Montag, 18. Februar 2013

Wie machen das Deine Kollegen, die vielleicht `ne Familie haben? ...

.... treffliche Frage von einer wilden Gans! Die stellte ich mir auch schon oft. Und sicher gibt es da verschiedenen Varianten. Nehmen wir mal den ein oder anderen türkischen Unternehmer - der fährt die Kiste halt mit Hilfe der Familie - alle helfen mit und arbeiten so in einen gemeinsamen Topf.  Und wenn´s mal eng wird - gibt es noch viele andere Verwandte, die helfen. Nehme ich mal - viele türkische oder persische Kollegen -  die sind ggf. sechs oder sieben Tage draußen. Gestalten einen Teil ihrer Arbeitszeit mehr oder weniger mit befreundeten Kollegen und verbinden so vielleicht Arbeit mit Freizeit? Ein feiner polnischer Kollege fährt weit über dreißig Jahre - und hat eineinhalb freie Tage in der Woche. Seine Frau arbeitet ebenfalls. Bei vielen ist es so - daß die Frau eben auch arbeitet. Sonst reicht es nicht. Auch manche deutsche Unternehmer besetzen ihre Kisten mit Familienangehörigen. Da fahren eben beispielsweise Vater und Tochter.
Ein Kollege - fährt wie ich und andere "nur noch" an vier Tagen - mit den Jahren. Da arbeitet ebenfalls die Frau in ihrem Job - sonst reicht es nicht. Und drei feine Kinder - wollen und bekommen viel Zeit und Zuwendung von ihren Eltern. Neulich sagte dieser noch "Geld ist eben nicht alles" - und ich stimmte ihm gerne zu.
Im Übrigen ist es de facto so - daß ein "Single-Haushalt" - "pro Kopf" - mehr Kosten verursacht, als eine Familie oder Gemeinschaft - in der die Kosten sich durchs Teilen reduzieren. Das ist natürlich nicht "political-correct" - denn überall herrscht ja ein anderer Tenor. Aber - sich selbst über Wasser zu halten ist in der Relation oft teurer - als in einer Gemeinschaft zu wirtschaften und zu teilen. Mancher geschiedene Einzelkämpfer - der auch noch Unterhalt zu zahlen hat (nein, ich weiß nicht, wie das geht ...) - lebt mit Schulden. Und vielleicht gibt es auch solche - die ein paar Nebengeschäfte betreiben. Kenne ich aber keine - zumindest nicht in der Tagschicht. Hörte nur ein paar amüsante Anekdoten dazu.
Nein - einen "Nebenjob" kann man nicht machen in dem Gewerbe - schließlich hat die normale Schicht schon 12 Stunden - und viele, die ein eigenes Auto fahren, arbeiten oft länger.
Ich kenne einige, die "nur noch" vier Tage fahren - was immerhin 48 Stunden Dienst bedeutet. Die Mehrzahl macht wohl 60 Stunden, also fünf Tage. Angefangen habe ich - mit sechs Tagen und 72 Stunden. Ging dann auf fünf Tage, für ein paar Jahre. Und dann auf vier - weil die Knochen kaputtgehen vom Sitzen in verdrehter Position und Ausgleich brauchen.
Es ist eigentlich egal - ob Du vier oder sechs Tage fährst - wenn Du einmal "infiziert" bist, mußt Du gut auf Dich aufpassen, denn so verrückt es ist - diese Form von "Straßendasein" hat erstaunlich viel Suchtpotential .... wie ich schon oft in der Vergangenheit schrub - es ist eine Haßliebe. Liebe zur Freiheit - und Haß auf die täglich wiederkehrende Lotterie, jenseits von etwaigen, erfüllenden Erfolgserlebnissen - jenseits von vermeintlicher Selbst-Einwirkung auf das Geschehen. Letzteres mögen viele andere Menschen zwar auch in keiner Weise wirklich haben - aber sie merken es jedenfalls nicht täglich.

2 Kommentare:

wildgans hat gesagt…

Ja, habe Deine Antwort auf die Machbarkeitsfrage soeben gelesen.
Nein, möchte nicht so sitzend verdreht permanent unsicher arbeiten, wenn ich auch das romantisiere in der Form, wie viel ich da lesen könnte...aber das hast Du mir ja auch schon kühl real ausromantisiert...
Und nun?

Sati hat gesagt…

Nun - ist und wird alles gut. Wie immer. Nun - lerne ich aus alledem - irgendwas. Nun - träume ich - überraschend. Nun - habe ich weiterhin eine erstaunliche Geduld ... von der ich einst dachte, ich hätte rein gar nichts von dieser. Nun - bleibe ich zäh und zuversichtlich. Nun - weiß ich mich weiterhin wie eh und je - aber vielleicht noch mehr - in "Gottes Hand". Nein - ich bin keine Christin - und es sind nur Worte - für´s Mysterium oder so ..... Auch - nun - verlerne ich das Lachen nicht, weil es keine stärkere Medizin gibt.
Nun - erscheinen hier und da Visionen. Und nun - weiß ich, daß ich nicht bis ans Lebensende dieser seltsamen "Arbeits-Sucht" verfallen sein möchte.
Nun - arbeite ich an meinem Buch. Und nun - tue ich das - ohne an Geld oder Geldsorgen zu denken.
Nun - gilt mein Augenmerk der Freude an Kreativem. Und der Freude an feinen Mit-Menschen - ebenso wie der Freude am Allein-Sein.
Nun - weiß ich auch nicht mehr als eben. Immer im Nun - wird es das Leben richten und entscheiden.
Und nun - freue ich mich nochmal darüber - daß der Himmel sich blamiert - und nicht etwa "ich". Das ist zwar ein fauler Trick - aber kein schlechter.
Nun - lebe ich. Und irgendwann wird es ein Nun geben - in dem der Abschied davon kommt.
Nun - denke ich darüber nach - ob es irgendwo überhaupt so etwas wie Romantik und/oder Harmonie gibt - oder ob es im Nun immer nur seltsame Vorstellungen davon sind.
Nun - übe ich mich darin, mein Glück zu erkennen und wertzuschätzen. Direkt - und NUN - denn woanders ist es nicht.+
Nun - aber Schluß - mit all dem Unsinn .... Sati