... Rasenmähen stand heute auf dem Programm.
Und ich staune - daß meine einstige Aversion verblaßt ist.
Womöglich wird es noch zu einer willkommenen Beschäftigung im Freien?
Fuhr gestern eine Dame, die nach zwei Wochen ihren ersten Arbeitstag hatte. Sie klagte über die Regentage in ihrer zweiten Urlaubswoche. Ich meinte - mir hätte der Regen gut gefallen, wäre gerade richtig gekommen - denn so hätte ich nicht in den Garten gemußt .... perfektes Timing also, für mich jedenfalls.
Daraufhin meint sie - sie wäre froh, wenn sie einen Garten hätte.
Und ja - da hat sie völlig recht.
Ich kann wirklich froh sein - daß wir hier diesen Garten haben.
Und danke an die Dame - für diesen aufschlußreichen Nebensatz.
Hat eine Weile gedauert jetzt bei mir, zu realisieren, daß der Garten seit etwa einem Vierteljahr endlich friedlich begeh- und nutzbar ist. Das da keine Irren mehr hinter einem herstalken, sobald mensch sich draußen bewegt.
Wie schon geschruben - geht es auch den Pflanzen so, daß sie sich entspannt haben. Die wachsen, gedeihen und blühen - daß ich staune! Alle, die in den vergangenen zwei Sommern keine Blütemehr gezeigt haben - entfalten nun ihre volle Pracht.
Die Sache mit dem Rasenmähen - werde ich also ab jetzt zu meinem Hobby machen.
Es bleibt gerade an mir hängen - und ich nehm´s einfach mal als Geschenk.
Die einen Nachbarn sind in der Frühlingsfrische - und den Anderen hat´s schwer erwischt am Knochengerüst, schon seit ein paar Wochen und - wie meistens - sehr überraschend. Naja - seine Frau könnte ja auch mal ..... dachte ich noch. Aber so genau nehmen wir es hier nicht - mehr. Auch ein Segen.
Und dann traf ich diese - sie kam von sich aus dazu und half mit. Zu zweit geht es ratzfatz - wenn einer dieses endlos lange Kabel hält, ist es ein Kindelspiel. Nächstes Jahr - so ich noch hier weile - bekommen wir einen "Benziner" ... kabellos. Ich werde wohl noch Profi ....
Gesellig war´s also auch - und da draußen vorm Haus in Frieden beisammen sitzen zu können mit "normal-freundlichen, naürlichen Menschen" - jenseits von Arg - inmitten von sattestem Grün - ist wie Urlaub.
Meine beiden Hägsenschüsse im vergangenen Jahr - nehme ich weiterhin als Segen. Immerhin haben die mir gut spürbar aufgezeigt - wie schön es ist, sich (wieder) bewegen zu können.
Vergleichsweise - hat mich das Leben ja auch zügigst wieder rausgelassen aus der Nummer. Beim zweiten Abschuß gar in Windeseile - der war nach zwei Tagen schon wieder auskuriert. Und - hat mich zurück zum Jin Shin Jyutsu gebracht!
Das ist das beste Geschenk: Seit ich wieder ströme - kommen neue Lebensgeister und der Verstand mischt sich nicht mehr so arg ein in Angelegenheiten, die ihn nichts angehen. Der Körper nimmt es seligst an - und auch die Stimmung hat sich spürbar erhellt.
Ich kann sogar sagen, daß mir seit einigen Wochen meine Erwerbsarbeit wieder überwiegend Freude macht. Huch! Oder so, moderater: Es macht mir wieder weniger aus - und oft sogar Spaß. Das Salär ist seit der Wiederaufnahme des Strömens ebenfalls etwas in den Fluß gekommen - und an manchen Tagen staune ich, was mir die Menschen gerne freiwillig geben.
Kontrollgedanken wie "Nun mußt Du aber endlich was Anderes, Neues machen! (sonst bleibst Du stehen)" - lösen ich auf. Alles - zu seiner Zeit.
Immerhin hat mir die Limousinentätigkeit in den vergangenen zehn Jahren komprimierte Lektionen geschenkt - in vielerlei Hinsicht. Und mit einem gewissen, großzügigen Grad an täglichen Freiheiten. Gleichzeitig hat sie mir einige Engpässe kredenzt - die ebenfalls gemeistert werden wollten. Besonders aber hat sie mir viele Erkenntnisse über mich selbst geliefert. Oft im Spiegel der Fahrgäste.
Wenn was Neues kommen will, gerne. Kommt es aber nicht - auch gut. Ich "tue nichts mehr" - außer strömen - und dabei tue ich ja nichts. Es ist vielmehr ein "Geschehenlassen". Und das ist im Grunde nichts Anderes - als das richtige Leben auch. Was getan werden will - wird getan. Was seingelassen werden will - dito.
Einstige Albträume haben sich verflüchtigt - eine Wohltat. Muß nicht mehr nachts weiterfahren im Traume. Schlafe oft wieder durch - statt um Punkt drei zur "Leber-Galle-Zeit" aufzuwachen. Einfaches Halten des Mittelfingers ... erfreut diese Körper-Mitbewohner und läßt sie entspannen.
Ganz sicher trägt die vorübergehende monetäre Unterstützung zur aktuellen Entspannung bei. Das ist viel wert! Und auch die freundliche Aufforderung - mich für einem Call-Center-Job zu bewerben - hat Gutes beigetragen: Die plötzliche, blitzlichtartige Erkenntnis - daß ich meinen Job im Grunde doch sehr gerne mache! Huch? Ist aber tatsächlich so - jedenfalls manchmal - nicht immer.
Am Wochenende fahre ich vier recht betrunkene, aber freundliche, fröhliche junge Männer. Der neben mir fragt mich - ob ich den ganzen Tag solche Typen fahren müsse? Ich schaue ihn sehr ernst an und nicke.
Wie manches Mal in solchen Konstellationen - bietet mir einer an, seinen Kumpel über´s Wochenende mit nach Hause zu nehmen - bzw. Geld dafür, daß ich den wieder mitnehme und irgendwo aussetze, wenn sie am Ziel sind. "Das wird teuer" - ist mein Kommentar.
Eine feine Freiheit in dem Beruf: Es gibt viel Raum zum Frotzeln und für Späße. Und für vieles Andere - was menschlich ist.
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