.... aber kommt vielleicht noch.Meine neueste Errungenschaft: Eine echte Schwarzwälder-Kuckucksuhr - ohne Kuckuck, aber mit zünftigem Schwarzwaldmädel auf der Schaukel.
Neulich ersteigert für nicht nenneswerte Euronen, nach einer nostalgischen Anwandlung in der Chiropraktiker-Praxis.
Tiefenentspannt auf dem heißen Fango liegend - vernahm ich das Ticken einer Wanduhr. Als Kind - mochte ich sie meistens nicht sonderlich, diese tickenden Wanduhren in den Räumen der Eltern und der Verwandschaft. Hab´s eher als Geräuschbelästigung empfunden.Und mit Uhren hatte es ich es ohnehin noch nie. Brauche auch keine auf meinen Wegen - überall sind welche. Und zuhause - habe ich natürlich einen Wecker, auch, wenn ich oft ein paar Minuten vor seinen Diensten wach werde.
Da lag ich also - und plötzlich wollte ich gerne so eine tickende Wanduhr für mich besorgen - als nostalgische Erinnerung an die einstige buckelige Verwandschaft und lange Kindertage. Im Nachbetrachten - eine recht glückliche und relativ freie. Wie gesagt - alles relativ und auch eine Frage, an was mensch sich erinnert. Inzwischen haben sich die meisten Erinnerungen auch nochmal gewandelt, mehrmals sogar im Laufe der Zeit - und jetzt bin ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit allem, was war - und wie es war - und mit wem es war.
Trotz vieler einstiger Grabenkämpfe weiß ich heute: Ich hab´ ganz gute Leute erwischt damals bei meinem Eintritt ins Leben. Ist mir also eine Freude - mit allen in Frieden zu sein - kurz vor Samhain bin ich nochmal in Kontakt mit den Rübergegangenen ....
Zum Ticken der Uhr fiel mir nochwas Anderes ein - da mochte ich es immer: Wenn diese Erwachsenen ihr Mittags-Schlaf-Ritual abhielten, saß ich manchmal im Hause von Oma und Tante auf der Treppe - und tat nichts. Saß nur, bewegte mich nicht und lauschte dem Ticken. Schaute "ins Leere", bis ich plötzlich verschwunden war. Wo das war, weiß ich nicht, hab´s auch nur bemerkt, weil ich ja irgendwann wiederkam - auf die Treppe. Und die Erwachsenen aus ihrem Ritual zurückkehrten - um sich über eine üppige Kaffeetafel herzumachen.
Heute passiert mir das auch noch - öfter mal mitten auf der Straße in der Limousine, wenn ich in der Warteschleife hänge. Sogar auf der Spitze. Das ist nicht aufzuhalten - das kommt einfach über einen, wenn es will. Und es ist nicht herbeizuführen mittels Wollen - höchstens "einladbar" mittels Einverständnis.
So bin ich also als Kind - oft mit dem Ticken der Uhr aus der Zeit verschwunden.
Und neulich fiel es mir wieder ein, als ich es plötzlich vernahm, nach langer Zeit.
Schaute in einem großen Kaufhaus der Kolonie, ob es überhaupt noch mechanische Uhren zu erwerben gibt und stellte fest, daß die vergleichsweise teurer sind, als die elektronischen. Es gab auch nur Wecker - keine Wanduhr. Beschloß also, im virtuellen Raum nach einer solchen auszuschauen. Eine - die tickt. Mit ohne Batterie. Muß ich ja nicht ständig laufen lassen ... nur bei Gusto.
Und jetzt hab ich den "Salat" - eine Kuckucksuhr aus dem Schwarzwald, Baujahr in den Siebzigern. Zu dieser Zeit war ich mal irgendwo am Titisee - in so einem großen Uhrenladen mit Tausenden von laut tickenden Schwarzwalduhren. War nicht sicher, wie ich das finde - einerseits faszinierend und schön, andererseits höchst kitschig und ich war sicher, daß ich mir sowas nie ins Haus holen würde. Nun aber - hängt sie doch an der Wand und tackert. Ticken kann man das nicht nennen, die ist zu schnell .... das Wasserrad an der linken Seite dreht sich geschwind. Zu schnell noch - sie geht deutlich schneller, als der eigentliche Zeitenlauf. Aber sie wird sich schon einpendeln.
Ich lausche mal - wie sich das so anhört. Für eine Rhythmikerin allemale interessant. Ein Taktel eben .... zu dem mensch mental etwas spielen kann (im "Techno-Tempo" quasi - was für eine Hektik ....).
Und alles - nicht wirklich ernst zu nehmen. Nur ein Spaß. Aber auch ein Gruß zum kommenden Samhain - an die Ahnen. Und an ganz andere Zeiten, die ich noch erlebt habe vor dieser "digitalisierten".
"Langsamere" und gemütlichere Zeiten. Zeiten - in denen die Menschen sich noch im echten Leben trafen, weil sie noch wußten, wie das geht. Zeiten ohne allzuviel Technik .... mit Abenteuern in der Unerreichbarkeit für Andere.
Zeiten "ohne" ... aber "mit" ganz anderer Qualität.
Apropos Qualität: Dies scheint mir doch eine rechte Zauberuhr zu sein - in einer Stunde hat sie aus dieser nun gleich drei gemacht! So werden meine Tage also dreimal so lang .... tolles Exemplar!
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