Donnerstag, 12. Juni 2014

Weißt Du noch früher - als es noch diese elfenbeinfarbenen Limousinen gab ? .....

.... Angriff auf´s lizensierte Taxigewerbe - von vielen Seiten. In der Kolonie gibt etwa 1.230 Lizenzen für offizielle Taxis - und ein paar Tausend Mietwagen daneben. Seit einiger Zeit gibt es diese Mietautos von BMW und Mercedes überall - die man sich über´s Smartphone mal eben mieten kann - um sie am Zielort abzustellen.  Manch einer fährt also nun lieber sellbst als mit uns. Ein Unternehmen namens "MyTaxi" versucht schon seit einigen Jahren, mittels einer "App" den zentralen Fahrtenvermittlungen der Innungen das Geschäft abzugraben.

Und jetzt kommen Goldman Sachs, Google und andere einschlägig bekannte - mit Uber, WunderCar und TTIP.

Uber hat keine eigenen Autos - vermittelt nur Fahrten an Privatleute mit eigenen PKW´s. Und kassiert dafür 20 % pro Fahrtvermittlung, soweit ich in den vergangenen Tagen lese. Als Fahrer anbieten können sich also Privatleute -  unter dem Tenor einer Mitfahrgelegenheit, via Smartphone-Apps. Nur mal in aller Kürze

..... hier steht mehr - "teilweise Lesbares". 
Der Geschäftsführer von "WunderCar" behauptet demnach - es handle sich um ein "nicht-kommerzielles-Angebot" ??? (is klar - so fallen dann auch keine Sozialabgaben oder andere Abgaben an)

Übrigens - den Abschnitt mit der EU-Kommissarin bitte als kompletten Unsinn streichen - die hat echt keinen Schimmer! Vielleicht hat ihr jemand eine Packung Pralinen geschenkt, damit sie derartigen Unfug erzählt? Das "echte, reguläre" Taxigeschäft läuft immer noch - über die Zentralen und  über Einsteiger - und ganz sicher nicht über "Apps" - die im Verhältnis Wucherpreise für eine Auftragsvermittlung abgreifen!

Das gleiche, durchschnittliche Auftragsvolumen, wie es über die Taxizentrale der Kolonie vermittelt wird - würde über einen App-Betreiber mindestens das Doppelte an Gebühren kosten. Hatten wir schon durchgerechnet am Halteplatz vor einer Weile - man würde sich also derart selbst die Kosten in die Höhe treiben - und an solche zahlen, die nur mit Luft handeln - ohne Vorhaltung von Betriebsmitteln und Angestellten.

Höre von einem Taxiunternehmer, der vor Gericht sowas wie eine "einstweilige Verfügung" gegen Uber bewirken konnte - der aber nicht klagen will, weil er Angst vor horrenden Schadenersatzforderungen von Uber habe - besonders, wenn TTIP kommt.

Bis vor wenigen Tagen hatte ich noch nicht einmal was von Uber und WunderCar gehört - also rege ich mich auch nicht auf jetzt. Wie ein Kollege schon sagte - es wird immer Menschen geben, die lieber mit uns fahren. Zu ihrer eigenen Sicherheit sozusagen. Oder einfach, weil sie gerne mit uns fahren.
Und nicht zuletzt - weil wir da sind. Gut sichtbar und einsatzbereit - wenn jemand es gerade eilig hat und nicht zwanzig, dreißig Minuten warten will - auf einen Privatmenschen mit Privatauto. Jemand, der ein Taxi nutzen möchte - wird dies also weiterhin tun - solange es noch welche gibt.

Wie lange es aber noch welche geben wird - ist eine andere Frage. Bei diesen "Lohndumping-Attacken" - wird es schlicht noch viel schwieriger werden, so ein Taxi überhaupt zu betreiben. Schon jetzt werden die guten Fahrten anderweitig abgegriffen und fahren wir im "Normalbetrieb" viele kurze Touren - und selten mal eine lange.

Hotels rufen oft die Mietwagen - für die guten Touren - man munkelt und kann es nicht recht beweisen, daß der Portier einen Obulus dafür erhält. Wir dürfen dann "die Reste" zum Bahnhof bringen - manchmal nach sehr langen Wartezeiten.
Der Stundenlohn für eine 12-Stunden Schicht beläuft sich jetzt schon unter einem "Mindestlohn" - auf´s Jahr gerechnet.  Bessere Zeiten und Saure-Gurken-Zeiten wechseln sich ab - deshalb muß man das ganze Jahr sehen.

Nicht nur, daß so ein Fahrzeug eine Menge Geld kostet - besonders Reparaturen an den bekannten Limousinen - die Versicherung ist teuer und eine Menge Gebühren fallen regelmäßig an. Getankt werden muß auch noch - und der Dieselpreis ist deutlich gestiegen. Um eine Limousine am Laufen zu halten, muß der Unternehmer jeden Monat erst mal ein paar Tausend Euro an Kosten einfahren - bevor er dann seine Miete einfahren darf.
Viele größere Unternehmer zahlen statt einstmals 50 % Umsatzbeteiligung nur noch 42 % an ihre Fahrer.  Und davon gehen dann nochmal die Sozialabgaben runter.  "Sicherheiten" gibt es keine - also kein festes Einkommen oder gar Bonuszahlungen - es wird nur das verdient, was auch tatsächlich eingefahren wird.

Und immer noch krähen viele Leute den Unsinn heraus - Taxifahren sei zu teuer. Sie haben keinerlei Vorstellung von den Betriebskosten und möchten einfach alles nur "billig" - wie überall.
Viele können nicht einmal soweit rechnen - daß sie eine Taxifahrt mit drei oder vier Leuten zu ihrem Ziel womöglich ebenso günstig kommt - wie eine Straßenbahnfahrt.  Und immer wieder dieses Geschrei - Taxifahrer hätten eh keine Ahnung - und keine Manieren. Gähn ..... Ja, für die ist es wohl besser - sie fahren mit Uber.  Und für alle die - die mit unsereiner auch noch über den Fahrpreis verhandeln wollen - als seien wir auf dem Basar. Nachdem sie vorher viel teures Geld woanders ausgegeben haben - kommen Sie ausgerechnet beim Taximenschen auf die Idee - mit ihm zu feilschen. Also genau da - wo es am billigsten ist. 

Ich denke - es wird sich halt ändern mit der Zeit - wie überall sonst auch. Solche Unternehmen, die nur sehr geringe  Investitionskosten haben - weil sie nichts selbst vorhalten - verdienen gut mit ihren Geschäftsmodellen. 20 % nur für die Vermittlung - Donnerwetter. Aus Luft Geld machen.

Irgendwann werden die elfenbeinfarbenen dann von den Straßen verschwinden. Wegen einer immer noch wütenden globalen "Geiz-ist-geil-Mentalität" - die in den vergangenen Jahrzehnten schon für ganz andere Pleiten und übelste Billiglöhne gesorgt hat.

Die Stadtbilder sprechen für sich - wieviel einstige, selbstständige Existenzen bereits von großen Konzernen unmöglich gemacht wurden. Überall nur noch Einheitsbrei - und immergleiche "Ketten". Oftmals dahinter - die immergleichen "Investoren".

Jetzt also - versuchen sie´s auch mal wieder in unsereiner Branche. Vielleicht werden sie´s irgendwann schaffen - dann ist es eben so. Weil: Nichts bleibt bekanntlich - wie es mal war.

Die Frage ist halt - ist es besser geworden, als es mal war? Für die Menschen?
Oder - versklaven wir uns nicht vielmehr immer mehr selbst - an wenige große Konzerne - die von ihren Anwaltskanzleien absurde Verträge für den ganzen Planeten aufsetzen lassen - unkündbare gar - mit scheinbaren "Rechten", die es jenseits des völligen Irrsinns gar nicht geben kann?
Rein rhetorische Frage ....

Wer investiert in Uber? Hier ein Auszug aus "wikipedia" dazu:
Uber wurde 2009 ursprünglich als Limousinenservice von Garrett Camp und Travis Kalanick (heute CEO) gegründet und hatte 2013 einen Umsatz von 213 Millionen Dollar.[1] Hinter dem Unternehmen stecken nach eigenem Bekunden die Investoren Benchmark Capital, Goldman Sachs und Google Ventures, First Round Capital, Menlo und Lowercase Capital.[2] Anfang Juni 2014 erhielt das Start-up 1,2 Milliarden Dollar Risikokapital von Investoren wie Google und Goldman Sachs - der Wert des Unternehmens wird seit dem auf mindestens 17 Milliarden Dollar bewertet.[3] 2014 ist Uber in 35 Ländern vertreten, im deutschsprachigen Raum in Berlin, München, Frankfurt am Main, Wien und Zürich.

Wie man mühelos liest - alles "nicht-kommerziell" - hahaha .....
Das ist sicher auch der Grund - warum Uber schon für 18 Milliarden gut ist bei potentiellem Börsengang ....

Das hätte ich bis vor kurzem noch nicht mal im Traume gedacht - daß sogar die Taxibranche eines Tages von den Immergleichen geschluckt werden soll ....naja, sagen wir: Sie versuchen es.

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