Heute fuhr ich bereits zum dritten Mal in jüngster Zeit den gleichen jungen Mann - er ist Stammgast bei unserer Zunft. Wir sprachen über Wohnen und Wohlfühlen. Auf meine Anmerkung, daß er ja in einem der schönsten Viertel der Kolonie wohne, meinte er: Ja - und er wolle nie wieder hier wegziehen. Er sei schon achtmal innerhalb der Kolonie umgezogen - aber hier wolle er "nie wieder weg". Huch ... denke ich nur und meine "Und sowas sagen sie in so jungen Jahren?" Ist ein sehr jugendlicher Typ - sieht jünger aus, als er ist - ich gebe ihm also mal um die Vierzig an Jahren.
"Nie-wieder-wegwollen" kenne ich nicht. Im Gegenteil. Ich kenne nur "Eine-zeitlang-bleiben-wollen-und-dann-weitergehen". Eine zeitlang - saß ich gegen meinen Wunsch viele Jahre fest, bis es sich löste. Und dann - zog ich so oft um, daß ich mir dringend eine Erholung und eine zeitlang Bleiben wünschte. Schon - wurde diese wieder zu lang.
Jetzt - bleibe ich erst mal hier, solange es auf dem Plan steht. Wie lange das exakt sein wird, weiß ich nicht. Anvisiert - aus dem Gefühl heraus - waren zwei Jahre.
Sicher keine vierzig Jahre - wie die Leute im Haus, die nun unfreiwillig über einen Auszug sinnieren.
Den mir bislang bekannten Rekord in Sachen "Umziehen" hält eine sehr bunte und lebendige Frau, die in ihrem Leben etwa um die vierzig Mal umgezogen ist. Und sie tut es auch jetzt noch - landet in fortgeschrittenem Alter an den schönsten Plätzen. Ne - stimmt nicht - ich traf auf noch mehr Menschen, die derart unterwegs sind. Nur, daß auch diese letztlich eine Sehnsucht hatten oder haben, irgendwo anzukommen. Die erwähnte Bunte, die jetzt um die 70 sein muß, hat sowas eher nicht. Und mich hatte es ja aktuell mal wieder aus diesem Traum von einem "zwischenzeitlich beschaulichen Zuhause" herauskatapultiert.
Nein - ich kenne keinen Ort, an dem ich bleiben möchte. Von wegen "Nie-wieder-wegwollen ..." Und wenn er noch so schön wäre - würde es mich wohl irgendwann woanders hinziehen. Im Moment weiß ich nur soviel - daß ich mir diese Zwischenstation nicht verleiden lassen werde. Und daß es eine solche - Zwischenstation - ist, wußte ich ja auch schon, als ich hier hinkam. Würde das Leben mir überraschend die Mittel an die Hand geben, mir ein Haus zu kaufen - wäre meine Grundüberlegung sofort, wie ich dies so flexibel wie möglich halten könnte.
So - geben die bislang nicht überführten Reifenschlitzer mir erneut die Gelegenheit - nochmal über diese Idee von "sich zuhause fühlen (wollen)" und den wirklichen Wert von sogenannten "eigenen vier Wänden" zu sinnniern.
Verrückterweise - kehrte sich mein "Rückzugsort" in dem Moment um 180 Grad um - als ich hier attackiert wurde. Ich machte die Limousine zu einem solchen. Anders - kein Ort auf diesem Planeten ist ein echter "Rückzugsort" - wenn das Leben es scheinbar nicht so will. In Umkehrung also: Jeder Ort - ist ein solcher .... usw.
Echter Rückzug findet m.E. nach innen statt. Und den habe ich in der vergangenen Woche wieder mal zu Genüge geübt. Und dabei (endlich wieder) entdeckt - wieviele Schätze bei mir sind. Materiell und immateriell. Sehr erstaunlich.Ein wenig müde bin ich - jetzt - und doch habe ich wieder gelernt, daß in jedem Moment neue Energie kommt - soviel, wie gebraucht wird.
Hatte das Zaubern vergessen - jetzt zaubert das Leben wieder. In Träumen - die kaum bis keinesfalls vom Tagleben zu unterscheiden sind. Eine Armee von Helfern tauchte über Nacht auf - und seither sind sie ständig im und ums Haus versammelt - Bessere gibt es nicht. Der Herr Jung würde diese wohl "Archetypen" nennen - ich nenne sie anders - und bei anderen Namen. Holte die Königsmaske von der Zauberin zurück, bei der ich sie in ihrem Laden in Kommission gegeben hatte, beim letzten Umzug. Die Maske - der König - meldete sich plötzlich sehr deutlich bei mir zurück, nachdem hier die Wellen erstaunlich hoch schlugen. Ja - er sei noch da. Die "Ladenfee" nahm ihn von der Wand und bürstete den Staub von seinem Haupt, liebevoll - packte ihn dann sehr sorgafältig ein und übergab ihn mir in einer Papiertasche. Ja - er wäre sehr freundlich gewesen in den vergangenen Monaten. Die beiden ihn begleitenden Vogelmasken - sind verkauft.
Das ist wohl das erste Mal - daß ich etwas - scheinbar Materielles - "zurückgeholt" habe zu mir. Habe den König gewaschen und trocknen lassen und ihn beobachtet seither. Sehr aufschlußreich, seine Augenbewegungen. Mittlerweile - hat er wieder "den alten Blick". Er wird ein neues Band bekommen heute - und seinen "angestammten" Platz. Dieser - wird mir Raum geben, gibt ihn mir schon seit Tagen - auch, als er noch nicht wieder hier war und sich "lediglich mental" einmischte in die seltsamen Geschehnisse hier. "Nie-wieder-weggeben" - kommt mir hier in den Sinn. Und dies: Meine zehntausend geliebte und gesammelten Steine - stehen (auch) für Beharrlichkeit. Wenn und solange es nötig ist. Nicht länger.
Ich will sicher wieder weg hier - aber nicht, weil mich (und Andere) jemand sinnfrei attackiert.
Im kommenden Frühling, Sommer und Herbst - möchte ich mich vielmehr ausbreiten und meinen Raum hier einnehmen, erweitern. So daß Leben es ebenso auf dem Spielplan hat.
Für den König aus Guinea - und alle beschwingten, unerschrockenen und tiefenentspannten Götterwesen !!! Und auf Afrika - welches überall ist (siehe oben rechts .... danke auch an MM. - für die bereits tiefenwirksame Erinnerung in Form eines einfachen "Spells"!)
3 Kommentare:
als ich vor sechs jahren aus niedersachsen (vor den stadttoren hamburgs) wieder in die stadt zurück zog, sagte ich (nicht nur) mir:
das ist auf keinen fall meine letzte wohnung vor der kiste.
für immer oder nie wieder weg wollen?? hatte ich noch nie. glücklicher fahrgast! klingt sehr erfüllt: nie wieder wegwollen.
übrigens, freut mich sehr, dass dein afrikaner wieder bei dir ist
m.
... wenn ein "Krebs" sich in seine intimen Gründe zurückziehen möchte ... ist er sehr dankbar, wenn sich die Tiere im Kreis sortiert haben und er es nicht mit irre geleiteten
Konglomeraten zu tun haben muss ...
MM, der speziell lange schon an seinem Ort weilt
@ M: - ich freu mich auch über den afrikanischen König- ist wie ein in den vergangenen Jahren allzu lange vernachlässigter "Teil von mir" ...
@ MM:
Ja - da sagst Du was. Das Leben scheint mir aber was anderes präsentieren zu wollen, als einen gemütlichen Rückzugsraum für die Seele - auch im Außen.
Bleibt nur - auf der energetischen Ebene hinzuspüren und mit der freundlichen und mehr als großzügigen Hilfe "meiner mich begleitenden Geister" - die Knoten im und ums Haus herum - zu lösen. Quasi unpersönlich - und ohne echte Kenntnis, was hier genau die Ursache für soviel Irr-Sinn ist/war.
Immerhin - der erste Schritt ist gemacht und damit sind die zuvor schwelenden Energien schon nicht mehr unterm Deckelchen zu halten.
Ich lag also gar nicht verkehrt mit meiner Bemerkung im Sommer einst - daß es hier dringend eine Art "Hausfriedensfest" braucht.
Schaumermal - was sich entwickelt.
Liebe Grüße an Euch, Sati
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