Dienstag, 3. Juni 2014

Kurz, knackig, praktisch .... und: Etwas verschenken

Hier ein Redner namens Tim - auf der letzten Mahnwache in Berlin.
Er bringt Wesentliches in aller Kürze auf den Punkt:
Jede(r) kann sich einbringen - wenn er/sie möchte.

Was heutzutage immer "Vernetzung" genannt wird -  hieß früher mal "Nachbarschaftshilfe", Freundschaft oder einfach Freundlichkeit, Austausch u.v.m. Egal, wie es heißt - es ist sehr praktisch, jeder kann was beitragen und es kostet kein Geld.

Der Redner namens Tim geht hier mit gutem, praktischen Beispiel voran - und bietet an, Fahrräder zu reparieren neben der Bühne - einfach so, weil er es kann!

Mich freut dieser frische Wind - ich hatte mich selbst schon oft im Leben verschenkt - ohne etwas dafür zu bekommen. Bis ich dachte: Du machst was verkehrt in dieser "Ordnung". Du bekommst weder Geld noch Anerkennung noch sonstwas dafür - während Andere sich ihre Taschen vollmachen - womöglich für weit weniger. Also: Laß es sein ab sofort!
Gemäß der alten Redensart "Was nichts kostet - ist auch nichts wert" - erfuhr ich keine Anerkennung - und oftmals nicht einmal Glaubwürdigkeit.
 
In den vergangenen Jahren hat sich das geändert - und ich finde mich manches Mal sehr erstaunt in solchen Situationen wieder - wo die Menschen sich gerne zu meiner Überraschung bei mir bedanken für eine gute Antwort oder einen guten Tip.  Oder einfach - vielleicht am Schönsten - für die gute zusammen verbrachte Zeit.

Sowas wie Wertschätzung kommt mir oft entgegen - und ich lerne - diese gerne anzunehmen, besonders, weil ich sie gar nicht erwarte. Jedoch merke ich: Sie ist eine wichtige Zutat und die nötige Würze - wenn mensch immer noch bereit ist, sich hier und da - wenn auch inzwischen etwas umsichtiger - zu verschenken mit dem, was er bei sich, in sich und/oder gelernt hat.

Es hat sich von selbst gewandelt - und wahllos "Perlen vor die Säue werfen" einst - war wahrlich nicht hilfreich.
Sich aber gegenweitig austauschen - also nicht etwa überwiegend einseitig "rausgeben mit offener Hand" - ist eine Freude und macht einfach Spaß. Und so freut es mich - daß viele Menschen gerade die Freude daran wieder zu entdecken scheinen.
  
Dieser "Vorgang" erfolgt auch nicht etwa 1 zu 1 - sondern im steten Fluß, so er nicht gebremst wird. Ich gebe hier und da, was ich gerade zu geben habe - und woanders empfange ich vielleicht dafür unverhofft etwas.
Hier und da gebe ich Geduld und Aufmerksamkeit, auch Praktischeres .... und bemerke: Es macht einfach Freude. Manchmal ....
Und dann - wenn ich es gar nicht erwarte - kommt plötzlich ein ganz anderer Mensch - und beschenkt mich - auf seine Weise. Zu verlieren gibt es dabei nichts. Und manches Mal können Momente der Freude gemehrt werden auf diesem Planeten. 

Gemäß einem anderen alten Spruch, der da etwa sagt: Das Einzige, was sich durch Verschenken und Verströmen vermehrt - ist die Liebe.

Ich habe den Eindruck, diese Menschen auf den Montagsmahnwachen - sind auf einem sehr guten Weg.
Sich einfach mal verschenken - ohne etwas dafür erhalten zu wollen - also einfach, weil mensch es gerade kann - ist m.E. eines der kräftigen Elixiere im Leben.

Aber - wie schon geschruben; Nicht etwa Perlen vor solche Säue werfen, die es nicht zu schätzen wissen und gar noch mit Füßen treten! Da habe ich im Laufe der Jahre gelernt - auch sehr geizig zu sein.

Banales Beispiel - fast täglich erlebt: Jemand kommt zu Dir auf der Straße und fragt Dich was. Limousinenleute werden ständig irgendwas gefragt ..... besonders die, die entweder gerade vor der Limousine stehen - oder endlich mal ein feines Nickerchen machen oder gerade mal in Ruhe was essen wollen.
Mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit werden die üblichen Säue nicht etwa einen Kollegen fragen - sondern an Dein Fenster klopfen, um Dich zu wecken oder beim Essen zu strören. Das lernt sich alles. Und auch die passenden Antworten - schlicht wie "Ich esse gerade!" - dazu ein scharfer Blick -und schon ziehen sie sehr beleidigt wieder ab.

Gibst Du - draußen herumschwirrend - die richtige Antwort - so werden Dir viele nicht einmal zuhören, bis Du den Satz zuende gesprochen hast, sondern gleich einhaken und sich mit einem "Aber ....?"  zu erkennen geben. Dann weißt Du schon: Das ist wieder so eine komische Type - die vorgibt, eine Frage zu haben - aber die Antwort dennoch besser zu kennen glaubt. Da brauchst Du Dir keinerlei Mühe geben - den kannst Du getrost (auf sich selbst) auflaufen lassen!

Gestern wieder so ein Vogel mit einem "aber ...." und meine neuerdings sehr ruhige Antwort: "Sehen Sie - es ist, wie ich Ihnen sage." Er hat´s dann gesehen und begriffen.

Neulich kommen zwei fremdländische Vögel am Halteplatz ausgerechnet zu mir - etwa sechs Autos stehen dort mit männlichen Kollegen - um mich nach dem Fahrpreis zum hiesigen Haupt-Puff zu fragen - und nach Modalitäten innerhalb des Lokals. Das ist schon wieder zum Piepen - wie soll ich das wissen? Bin ich da vielleicht Kundin? Dennoch zufrieden mit der Auskunft - dackeln sie wieder ab - und ich berichte es einem Kollegen - wie lustig die Leute doch drauf sind.

Frauenfragen - sind nochmal extra speziell.
Die Dame, der ich kurz die gewünschte Auskunft über die Straßensperrung an diesem Tage gebe - scheint dennoch nicht zufrieden zu sein mit einer kurzen, präzisen Auskunft. Gut - sage ich gleichgültig - dann fragen Sie doch meine Kollegen. Tut sie - und kommt zurück, um mir zu sagen: "Sie wissen es am besten. Danke." Ja - wußte ich ja ....

Eine junge Frau fragt mich was - ich erkläre ich genau, wie sie an ihr Ziel kommt, fußläufig - nach etwa 20 Minuten steht sie wieder an meinem Fenster und meint: Ich habe es nicht gefunden, können Sie mir bitte nochmal helfen?
Ich erzähle es nochmal .... die will es wirklich wissen.

Und so geht das - Tag für Tag.
Wo kann man hier - dies und das und jenes ..... Wissen Sie, wo - und ob ...... und und und.
Wenn ich merke - daß de einfach zu blöd sind - helfe ich gerne. Wenn ich merke, daß die einfach zu faul sind - vielleicht. Wenn ich merke - daß die renitent sind - sage ich nur: Sie wollen es doch gar nicht wissen. Dann fragen Sie mich auch nicht!

Wenn wir für jede Auskunft nur einen Euro bekämen - würden wir erheblich besser verdienen. So wie Lucy bei den Peanuts .... Manchmal lachen die Kollegen schon, wenn sie die Szenen mitbeobachten und verdrehen die Augen.

Am meisten freuen sich oft ältere Menschen - wenn Du ihnen wirklich weiterhelfen kannst mit einer guten Info. Wie neulich - als ich einem Ehepaar sehr präzise weiterhelfen konnte. Die wieder gingen mit mehr Information als erwartet wieder von dannen und ich höre noch, wie  Er zu Ihr sagt: Siehst Du - da sind wir genau an die richtige Frau geraten.
So isses.

Heute habe ich viel mehr zu verschenken, als früher mal, als ich noch dachte, Höflichkeit und Freundlichkeit seien oberstes Gebot. Heute gibt´s auch schon mal sehr harsche Antworten bei Bedarf - oder gar keine mehr - die Palette ist bunter geworden. Und macht mehr Spaß. 

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