.... lausche konzentriert diesem Feature mit Titel "Als ob ich noch einmal vergewaltigt würde" im Radio - eine Frau berichtet, erzählt von ihrer einstigen Vergewaltigung durch den Nachbarn - und von der anschließenden Odyssee durch den "Rechtsapparat" - von den Qualen, alle Einzelheiten der geschehenen Qual offenlegen zu sollen. "Wo waren ihre Füße in diesem Moment" - ist nur eine der Fragen, die im Grunde absurd sind - aber eben als wichtig betrachtet werden von den "Instanzen".
Ein junger Mann steigt ein - will zum Bahnhof. Hat einen offenen Kaffeebecher in der Hand, auf den ich schaue. "Neinnein, ich verschütte nichts, passe gut auf." Ok - dachte nur eben an eine Kollegin - die nimmt erst gar niemanden mehr mit offenen Getränken mit ..... Die Frau erzählt weiter im Radio von ihrer Vergewaltigung. In der Limousine bleibt es still wähend der Fahrt zum Bahnhof. Denke noch kurz - komische und dennoch interessante Situation - mit einem fremden Mann dieser Frau zu lauschen - und all den höchst intimen Fragen, die ihr ihrerseits einst gestellt wurden - von vielen Männern. Lasse den Sender drin. Am Bahnhof herrscht Chaos - er steigt kurz vorher aus, weil´s nicht weitergeht. Beim Zahlen wünsche ich ihm noch einen schönen Tag - "trotz Radiobeitrag". Oh - meint der - er habe schon sehr lange nicht derart gespannt einem solchen gelauscht. Glaube ich ihm sogar. War ein guter = erhellender Beitrag!
Ein anderer Radio-Beitrag vom Vortag fällt mir wieder ein - es ging um Pornoseiten im Web und deren Frequenz. Wie wer auf welche Art am Anklicken verdient. Wie Kunden aquiriert werden sollen. U.v.m. Die Plattform "Youp..rn" wird erwähnt - und die Tatsache, daß diese Seite zu den weltweit am häufigsten besuchten Seiten im Netz gehört. Von dort aus - wird der Kuchen weiterverteilt.
Am Abend lande ich beim "Tatort" - es geht um Zwangsprostitution und Menschenhandel - sagen wir doch lieber gleich "Frauenhandel". Die Story - scheint wohl angelehnt an den Ungarn-Ausflug der Hamburg-Mannheimer-Fritzies ..... denke mir: Im Grunde geht´s hier gar nicht mehr um ein Vergnügen oder gar (wäre gewerblich eh zu weit gegriffen - "Genuß") an sexuellem Erleben - sondern nur noch um Machtgelüste. Höre mir im Anschluß sogar noch eine Viertelstunde "Jauch" an .... und höre, daß es wohl schon vergangene Woche einen ersten Teil dieses Tatorts gegeben haben soll.
Wundere mich die ganze Zeit darüber, daß die Frau Schwarzer scheinbar zu 80 % nicht in der Lage ist, das Wort "Prostitution" bzw. "Prostituierte" sauber auszusprechen. Sie verschluckt es die meiste Zeit - und ich wundere mich wirklich jedes Mal wieder darüber - sie kann doch sonst ihre Worte formulieren? Hier aber - sagt sie permanent "Prostution" und "Prostuierte". Trauma vielleicht, oder was?
Nochmehr wundere ich mich aber an diesem Tag - daß mir dieses ganze Thema von Gewalt und Sexualität = Machtgelüste auf einer Art "goldenem Tablett" angereicht wird in den vergangenen Stunden.
Die Prostituierte, die ich neulich am frühen Morgen am Puff abhole, fällt mir wieder ein. Sie hat mich erzürnt - mit ihrem Scheiß-Spruch in Broken-English, ich wäre einen Umweg gefahren. Da war sie untendurch bei mir - und nur deswegen. Wie so oft - spricht sie kein Deutsch und reicht mir ihr Smartphone rüber - mit dem Freier dran. Der sagt mir, wo sie langgehen soll zu seinem Hauseingang. Ich übersetze also noch - und die geizige Trulla gibt keinen Cent Trinkgeld. Das war einfach - eine blöde Kuh. Fuhr schon viele Prostituierte - ein breites Spektrum. Sehr starke und sehr schwache Frauen. Eigenständige - und komplett Abhängige. Eine andere fällt mir noch ein an diesem Tag - die fuhr ich neulich zu einem dieser mehr als abgerissenen Wohnwagen. Eine etwa eineinhalb Kilometer lange Elendsschlange an verrosteten Wohnwagen mit Herzchen-Deko und Namen drauf. Eine "Zarte-Harte" machte auch Werbung für sich. Zwischen den Wohnwagen immer etwa eine Lücke für ein parkendes Freier-Auto. Andere Szenen und Frauen vom Straßenstrich bis zum "Luxus-Puff" fallen mir wieder ein. Eine gereifte, brasilianische Schönheit, die sich für teures Geld als Domina verdingt - und niemals auch nur einen ihrer Kunden anfaßt. Eine wunderschöne, kleine Thai mit viel Herz und Temperament - die bis zu 15.000 Euro im Monat einnimmt. Ein nordischer Freier, der mir von seinen vielen geschäftlichen Reisen durch die Welt und durch ihre Bordelle erzählt. Andere Freier - ebenso bunt und unterschiedlich wie die Sich-Darbietenden. Eine Szene bleibt mir in sehr unangenehmer Erinnerung - zwei türkische Pseudo-Machos und zwei Hardcore-Transen am frühen Morgen im Auto - alle voll auf Koks und die Machos äußerst aggressiv aufgeladen. Hab´s abgebügelt. Und bei mir gedacht - ist doch schön - nicht permament mit solchem Elend konfrontiert zu sein. Auch die Hardcore-Transen haben die ungeduldigen Koks-Schwanzträger nochmal beruhigt bis zum "Endziel".
Die junge Frau fällt mir noch ein, die ich zum Puff nach Leverkusen brachte. Ein Kind. Als sie ankam, kam ihre Freundin ans Auto - und die beiden fielen sich erstmal wie Teenager - die sie wohl auch waren - lachend in die Arme, bevor sie reingingen und diverse, alte, fette und geile Herren zu bedienen hatten.
Den anglophilen LKW-Fahrer, der mich einst vom Autofenster aus fragte, wo denn hier der nächste Straßenstrich sei - am anderen Ende der Stadt! - und ob ich ihn lotsen könne - verwies ich auf meine Kollegen am nächsten Halteplatz mit der Anmerkung "Die kennen sich sicher noch besser aus, als ich" und machte Feierabend - es war schon spät.
Zusammen mit all den hier nicht-explizit-Erwähnten - kann ich wieder nur sagen - daß ich bislang, wie immer, nur auf Menschen traf. Bis auf ein Mal vielleicht ... da war es sehr krass und offensichtlich, wie der Hase läuft. Nämlich mit purer Gewalt. Natürlich auch auf dem inzwischen verbotenen und stillgelegten Straßenstrich, auf dem zahlreiche Frauen aus dem "fernen Osten" sich am Parkplatz auf geradezu absurde Weise in Position brachten. Für Kinder war das kein guter Ort.
Soweit - einige Erinnerungen.
Und nochmal die Zusammenfassung: Eine breit gefächerte Palette an Menschen und Existenzen in diesem Gewerbe und bei der Klientel. In meinen subjektiven Begegnungen - meist Menschen.
Dennoch gibt es oft einen bitteren Beigeschmack.
Den von "Opfern und Tätern" - von daher bleibt die brasilianische Domina auch meine erklärte Favoritin. Zumindest die Klügste - in solchem Gewerbe - die sich nichts sagen läßt.
Und mit Sexualität hat das alles - m.E. - nur sehr wenig zu tun.
Mit Trieben schon. Vielleicht sogar auf Seiten der Frauen - mit einer Art "Unterwerfungstrieb". Falls es sowas geben sollte.
Aber eben - insbesondere mit Machtgebahren.
Mit seltsamen Spielen von Macht und Ohnmacht eben.
Im Grunde rein gar nichts - mit einer bereichernden Sexualität.
Und dies - wird immer höher, schneller, weiter und krasser.
Jedenfalls - im "gewerblichen Bereich". Und im "Netz".
Was allen - dabei verlorengeht -
ist glaube ich eine ganze Menge.
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