Dienstag, 18. Dezember 2012

Danke für alles - Signora ...

... huch ???
Sagt der italienische Fahrgast zu mir - nachdem er ein fürstliches Trinkgeld gab. Wie einst auch schon. Isch abe aber gar nischts getan ......
Außer - daß ich ihn wieder erkannte. Hab´ ich ihm aber gar nicht gesteckt. Hatte ihn schon mal gefahren - vielleicht vor zwei Jahren. Und erinnerte mich gut an seine Lebensgeschichte - tat aber gestern kein Wort davon kund. Erfreute mich stattdessen - an Wandlungen.

An seiner Wandlung - beim letzten Mal traf ich ihn noch sehr betrübt und geschlagen an - gestern hingegen zuversichtlich und fröhlich - er sah ganz anders aus als einst, viel vitaler. Ein Restaurant-Betreiber ... jemand, der kochen will und muß.  Seine Leidenschaft - die ihn lebendig hält - nebst allen Schicksalsschlägen. Vermute - er kocht sehr gut auf diese passionierte Weise.
Er widerum - läßt verlauten: Endlich mal eine deutsche Taxifahrerin. Das sei ja nicht auszuhalten - diese vielen Pakistanis und Türken, die keine Ahnung hätten, wo mensch hinwolle ......
Jaja - er sei ja auch "Ausländer", aber .....
Ich bemerke mal  wieder für mich selbst - daß ich mit "Vorweg-Prädikaten" hoffnungslos überfordert bin.
Sei es "deutsch" oder "endlich mal eine Frau als Taxifahrerin" oder "wie schön ......"
Fast jedes Mal habe ich mich bemüht - solcherlei sinnfreie Vorurteile meinen vielen liebenswerten Kollegen gegenüber zu relativieren.
Heute - sag´ ich manchmal nichts mehr dazu - bin zu müde - ob der vielen Wiederholungen.
Der Italiener reicht mir seine Hand zum Abschied - ich mag den, mochte den auch schon bei unserer ersten Fahrt vor Jahren - er hat heute - jetzt - einen sehr vitalen Händedruck.  Wir wünschen uns Glück ....

2 Kommentare:

mundanomaniac hat gesagt…


Das ist eine so schmerzlich-tröstlich paradoxe Geschichte, für die ich Sati und ihren Göttern von Herzen dankbar bin...

Wie nahe bringst Du uns denn völlig unbekannte kochverrückte Sensitive in Deinem Millionenstadt- Blech-Ashram?

Die Autorin wird immer deutlicher in den Tagebüchern ... Vorurteile weichen Urteilen ... möge ihr Ausdauer und Kondition beschieden sein.

Brüderliche Grüße

Mundanomaniac







Sati hat gesagt…

Um Himmels Willen - möge das Gegenteil der Fall sein !!! Die Schreiberin dieser Banalitäten- muß dringend aus dem blechernen Ashram (heißt das Käfig?) heraus .... sie wird das Beste tun - um sich zu häuten.
Begegnungen - gibt es jederzeit und überall - auch jenseits von blechern-umhüllten, maschinen-angetriebenen Klein-Terapie-Zentren .....
wo sich die Schreibende in keiner Weise auch nur ansatzweise zu entfalten vermag.
Nehme ich also - Ausdauer und Kondition - dorthin mit- wo sie auch zur Entfaltung geraten können.
Sati