Merke gerade, wie schnell ich vergesse .... im Moment erinnere ich mich gerade noch in Fragmenten an den heutigen Tag - den gestrigen müßte ich mir jetzt echt "zusammensuchen" im Hirn. Weiß nur noch, daß er gut lief und daß ich ziemlich enstpannt war in der Limousine. Sicher auch, weil ich fast nur Jack Johnson - En Concert gehört habe den ganzen Tag ... schrub ich ja bereits, daß der so entspannt singt, wie sonst kaum jemand (keiner?). Habe also gestern und heute fast nur diese Musik laufen lassen und gemerkt, das ist echt gut gegen jegliche Form von Straßenstress! Gestern fragte mich direkt ein English-Native-Speaker - glaube, der ist Ire - nach der Musik und bedankte sich nach der Fahrt sogar expilizit für d iese. Das passiert schon mal ... und dieser Mensch gab mir noch einen schönen Tip im Austausch - John Mayer. Very nice sound - I´ll go for that one .... Soviel habe ich mir also doch gemerkt von gestern.
Heute habe ich dann noch eine Amerikanerin geimpft mit der Musik, sie war auch direkt infiziert. Ansonsten - beschweren sich nicht mal die älteren Damen, wenn ich diese sanfte Musik etwas lauter laufen habe. Das ist wirklich viel wert, wenn ich bei der Arbeit hören kann, was ich will - und solche Annehmlichkeiten rechne ich auch durchaus ein in meinen manchmal doch etwas prekären Stundenlohn! Außerdem die Zeit zum Lesen- und sicher nicht zuletzt die Zeit für wohltuende kurze Tiefschlaf-Anfälle ... die eine besondere Süße haben. Also, bis hier: Akut wieder mehr Liebe als Hass in der Hassliebe-Geschichte zwischen mir und meinem Job.
Das liegt auch und besonders daran, daß die Ferien und die mauen Sommerzeiten nun vorbei sind und wieder mehr Bewegung in die Kolonie und in die Limou kommt. Heute war´s recht lebendig und ich habe wieder viele nette Fahrgäste gehabt. Gestern hatte ich zwar mehr Touren, aber alle sehr kurz - da fährst du durch die verstopfte Stadt - und kommst zu nix; abgesehen von ein paar netten Begegungen. Wobei das jetzt auch nicht ganz stimmt, weil die Leute gestern erstaunlich gerne gute Trinkgelder gegebene haben - so daß es am Ende auch gepaßt hat.
Die Kolonie wacht also wieder auf - und zwar gründlich. Während gestern, also am Samstag, nur der normale Einkaufswahnsinn gepaart mit ein paar quasi albernen Absperrungen wegen diverser Stadtteilfeste - und später der Komplettsperrung der Zufahrt in die Altstadt/Innenstadt wegen Konzertauftakt der "Schwarzen Füsse" vor dem Dom - tobte ... ging es heute dann richtig zur Sache. Die halbe Stadt gesperrt und "rien n´e va plus", das gibt es glaube ich in der Häufigkeit nur hier - weil wir eben jeck und deshalb sehr belastbar sind.
Das Rheinufer Richtung Norden ab Deutzer Brücke - gesperrt, nichts
geht mehr dort bis zum Fühlinger See wegen Triathlon ... Die A 3 komplett für´s Wochenende gesperrt wegen Bauarbeiten ... Endlich mal wieder Messe ... wie gesagt, diverse Stadtteilfeste .... und im südlicheren Bereich dazu verkaufsoffener Sonntag. Die Altstadt von allen Seiten ab mittags wieder abgeriegelt wegen noch einem Jubiläums-Konzert der "Schwarzen Füsse" und dem Lauf der Triathleten - die ich leider nicht zu Gesichte bekam - auf die andere Rheinseite. Sicher habe ich was vergessen ....
Heute sprachen dann die einheimischen Fahrgäste von einer gewissen "Duisburg-Mentalität" in dieser Stadt - nachdem ich zuvor allein und ohne Gäste eine gute dreiviertel Stunde gebraucht hatte, um durch den Stau im Rheinufer-Tunnel zu kommen .... mit heftigen Kopfschmerzen wegen dem Abgas-Dreck. Als hätten sie´s gewußt. Gut, daß ich so entspannte Musik gehört habe (s.o.) ... Um an den nächsten Halteplatz zu kommen, hat die Stadtplanung der Kolonie mich heute einmal über den Rhein und wieder zurück fahren lassen. Und das ist nur ein Bonbon aus der großen Schüssel.
Die einzige wirklich fast immer freie und wunderbar befahrbare Strasse der Stadt - "Nord-Süd-Fahrt" als Ganzes genannt - soll umgebaut werden. Da ich keine Zeitung lese, erfahre ich auch das von meinen Fahrgästen. Das ist wie die Story mit dem Stuttgarter Bahnhof ... irgendwer scheint sich daran zu reiben, wenn etwas wirklich gut funktioniert. Teils soll sie untertunnelt werden. Sagt heute einer mit Bezug auf die Kölner U-Bahn-Posse: "Wo wir da doch jetzt so richtig gut drin sind."
Die nächste Dame erzählt mir von der bevorstehenden Sperrung dreier Auffahrten auf die sogenannte Zoobrücke - die sei so morsch, daß im Grunde kein LKW mehr drüber fahren sollte, wegen Einsturzgefahr ....
Naja,egal - Hauptsache, wir haben hier viel Spaß! Und den gibt es ja hier wirklich. Im September noch ein Oktoberfest - das hat den Kölnern und Kölnerinnen dringendst jefählt für die feierarme Lücke zwischen CSD und Sessionsauftakt am Ellleften Ellleften (nä, dat es kei türrekisch, dat es dä 11.11.).
Übrigens, da muß ich nochwas zur Rosa-Olympiade der Schwulen und Lesben neulich richtigstellen - wie auch ich zuerst, haben viele das wohl etwas mißverstanden, gerade hier in unserer Kolonie, diesem Eiland der gleichgeschlechtlichen Liebe - an der sich schon seit vielen Monden keine Sau mehr reibt: Die erste Olympiade dieser Art fand bereits vor 36 Jahren in USA statt. Hat mir ein sehr netter und kultivierter US-amerikanischer Herr erzählt, der Mitglied des Organisations-Kommittees ist und den ich zum Auftakt der Veranstaltung fuhr. Also zum ersten Mal zu einer Zeit, in der es durchaus noch viel Diskrimination weltweit gab. Der Kölner an sisch, der dat nit weiß - denkt halt nur "Wat wollen die denn noch? Immer ne Extraveranstaltung für jeden Furz?".
Tja - und jetzt ist der Tagesreport schon so lang ... unn´ isch han no mi jeliert hück vun denne bunte Lükscher - dat kütt ävver später .... (sinngemäß: Die bunten und freundlichen Mitmenschen haben mir noch mehr über das und aus ihrem Leben erzählt heute ....)
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