gymnastik") zu alledem lautet: Widersprüche - geschmeidig machen.

9 Kommentare:

Astrophil hat gesagt…

"..Dazu - brauche ich einen Kunststoff-Fabrikanten, der Kleinteile herstellen kann...."
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Es gibt da schon was. Den 3 D - Drucker. Kostet aber ca. 383 bis 700 EUR

http://de.wikipedia.org/wiki/3D-Drucker

http://www.computerbild.de/artikel/cb-Aktuell-Internet-Buccaneer-3D-Drucker-400-Euro-Produktion-8491403.html

http://www.conrad.at/ce/de/product/409630/?insert=U3&WT.srch=1&WT.mc_id=sea_1_Computer
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In der Stadtbibliothe Köln zur Nutzung:

http://www.koeln.de/koeln/nachrichten/3ddruckerstadtbibliothekkoeln_690691.html

http://stadtbibliothekelsdorf.wordpress.com/2013/03/14/erster-offentlicher-3d-drucker-in-der-stadtbibliothek-koeln/

http://dingfabrik.de/

LG
Astrophil

Sati hat gesagt…

Danke, mein Herz - das ist echte Zwillings-sonnen-Naturell-Recherche!
Ja - an diese 3-D-Drucker-Option habe ich bereits gedacht. Und ein Tüftler - also ein echter, lebender mit vielen Inspirationen, den ich zuallererst fragte - brachte mir auch schon den Hinweis auf die "Dingfabrik" (und die Drucker).

1.000 bis 2.000 Euro - sind hier locker gut investiert - aber ich muß zugeben - daß ich die Geschichte bislang dummerweise nicht für allzu ernst genommen hatte. Tue es gerade wieder nur - wegen den immer wiederkehrenden und unerwartet erfreuten Resonanzen.

Von daher - ist mein Weg morgen als erstes der zur "Dingfabrik" - bzw. auf deren Internet-Präsenz.

Das mit der Stadtbibliothek - erstaunlich - und wie oben geschruben - zwillingsssonen-gerecht-genial-recheriert auf die Schnelle!
Danke dafür - mein blinder Fleck manchmal - meine eigenen Sachen zu recherchieren.

Diese Geschichte mit den 3-D-Druckern - ist mir schon lange im Ohr .... aber ich hab nicht zugehört bisher - also für mich selbst und die immer wieder vergessene/verworfene Idee - ansonsten natürlich schon.

Merci, Sati

Sati hat gesagt…

PS - ich will´s auch schön haben - also "das Ding" - am liebsten sogar "regional" - und die Drucker erschienen mir bislang noch nicht so weit ... vermutlich - hänge ich da eher hinterher. Schaumermal ....

sonja hat gesagt…

Erwarte Buch mit Spannung.
Gehe jetzt zum "Tränenden Herz" in meinen frischen Frühlingsgarten...und denke an dich!

Sati hat gesagt…

@ sonja - Fein! Spannende Erwartung von Dir, eine Vorbestellung gibt es, auch schon und den Verlag, der Interesse hat (hoffentlich noch immer ... aber wird schon so sein) - sowie Zeit für die Kreation und gleich zwei gute Arbeitsgeräte. Ein schönes Geburtstagsgeschenk für mich.
Schöne Stunden im Garten wünsche ich Dir, Sati

Astrophil hat gesagt…

"...1.000 bis 2.000 Euro - sind hier locker gut investiert..."
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Nach meinen gestrigen Netz - Recherchen (siehe die Links):

Kostet aber ca. 383 bis 700 EUR
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Und in der Kölner Stadtbibliothek kann man sie ja möglicherweise stunden/ tageweise mieten ?. Oder gar kostenfrei benutzen ?.

Liebe Grüße
Astrophil

Sati hat gesagt…

Ja - habe Deinen Hinweis auf die Kosten durchaus registriert - aber es soll auch qualitativ gut werden - daher habe ich direkt mal etwas mehr ausgegeben - mental.
Da bin ich eigen - und sollte es sich materialisieren lassen, lege ich auch viel Wert auf zufriedene Kundschaft, die wirklich ihre Freude hat an dem Erwerb - der übrigens kostengünstig sein wird und zwischen 5 und 10 Euro liegen soll. Eher 5 - aber vielleicht auch 8 .... wenn´s richtig gut ist.

Habe eine gewisse Affinität zu qualitativ hochwertigem. Suchte mir schon als Kind immer zielsicher die teursten Klamotten aus dem Sortiment - wenn ich ausnahmsweise mit der Mutter in der Stadt unterwegs war. Diese sagte vorher zu mir - ich solle mir jetzt mal was wirklich Schönes zum Anziehen aussuchen. Tat ich ja auch. Aber bekam es fast nie - weil es wie gesagt - immer gleich das teuerste Stück im Laden war. Zielsicher mit einem Einmal-Rundum-Blick gefunden - ohne vorher auf die Schilder zu schauen.
Als ich später tatsächlich reichlich Geld zur Verfügung hatte - habe ich mir ab und an solche qualitativ-hochwertigen Dinge geschenkt - und viele davon begleiten mich noch heute - bis heute freue ich mich drüber und staune manchmal.
Mist - mußt Du immer gleich zwei- oder dreimal kaufen ..... mit Ausnahmen. Trage seit Jahren - zwei Jeans für je 10 Euro - und jeden Tag staune ich wieder, wie lange die halten und bin in Gedanken oft bei den mir unbekannten Menschen, die diese einst anfertigten. Nun - lösen sie sich langsam auf.
Würde also sagen - auch dies war qualitativ hochwertig.
Und werde nie vergessen - daß eine Jeans der Marke "Diesel", die ich vor Jahren mal in einem Schaufenster erblickte - ebenso teuer war, wie eine Monats-Kaltmiete für meine damalige Behausung. Ich mußte herzlich lachen.
Und besonders - weil diese Teile im Grunde in der gleichen Fabrik gefertigt werden - wie oben erwähnte "10-Euro-Qualitäts-Hosen".

Zur Zeit erscheint es mir - als gäbe es eine mehr oder weniger freiwillige Rückbesinnung vieler Menschen - auf Qualität, Haltbarkeit, Nutzbarkeit auf Dauer - und eine Art wieder anwachsender Großzügigkeit nach den "Geiz-ist-geil"-Zeiten.
Wird allerorten viel thematisiert - und viele Menschen sagen - sie geben gerne mehr als schlape zehn Euro für eine Hose - also gerne 15 oder 20, vielleicht auch gerne 30 oder 40 - wenn sie wissen, daß es den Menschen wirklich zugute kommt. Sehe ich auch so.
Gruß, Sati

Astrophil hat gesagt…

"...Und besonders - weil diese Teile im Grunde in der gleichen Fabrik gefertigt werden - wie oben erwähnte "10-Euro-Qualitäts-Hosen"...."
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Eben. Und so ist es eigentlich völlig egal....jeder nach seiner Facon...Einstellung und Brieftasche...

Bei alten Kleidungsstücken sind wenigstens die sehr oft krankheits - bzw. allergieauslösenden Chemiestoffe schon ziemlich ausgewaschen. Was die "globale Verdreckungssituation" natürlich auch nicht besser macht...

Und bezüglich Jeans z.B.: das jeweilige "Markenobjekt" ist ohnedies meist nur noch dadurch von einem anderen "Markenobjekt" zu unterscheiden, wo sich jeweils der "Dreckfleck", der "Fetzenteil" oder der bewusst gemachte "Einriss" befindet...;-))

Astrophil

Sati hat gesagt…

Mittlerweile - denke ich - wenn ich nochmal zu mehr Kohle komme - werde ich mir meine Sachen schneidern lassen - aus feinstem Tuche. Nebenan - beim handwerklich-begabten Schneider.
Da hat er/sie was von - und ich jede Menge Freude - über viele Jahre.
Einst habe ich mir in Guinea von einem Schneider fünf Jacken anfertigen lassen. So - wie sie für mich optimal sind und so, wie ich sie gut brauchen konnte.
Über viele Jahre - habe ich jedesmal gefreut, wenn ich diese trug. Ich trug sie immer - deswegen habe ich mir ja gleich fünf von ihm schneidern lassen.
Irgendwann - habe ich die weggegeben. Die Muster - waren mir allzu krass geworden.
Aber den Schneider - habe ich bis heute nicht vergessen. Nicht ihn - und nicht seine große Geschicklichkeit.
Sati