Gestern schlug ich die erste Schneise in die Regale mit den angesammelten CD´s. Hatte mir Aufbewahrungstaschen besorgt und für´s erste schon mal ca. 120 CD´s da hinein sortiert, ohne Plastikhüllen und Inlays, nur die CD´s pur. Einen Karton mit leeren Hüllen stellte ich noch abends auf die Strasse, heute morgen war er bereits entsorgt = adoptiert. Freute mich über eine großartige Platz- und Ballastersparnis. Noch in der Nacht wurde mir dann klar: Ich will das ganze Zeug gar nicht mehr mitschleppen, auch nicht hübsch kompakt. Dazu kam ein beeindruckender Traum, in dem ich von der Limousine zu Fuß in mein Wohnviertel ging - und bevor ich die trennende Strasse erreichte, lag dieses Viertel völlig im Dunklen, alle Lichter ausgefallen, nichts zu sehen. Verwundert war ich, aber nicht beunruhigt - und es fehlte nichts. Kurz vor der Strasse, die in das plötzlich nachtschwarze Stadtviertel führt, gibt es einen Park mit schönen alten Akazien und anderen Bäumen sowie zahlreichen wilden "Stadttieren" - dieser war mir näher als das für´s Auge in völligen Schwarz erloschene Quartier.
Außer den (afro-) kubanischen CD´s - will ich die wenigsten noch hören, nur sehr selten lege ich sie mal ein. Ich werde also viele nochmal zurücksortieren, Hüllen und Inlays sind teils noch hier - und sie komplett auf die Strasse stellen. Vermutlich freut sich jemand über die Beute und/verkauft oder verschenkt sie weiter - jedenfalls wird hier in der Stadt nichts lange stehenbleiben, und ich brauche mich nicht weiter um tote Dinge zu kümmern..
Eine Auslese kann bleiben, aber wohlgewählt. Das meiste - ist schon lange gestorben, tot, lange überlebt. Und belastet lediglich den Geist mit inzwischen unwichtigen Erinnerungen.
Das erste halbleere CD-Regal zu betrachten, ist ein Fest.
Habe schon mal vor einigen Jahren meine komplette, recht umfangreiche Plattensammlung verschenkt - und es nicht einen Augenblick bereut - im Gegenteil. Fragte den damals so Beschenkten später sogar noch - ob er denn auch gut mit dem vielen Ballast leben kann, den ich ihm da aufgebürdet hatte. Zum Glück kann er das - und freut sich noch drüber.
Dann kam mir ein recht frischer Gedanke zu deser ganzen "Konserven-Musik": Im Grunde hält sie mich nur davon ab, selbst Musik zu machen. So, wie mich allzu viel Lesen davon abhält, selbst zu schreiben.
Habe lange geglaubt - Andere müßten es auf jeden Fall besser können, als ich. Inzwischen habe ich - wieder - einen gehörigen Spaß dran. Habe als Kind und Jugendliche viel geschrieben und meine 5-6 Stunden-Klausuren in der Schule mal eben "runtergepinnt", oft hätte ich gerne noch länger dran gesessen.
Jetzt - geniesse ich die leeren Regalfächer, die sich auftun und das Reduzieren auf Wesentliches. Je länger sich dieser bisher eher schleppende Prozess hinzieht - desto wesentlicher kann es werden - wird es.
(Endlich mal ...) Eine richtig schöne Be-Erdigung !!!
Kleiner Scherz von Merkur dazu: Alle Mülltonnen im Hof sind seit Tagen zum Bersten voll - kein Platz zum beschwingten Wegwerfen.
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