Mittwoch, 8. September 2010

Viel Raum für Hand- und Herzgemachte Musik - und Erinnern an die einfachen Dinge

Es scheint wieder viel Raum offen zu sein für hand- und herzgemachte Musik -  heute traf ich in dieser Abteilung auf den Herrn Charlie Winston.
"Like A Hobo" brannte sich heute quasi durch den Rhythmus des Refrains über den Bauch hoch ins Ohr - muß ich vorher schon mal gehört, aber noch nicht recht wahrgenommen haben. Ganz feine Musik - mit ebenso feinem Text. Nur eine Kostprobe - der kann noch viel mehr .... sogar das Video gefällt mir richtig gut, hat eine dichte Atmosphäre... vermutlich aber liegt es daran, daß ich bereits als Kind von Vagabunden (Hobo) völlig fasziniert war .... und mir einen deutsch-gesungenen Vagabunden-Song stunden- und tagelang lang auf Schellack und Kurbel-Grammophon durchgezogen habe als kleines Mädchen..
Hier die akkustische Variante des Hobo-Vagabunden  - very lovely and alive
Die Lyrics sind diese:

I’ve always known
Since I was a young boy
In this world,
everything’s as good as bad

Now my father told me
always speak a true word
And I have to say that is
the best advice I’ve had

Because something burns inside of me
It’s everything I long to be
And lies, they only stop me
from feeling free

Like a hobo from a broken home
Nothing’s gonna stop me
Like a hobo from a broken home
Nothing’s gonna stop me

I’ve never yearned
for anybody’s fortune
The less I have
the more I am a happy man

Now my mother told me
always keep your head on
Because some may praise you
just to get what they want

And I said mama I am not afraid
They will take what they will take
And what would life be like
without a few mistakes

Like a hobo from a broken home
Nothing’s gonna stop me
Like a hobo from a broken home
Nothing’s gonna stop me, no

Ich würde diesen Text jederzeit besiegeln und unterzeichnen ...
Ich konnte noch nie gut lügen und hatte nie Lust dazu- finde es eher anstrengend und krampfig. Außerdem habe ich eine Mimik, die sich nicht gut verstellen läßt - die ist von Haus aus unbestechlich.
Es sei denn, ich habe mir einen echten Spaß draus gemacht und richtig aufgefahren, dann geht´s ... aber dann hat es auch eine ganz andere Qualität als eine Lüge aus Unfreiheit - dann ist es die völlige (Narren-) Freiheit, einfach mal nach Herzenslust und ohne Begrenzungen das Blaue vom Himmel herunterzulügen
Ja - und irgendwo stimmt das auch mit dem "Je weniger ich habe - desto freier fühle ich mich."
"Nothin´ left to loose" ist ja auch so eine vielbesungene Zeile.
Es ruckelt noch ein wenig damit - ist noch nicht richtig rund bei mir ....ich schaue gerade sehr gut nach, was ich noch zu verlieren bzw. zu gewinnen habe -
obwohl ich weiß: Siehe oben - erste Zeile.
Und wie im richtigen Leben macht die Mama dich verrückt für nichts und wieder nichts - "Paß auf,  paß auf, daß dir nichts geschieht" .... und fang erst gar nicht an, wild zu leben. Doch, schon - aber halt ein paar Federn lassen dabei.  Und ein paar Verletzungen - oder sollte ich lieber vornehm Blessuren sagen? -  in Kauf nehmen für den großen Spaß und das Wunder.
Danke an den Herrn Winston für die schöne und treffliche Zusammenfassung.

PS: Und wenn du mal wieder in die Kolonie kommst aus Richtung A 57 und ganz am Ende rechts Richtung Innenstadt fährst - dann werden dir ein paar sehr geschickte Vagabunden die Zeit an der langwierigen Rotschaltung der Ampel mit ihren äußerst beeindruckenden Jonglagen vertreiben ... solltest du immer aus einer anderen Richtung kommen - fahr doch mal einen kleinen Schlenker.

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