Dienstag, 11. Februar 2014

Gefühlte zwanzig ....

.... immer noch. So ein Hexenschuß - kommt da schon mal quer im selbstgefühlten Empfinden. Und dennoch - danke für diesen - weil er soviel sortiert. Nichts Besseres -  als ein Hägsen-Schuss zur rechten Zeit!

Unter den vielen Menschen, die meine Fahrdienste in der vergangenden Kalender-Dekade in Anspruch genommen haben - fanden sich immer wieder einige wenige erfrischende Ausnahmeexemplare - die ebenfalls höchstens "Zwanzig" waren - vom Naturell her. Auf dem kalendariums-gemäßen Papier mochten sie vielleicht 75 ode 85 sein - aber im Herzen waren sie Zwanzig.  Und genau das - strahlten sie auch aus.
Neben den Kindern - meine erklärt liebsten Fahrgäste!

Unschuldig wie die Kinder - im Sinne von frisch und neugierig - geblieben - über all die Jahre. 
Menschen - die ihr Leben genießen und alles, was ihnen an Abenteuern beschieden ist.
Menschen - die dankbar sind - für alles - was sie lernen dürfen.
Beurkundetes Alter spielt hier keine Rolle - alles, was wichtig ist - ist eine eigene, gegebene Lebendigkeit.
Und da haben mich schon manche "Zwanzigjährige" beeindruckt in der Limousine einst.
Die älteste "Zwanzigjährige" hatte immerhin über 100 Jahre auf dem Papier bescheinigt bekommen - als ich sie zu einem geselligen Ausflug  bei ihrer Freundin fuhr.

Ja - das sind die guten Momente - wenn mensch sich begegnet. Sich spiegeln darf in denen, die wissen, daß das Leben eine Reise und ein Abenteuer ist - und kein Elend.

Wenn dann so eine Zwanzigjährige einsteigt - die auf dem Kalendarium über Hundert sein soll - ist es ein recht erhebender, vielleicht gar feierlicher  Moment!

Ja - immer wieder sind es sehr erhebende Momente - wenn die scheinbar Alten einsteigen - die sich nie haben älter machen lassen - als sie im Herzen sind. Deren Augen höchst lebendig funkeln - und die sich von nichts und niemand verarschen lassen.

Diese Begegnungen - sind allerdings eher rarer - und damit umso wertvoller - und wahrlich golden!
Die Kollektivität ("Tollität" heißt das im Karneval) - ist eher verzagt und resignativ. Nicht lustig oder gut gelaunt.
Sie weiß gut - das Leben zu verurteilen, zu bemängeln und zu kritisieren - in Grund und Boden zu stampfen.
Sie sieht keinen frischen Sonnenaufgang mehr - weil sie irgendwann die Schönheit aus niederen Gründen ausgeblendet hat für´s eigene Leben. Also so etwa: Das Wetter ist immer nur Scheiße! Und das Leben auch.
Und immer - sind die Anderen schuld.

 Die Mehrheit der Menschen - ist so unterwegs. Bzw. die Mehrheit der Fahrgäste. Und immer wieder - ist es für mich ein Übungsfeld - bei mir zu bleiben.
Ich wäre - scheinbar - gerne - schon lange ausgestiegen - um mir den ganzen destruktiven Scheiß nicht mehr länger anhören zu müssen.
Aber stimmt das so?
Ich bin immer noch da - und sortiere immer noch diese ganze Scheiße.

All diese Ewig-Nörgler und Frustrierten, Demotivierten - haben mir also eine Menge beizubringen - über mich selbst. Und über all das - was auch ich einst fressen sollte - schon mit der Muttermilch.

Nein - ich bin nicht mehr gerne dort  -in diesen Sphären der unzähligen "Lebensopfer".
Sie nerven einfach oft - mit ihrem sinnfreien Gejammer.
Auf manchmal sehr hohem Niveau.
Machmal finde ich mich quasi "rest-opfer-aggressiv" wieder und würde den einen oder anderen gerne einfach nur noch anschreien und durchrütteln ... und dann fragen, ob er/sie denn lieber so einen stumpfsinnigen Job für ein lächerliches Salär weit unter "Mindestlohn" machen würde - wie ich es gerade tue ?!!!
Ja? Wollen Sie wirklich und gerne - sowas lernen für Ihr Leben?
Dann - tun Sie es - sofort und jetzt.
Was es dafür braucht - ist viel Gottvertrauen ....
 
Aber - und - ich bin ihnen auch dankbar. Immerhin haben sie mir - neben anderen Geschehnissen im Leben - meine eigene, sinnlose "Opferneurose" gut aufgezeigt!
Dafür also - danke!
Jeden Tag lerne ich dazu.
Einfach - happy - zu bleiben.

Und jetzt lerne ich nochwas ganz Anderes ...
und das haben mir all diese Bitteren, sich-selbst- krankmachenden auch - u.a. - gezeigt ....
oder so:
Ich weiß es eh - aber ich war so konditionert - daß ich immer dachte -
ich müßte es auch auf den Straßen - im richtigen Leben also - alles von der Pike auf  lernen ....
und dazu noch für Andere da sein.
Völlig verrückt eigentlich - und genug damit!
Die erste Kinderstube waren die Ahnen.
Und alle Unglücks-Neurosen.
Dann - ging ich in die Welt hinaus - um das alles zu studieren und zu untersuchen.
Auf den Straßen eben  - da, wo alles vorbeikommt.
Habe mich oft "vertan" - um an meine eigene Kraft zu kommen.

Heute - soll dieser Tag einfach all den frischen und jeden Tag neugeborenen, gefühlten "Zwanzigjährigen" gewidmet sein  - die ihr und das Leben lieben.

Es ist so - und einfach: Ich bin glücklich!

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