"Meine Kühe" ... haben sich zum Schutz vor dem prasselnden Regen an den Saum des Waldes gerettet. Immer, wenn ich frei habe - schaue ich so gerne zu ihnen hin und wundere mich darüber, wie brutal und gnadenlos der Mensch mit seinen Mitkreaturen umzugehen versteht.
Diese Kühe - leben ein gutes, freies Leben. Bin nicht mal sicher, ob sie so einen Scheiß-Knopf im Ohr haben ...
Gestern abend habe ich mal versucht, zu beobachten, wohin sie wohl zur Nachtruhe verschwinden - in welche Richtung der Wälder rings um die Weide am Hang. Aber sie waren hartnäckiger als ich - und fraßen einfach stoisch weiter gutes, sattes Gras, obwohl die Dämmerung schon längst die nächtliche Dunkelheit einläutete.
Diese Dunkelheit, die in der "Menschenwelt" kaum noch irgendwo zu finden ist. Ich bewunderte die Kühe - dafür, daß sie keine Angst haben vor dieser.
In der Kolonie - wird jetzt wieder "hochgefahren". Die Stadt füllt sich mit umherlaufenden, konsumierenden Menschen - die mit viel sinnfreiem Aktionismus gegen die heraufziehende Dunkelheit von Herbst und Winter anlärmen wollen.
Für mich - nur gut - solange ich dort noch unterwegs bin - weil sie meine Dienste nutzen.
Wie so oft - braucht es auch für mich eine Weile, um mich einzurichten in der dunkel werdenden Zeit. Der Übergang ist manchmal mit sinnfreiem Widerstand befüllt - aber wenn er dann gemeistert ist - ist er eine Wonne.
Und schon wieder eine göttliche Vorfreude - auf den nächsten Frühling. Mitten in der scheinbaren Kargheit.
Es braucht ein gutes Bärenfell und -gemüt .... um auch den Winter zu lieben.
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