.... finde mich gestern draußen den Schnee wegschieben ums Haus und auf der Zufahrt. Er ist noch sehr leicht, frisch gefallen und pulvrig, kann mit einer Hand den Schneeschieber über lange Bahnen vor mir herschieben. Finde mich überraschend zufrieden dabei wieder, es gibt gerade nichts Besseres zu tun. Die Sonne scheint, es ist mehr als angenehm draußen, frischeste Luft und strahlend blauer, klarer Himmel. Widerstandsloses Tun sozusagen - mit ohne Denken. Oft habe ich gedacht - ich hätte gar keine Lust auf solche Tätigkeiten - weil´s ja nachher wieder alles zugeschneit ist. Gewissermaßen sinnlos also. Gestern bereitet es mir - einfach Freude. Eine Art Schneeschiebe-Meditation. Füge dem später noch eine Treppenwisch-Meditation hinterher. Heute morgen dann eine "Freiwllig-Frühaufsteh-Meditation". Simpel geht´s voran. Und immer wieder - von vorne. Dreck beseitigen, bis er wiederkommt, dann wieder beseitigen .... bis er wiederkommt. Usw. Ein Leben lang. Sinnlos. Ein Segen die Momente - in denen die Sinnlosigkeit sich einfach in simple Freude wandelt.
Ein Nachbar von nebenan erscheint mit seinem Hund und ruft mir zu "Lassen Sie´s sein - das wird nachher alles Wasser." Wechsel ein paar Worte mit ihm. Schaue auf den Hund, der sich freudig im Schnee wälzt und meine "Hunde sind immer gut gelaunt, bei jedem Wetter." Der liebe den Schnee, sagt der Mann, der so um die Anfang bis Mitte 70 sein wird. Und "Meine Frau ist Anfang des Jahres gestorben." Er sei sehr froh, daß der Hund noch bei ihm sei. Ja - das glaube ich gerne. Noch ein paar Worte und ein Lächeln zum Abschied ... und ich denke: Jetzt hat dieser Mensch viel von sich erzählt. Erstaunlich manchmal - solche Augenblicke. Ich schiebe noch ein wenig weiter den Schnee an die Ränder .... und freue mich auch schon auf´s Frühjahr ums Haus herum. Aber jetzt - geniesse ich erst mal den Winter. Ohne "Vorwegnahmen".
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