Donnerstag, 17. Oktober 2013

Lausche nach längerer Zeit mal wieder ....

... im Bette den Aufnahmen vom Herrn Storl, die ich hier habe. Einige "Märchen"- CD´s, die weit mehr beinhalten, als nur die "Wiedergabe" der Märchen selbst. Bemerke - daß ich seinerzeit nicht die Bohne verstanden habe von deren jeweiligen Botschaften. Jetzt - lausche ich fasziniert und begreife, daß die vermeintliche Brutalität in diesen Märchen auch ganz anders verstanden werden kann - allzu oft als "schamanische Reise", in der ein Mensch auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt wird. Wußte gar nicht - wie schamanisch die Grbüder Grimm waren beim Sammeln .... Und erinnerte mich, daß ich diese Märchen als Kind völlig anders und teils beängstigend wahrgenommen hatte - moralinsauer vor allem.

Was mich aber am meisten beeindruckte beim Lauschen - war seine eigene Schilderung von einer späteren Reise nach Benares - auch "Kashi" genannt.  Kashi - die leuchtende Stadt, in der Shiva gerne umhergeht. Und in der einst die Schleier zwischen den Welten sehr dünn gewesen sein sollen.

Als er nach einigen Jahren nochmal wiederkommt nach Kashi - hat sich bereits viel verändert. Indien erlebt einen "Wirtschaftsaufschwung" und dort, wo einst ein heiliger Fluß verlief - hat man diesen einige Kilometer weit  "umgeleitet", um moderne Hotels zu bauen.

Eine gigantische Autobahn wird gebaut - und - zum Piepen: Die Inder benutzen diese für allerlei Zwecke - aber  nicht als Autobahn in unserem Sinne. Sie wechseln hier und da die Fahrbahn, dreschen Korn auf dieser ... unvorstellbar hier. Ich war noch nie in Indien. Und bislang zog mich auch nichts wirklich dorthin. Aber als mir eine Freundin vor ein paar Monaten eine Bilderserie schickte - und ihre Liebe zu diesem "Kontinent" bekannte - staunte ich nicht schlecht über das, was ich sah - und was wir hier schlicht "völliges Chaos" nennen würden.

Beindruckt hat mich also - die Schilderung einer Reise bzw.eines Ausfluges - bei dem die Schleier zwischen den Welten so dünn waren, daß der Erzähler für eine Weile übertrat und dortens unterwegs war.

So - wie wir es wenigstens im Schlaf noch kennen. Manche jedenfalls.

Dann fragte mich mein Verstand: Und wozu - soll das gut sein?
Laut dem Herrn Storl - dazu, um am Rande "Midgards" - in der alltäglichen Welt - womöglich ein paar Änderungen vorzunehmen. Aha!

Und selbst - wenn ich darauf verzichten wollen würde - so gibt es doch einen Teil in mir, der weiß, daß es noch weit mehr gibt, als unsere zunehmend reduktionistische Welt - in der immer mehr benannt und in kleinste Teile zerlegt wird - aber ohne rechte Wirkung und ohne echte Erkenntnis.

Und ich weiß auch - daß ich immer wieder dort unterwegs bin - und schon immer war. In wenigen Momenten - war ich es bewußt bzw. wahrnehmend - besonders, wenn sich wieder mal ob des Todes eines nahestehenden Menschen die Schleier zwischen den Welten stark verdünnt haben bzw.für eine kurze Weile lüfteten. Ansonsten bin ich es immer noch - wenigstens im Schlafe.

Und mir - geht genau das ab - in unseren sogenannten "Alltagsleben". Besser - die Wahrnehmung dafür. Es ist ja da. Nur - gesprochen wird darüber kaum noch, fast nicht mehr. Der gnadenlose "Reduktionismus" auf die vorgebliche Materie - scheint die anderen Welten zu verdrängen.

Aber - das wird nicht funktionieren. Nur, weil seit ein paar wenigen Jahrzehnten immer mehr selbsternannte "Zauberlehrlinge" unterwegs sind - die (sich) die Welt zurechtschneiden wollen. Und uralte Wurzeln - abschneiden wollen.

Immer noch - ist ein Mensch verbunden. Und spätestens beim letztlichen Übergang - von hier nach dort - werden wir es wohl - wieder - merken.

Und eine fortschreitende Reduktion - auf´s binärische System von 1 und/oder Null - Impuls bzw. Nicht-Impuls - in Form von immer mehr Elekronik - muß ein Witz sein für die Götter.

Aktuell komme ich ja in den Genuß eines heftigen Hägsen-Schusses. Der kommt auch von "dort" ... soviel weiß ich mal. Und recht haben sie - die Hägsen - mich anzuschießen. War ich mal auf einem ganz guten Weg befindlich - so habe ich diesen dennoch wieder verlassen in den vergangenen Jahren - um zurück zu gehen in die "alltägliche Welt" - in der ich übrigens nur sehr wenig echtes Glück gefunden habe seither. In Momenten - schon. Aber auf Dauer - ist er nicht tragbar und trägt nicht, dieser Weg. Danke also - an die schießenden Hägsen!

Und aus der materiellen Welt noch ein Zusatz-Dankeschön - für die gute, neue Matratze, die sich gerade entfaltet.

Eins greift - ins Andere. Das mußte ich auch lernen.
Weder das Eine - noch das Andere - steht für sich allein.

Und die "Moral" von der Geschicht ? -
verschmähe auch die Schmerzen nicht.
Auf derem tiefen Grund -
wirst Du vielleicht wieder gesund.

Reflexartig hörte ich sowas von durchaus wohlmeinenden Mitmenschen: Ja - hast Du denn schon mal dies und das probiert? Ich kenne da einen guten Arzt. Geh doch mal zum Arzt. Und mach dies und das ....
Was tust denn - gegen die Schmerzen?

"Gegen" die Schmerzen - tue ich wenig. Ich lausche hinein. Und bewegen muß ich mich.
Auf einen anderen Weg hin. Soviel - weiß ich.
Scheinbar genüßlich ist es - wenn sie verschwunden sind.
Und wenn sie dann überfallartg wiederkommen - weiß ich - ich hab´s noch nicht gelernt.
Sonst - wären sie nicht mehr hier.
Was gelöst ist - verschwindet.
Was nicht gelöst ist - wird weiter piesacken.

Der Methoden habe ich reichlich zur Hand - aber um diese geht es nicht - nicht in erster Linie.

Da Schmerz bekanntlich brennt - muß ich herausfinden - was das Feuer will.
Jenseits des Schleiers.

2 Kommentare:

mundanomaniac hat gesagt…

Ohne Schmerz - keine Weisheit. Daher gibt es keine weisen Jugendlichen (abgesehen von frühsterbenden) und wir Älterwerdenden lernen in der Schule des Schmerzes.
Wie Du neulich bemerktest: Aussondern, Verzichten, nach unserer Bestimmung und unserer Form, oder nach Saturn = wir sind Bestimmté und Pluto = uns steht nicht alles zu, was wir haben ... und in dem Maße läßt man anderen ihre Auftritte.

Was das Ganze mit Schamanismus zu tun hat, das hat sich mir nie erschlossen, ... geht mich aber auch offensichtlich nichts an.

Aussondern und Verzichten eben, damit, wenn die Kräfte nachlassen, das Packerl immer noch l e i c h t
getragen werden kann.

Brüderlich ...
MM

Sati hat gesagt…

Verzichten - klang mir früher mal so unangenehm an .... aber da wollte ich ja auch noch Anderes.
Jetzt geht´s besser mit der "Übersetzung".

Du bist doch auch eine Art "Schamane" - indem Du mit den Göttern kommunizierst. Das glt ja wohl bei der Masse als "jenseitig" ... schmunzelnd, Sati