Dienstag, 15. Oktober 2013

"Liebe Deine Feinde" ...

... erschien und erscheint mir immer etwas überzogen.
Aber als "zunehmend gesicherte Erkenntnis" erscheint mir diese:
Hasse sie nicht -
und verschwende keine Gedanken an Rache.
Das genügt völlig - um die eigene, gute Energie bei sich zu behalten.

Jede Form von Haß und/oder Rachegedanken ist nämlich wieder ein Energieaufwand bzw. -verlust - zu deren Gunsten. Mittels dessen sie lebendig erhalten werden.

Die neueste Absurdität im schönen, doch seltsamen Hause:
Ich erhielt ein Anwaltsschreiben wegen der Kamera.
"Rechnungsstellung" über 630 Euro inklusive.
Ich wurde aufgefordert, diese binnen drei Tagen zu deinstallieren und im Anwaltsschreiben fand sich die abstruse  Beschuldigung, ich hätte massiv in die Privatsphäre der Klientel eingegriffen mit einer Kamera-Installation. Dazu eine eher rhetorische Anmerkung - man würde gar nicht verstehen, wie ich überhaupt auf eine solche Idee käme.
Ich schrub u.a. zurück - zwecks Erhellung in dieser Frage könne man sich gerne bei der zuständigen  Polizeidienststelle erkundigen - dort sei alles angezeigt. Und im Übrigen - sei diese Kamera gar nicht mein Eigentum ... sondern eigenhändig seitens der Hausbesitzer an ihrem eigenen Hause installiert. Punkt.

Ich antwortete außerdem - dank dem Blogschreiben, wo ich alles nochmal kurz nachsschauen konnte - mit exakt aufgeführten Daten, daß ich meinerseits auch nicht verstünde, wie die "Klientel" überhaupt auf solche Verwunderung kommt, wo sie doch selbst zwei Wochen zuvor eine Kamera installiert habe - und mich noch ins eigene Wohnzimmer gebeten hatte, um mir dies freudig zu präsentieren. Aber dies - nur am Rande im Antwortschreiben angemerkt. Ebenso die Tatsache, daß die "Klientel" (treffliches Wort!) nicht einmal ein gesetzlich-vorgeschriebenes Hinweisschild irgendwo angebracht habe.

Das ich mich über diesen Anwalt wundere -  der fleißig immer weiter Briefchen an diverse Leute in der kleinen Siedlung aussendet und auch darüber hinaus - für die "Familienmitglieder" dieser seltsamen Klientel - schrub ich nicht rein. Dem wird es wohl einfach um die derart leicht verdiente Kohle mittels seiner Stammkundschaft gehen. Und dem kann es letztlich ja wurscht sein ... wobei ich selbst solchen Job nicht machen wollte. Wäre mir irgendwie - zu billig.

Das abstruse Schreiben hat etwas sehr Wohltuendes und Klärendes: Es hat letzte Rest-Zweifel hinweggefegt.

Ich weiß nun deutlich und klar, welche "Klientel" exakt hier für Ärger, Haß, Zorn und Aufruhr sorgen möchte - immerhin lebt sie vampiristisch davon und möchte sich weiterhin daran laben. Oft klappt es ja auch - weil alle "wir Menschen", die solche "Post" erhalten, für eine Weile lang bzw. zunächst "ver- und gestört" sind.  Das ist dann die "energetische Mahlzeit", die die "Klientel" so gerne zu sich nimmt - sprich: Den Anderen ungebeten und unfreiwillig abzieht.

Als ich vergangene Woche gerade gut gelaunt auf den Berg wandern wollte - trotz Hexenschuß bzw. gerade wegen diesem - fand ich also dieses Geschreibe im Briefkasten. Die sanfte Nachbarin kam mir gerade entgegen und ich zeigte es ihr kurz, zur Information. Der Weg auf den Berg führte ohnehin bei den feinen Vermietern vorbei, also stoppte ich kurz und zeigte es auch diesen. Die hatten auch Post bekommen - allerdings ohne "Rechnungsstellung" - nur mit Hinweis darauf, wie böse ich doch sei. Wir sprachen uns kurz ab und ich ging bergauf.

Auf nicht mal halbem Wege meinte der Verstand: Willst Du nicht lieber umkehren und eine Antwort schreiben? Nein - will ich nicht. Ich gehe jetzt genau so, wie ich es vor hatte. Und geniesse das. Die Aussicht da oben in die Weite ist wirklich phantastisch, weit und frei. Gut so! Sogar der Betreiber des "Tierhofes", der sich einst sehr gestört fühlte durch mein Vorbeikommen, weil seine vielen Hunde immer kröftig anschlagen - wie es sich gehört, feine Hunde! - und der mir seinerzeit eröffnete, daß das "Privatgelände" sei - obwohl der Wanderweg vorbeiführt - grüßte diesmal einfach freundlich.

Ich beobachtete - wie mich Zorn und Wut packen wollten. Und wußte auch - das ist nicht der richtige Weg. So verschwendest Du nur viel wertvolle Energie an eine "Klientel", die es nicht im Mindesten verdient.

Die eigentliche Übung, die mir in diesem Moment noch nicht ganz formidabel gelungen war, aber es wird immer leichter, ist: Bei mir bleiben und einfach nur wissen, wie solche Energie-Klau-Mechanismen funktionieren. Und die Aufmerksamkeit - auf die mich umgebende Schönheit richten.

Stimmt so auch nicht ganz - denn Zorn und Wut snd durchaus gute Begleiter im Leben - wertvolle Lebensenergie - die ich aber nicht an sinnlose Kretins  verschwenden möchte.

Und nein - niemand hat behauptet, das das etwa eine leichte Übung sei - die vorhandenen Kräfte zu kanalisieren. 

In der Limousine lief mir wenige Tage später am frühen Morgen ein Engel namens Mustafa zu - mit dem sprach ich über all das. Nachdem dieser mir "erklärte", daß ich als Taximensch eine formidable  Menschenkenntnis hätte - erzählte ich ihm in Umrissen diese Geschichte vom Haus und seinen Bewohnern - und das meine "Menschenkenntnis" hier definitv nicht greifen könne. Weil´s einfach unverständlich bleibt.
Besser so gesagt: Mein grundsätzlicher Wille zur De-Eskalation von unsinnigen Streitigkeiten greift hier nicht (mehr). Es gibt solche - die derart verhärmt und haßerfüllt sind, soviele Leichen im Keller haben - da kannst Du nichts dran ändern.
Tat mir gut - mich mit diesem mir vertrauten Fremden mal drüber auszutauschen - und es gab was zu lachen. Ein feiner Mensch - sehr menschlich und freund-lich, und das sind nicht alle - wir verabschiedeten uns mit einem "wissenden Händedruck" - schöner Arbeitsbeginn, der mir auch im Laufe des Tages Glück brachte.

Dem Engel Mustafa sagte ich noch - in einem nicht weiter bedachten Satz: "Ich lasse mir meine Freude nicht von irgendwelchen Durchgeknallten vergällen! (Er freute sich an diesem Wort - und ich mich auch ....). Denn: Es ist wunderschön dort! Jeden Abend freue ich mich königlich, wieder aus der Kolonie raus und aufs Vorland zu fahren. Nur noch Bäume und Himmel zusehen. Und das - wird noch viel besser werden - ich will noch viel tiefer in den Wald."
Das - verstand der. Obwohl er mich zuvor einlud, in die Kolonie zu ziehen - nicht wissend, daß ich sehr froh bin, dort nicht mehr zu hausen.

Der götterkundige Astrologenbruder schenkte mir einen feinen Kommentar mit erbaulichem Hinweis auf die Präsenz von Saturn und Pluto - die mir seither mit "marsianischen Kräften" gerne unter die Arme greifen. Und mit denen ich schallend lachen kann - innerlich, äußerlich "still".

Übrigens - greift bei alledem auch ein ausgeprägter Stolz:
Ich suche mir meine "Feinde" nämlich immer noch gerne selber aus.
Wenn schon welche in Erscheinung treten - dann bitte solche, die wenigstens annähernd auf Augenhöhe sind - und von denen mensch wenigstens etwas Wertvolles lernen kann. 

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