Dienstag, 25. Juni 2013

Haiti - und die "Helfer" - über das Geschäft mit der "Hilfe"

.... "In jedem anderen Land - hätten die Hilfsorganisationen längst einst auf die Fresse bekommen! Wenn Du auf der Suche nach echter Zivilisiertheit bist - dann mußt Du sie hier suchen"- sagt der alte Mann aus Haiti. Und er erzählt noch viel mehr. 

Wahrheiten - wie: Die sind hier nur - weil sie ihr eigenes Leben zuhause nicht auf die Reihe bekommen.
"Helfer" berichten darüber - wie ihre "Arbeit" vor Ort aussieht: Sie schlafen in von Mauern umgebenen Häusern - und fahren am Morgen zu ihrer "Arbeit" - in von Mauern umgebenen Orten. Die HaitianerInnen seien so unzugänglich und unfreundlich, unlustig.  Hallo?

Wirklich erhellendes Feature - über das, was da auf Haiti geschieht - wie die Helfer (von rund 400 Hio´s) sich legitimieren und finanzieren  - und wie nichts von alledem zu den HaitiannerInnen fließt ......

"Was haben die Hilfsorganisationen eigentlich für eine Vision von Haiti?" 

"Aber das ist es ja - es gibt keine Vision..... Sie - brauchen die Armen - um sich selber besser zu fühlen - und um ihr Geld zu verdienen.
Wenn es Haiti gut ginge - überleg mal, wieviele Mitarbeiter von Hilfsorganisationen unglücklich wären, wenn sie wieder nach Hause müßten, um sich der Realität zu stellen. Krise, Streß mit der Familie ...
Das hier - sind Ferien. Gut bezahlte, humanitäre  Ferien.  Und sie - sind die Touristen. Es ist ein Geschäft. "

Ich liebe diesen alten Mann - der da Raum bekommt im Feature - und der glasklar sieht und sagt  - was ist.
Ein haitianischer Schriftsteller. Und - danke an die Produzierenden - für diesen Bericht - dafür, daß sie diesen alten, klargeistigen, weisen Haitianer die Wahrheit sagen lassen.
Danke für die Worte eines Rainer Schmied - der schon gut zwölf Jahre auf der Insel lebt - und viel bewirkt - zusammen mit seinen Leuten - so einer ist eben inzwischen ein echter Inselbewohner.

"Es ist ein entwürdigendes Tauschgeschäft" .... ich lausche dem Alten - auch, was den Sex-Tourismus betrifft.
Er hat recht. Und Würde. Wie soviele andere ....
Meine "persönliche Erfahrung" war immer diese: Ich liebe diese Menschen - wegen ihrer Würde - jenseits der Scheiße, mit der sie täglich zu kämpfen haben.

Möchtest Du auch gerne "helfen" - innerhalb von Mauern?
Gut bezahlt - und jenseits des richtigen Lebens?
Nicht umsonst gibt es diesen Spruch:
"Bitte nicht helfen -
es ist auch so schon schwer genug."

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