Donnerstag, 5. Juni 2014

"Freiwillige Selbstzensur" ab sofort - denn: Wer den eigenen Hintern nicht hochbekommt ....

.... wie ich bislang - und immer noch nicht selbst zu den Mahnwachen geht - der sollte auch nicht Andere kritisieren - die ihren Hintern hocbbekommen und auch noch viel Pfeffer drin haben. In diesem Falle also - werde ich drauf achten - von sinnfreier Kritik an anderen Menschen abzusehen. (Gilt aber nicht für Wahlen, die eh nichts ändern.)

Habe heute einen sentimentalen Tag - und könnte manches Mal heulen über die vielen reflektierten Menschen, die sich da wacker vor die Mikros stellen und reden. Viele zum ersten Male in ihren Leben. Besonders aber könnte ich heulen - darüber, daß bei mir gerade wenig Hoffnung aufkeimt, daß es eine echte und umfassende Veränderung bewirken wird. Oder so: Schlechte Tagesform - morgen sieht das alles schon wieder ganz anders aus. 

Inzwischen bekomme ich so eine Art schlechtes Gewissen - meinen eigenen Hintern noch nicht dahngetragen zu haben. Hoffe - es geht vielen ähnlich - und wir schaffen es dann doch noch in Kürze. Immerhin habe ich heute schon mal auf eine Mailbox gesprochen und nachgefragt, ob ich mir ggf Flyer abholen kann - zwecks Weitergabe an meine Mitmenschen. Alternativ dazu - schenke ich mir endlich einen neuen Drucker - und mache selber welche mit entsprechenden Hinweisen auf mehr Information. Womöglich sogar - die bessere Option.

Vernehme u.a - daß die 80-er-Marke geknackt worden ist am letzten Montag: Über 80 Städte - die meisten hierzulande, aber auch schon viele in anderen Ländern. Wächst also - leise und stetig.

Aus Köln höre ich u.a. - von wem diese Durchsage in der vergangenen Woche kam, die da laut über ein Mikro ertönte und behauptete "Montagsmahnwache - Antisemiten". Es war ein Straßenbahnfahrer der Kölner Verkehrbetriebe - der im Vorbeifahren je auf dem Hin- und dann wieder auf dem Rückweg derartigen Unsinn über die Technik in seinem Waggon herausrief. Wie mag der wohl drauf sein?  Ein Brief an die KVB ist auf dem Weg - dieser junge Mann hier liest ihn vor am vergangenen Montag.

Ich könne auch heulen heute - weil ich weit und breit keine Menschen sichte und höre auf diesen Montagsmahnwachen - die etwa "unbedarft" wären. Im Gegenteil. Und jeder einzelne - hat was ganz Eigenes einzubringen. Bei solchen Menschen - braucht es wahrlich keine selbsternannten "Spezialisten" - die vor irgendeinem Bücherregal (neulich noch einer in der Stadtbücherei - ein schlauer "Soziologe", der in der bereits hinlänglich bekannten Sendung "Kulturzeit" auf 3-Sat die Montagsmahnwachen runterzureden bemüht ist, hahaha ....) abgefilmt werden, um deren vorgebliche Kompetenz zu unterstreichen.  Das ist - ungewollte Real-Satire - der feinsten Art!

An solch einem sentimentalen Tage aber - könnte ich auch heulen über diesen erneuten Krieg - der da in der Ukraine immer übler wird und über die vielen völlig unschuldigen Menschen, die darunter zu leiden haben oder bereits getötet wurden - für die Pfründe der Immergleichen. Nützt denen aber auch nichts - rein pragmatisch - wenn ich hier - sehr komod - meinen eigenen Frust über die Welt bedaure, wie sie - immer noch - ist.

Kurz: Respekt - für alle, die sich da einbringen schon seit Wochen. Für alle - auch für die, die mir vielleicht persönlich nicht so liegen. "Gewohnheitsmäßiges Rumkritteln" ist hier nicht angebracht. Und über meine subjektive "Gruppen- und Massenphobie" - denke ich nochmal nach morgen. Im wieder Hellen.

Hier spricht einer namens Dieter in Hamburg - und zitiert u.a. aus einer trefflichen Rede von Howard Zinn, in der es um "zivilen Ungehorsam" geht - weil die Welt auf dem Kopf steht. Sehr hörenswert - wie viele andere auch.

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