... seit ein paar Wochen: Erst mal wohltuende Fango und ebensolche Massage beim Fachmann im Dorf - der macht das schon seit dreißig Jahren, donnerwetter - immer frühe Termine, wegen "Carpe diem" .... und im Anschluß zum Gemüseladen ums Eck, mal schauen, was gerade wächst und feilgeboten wird. Und dort den Wochenvorrat einholen.
Schluß mit dem Zeugs aus den Discountern- wie manches Mal doch aus Bequemlichkeit geholt einst, so ich nicht in der Kolonie auf dem Markt war - und das gute Geld lieber dem freundlichen Typen im Gemüsegeschäft gebracht - gegen beste Ware aus der Region!
Im Preis inbegriffen immer eine freundliche Begrüßung und ein Gespräch über das Obst und Gemüse und die Höfe, von denen er es bezieht.
Der kann Dir zu jedem Gemüse genau erzählen, wo es herkommt und wie die Leute, die es anbauen so drauf sind.
Meist sind es alteingesessene Familienbetriebe, die schon über Generationen das Land bestellen und keinerlei Ambitionen haben, sich an die scheinbar "großen Geschäfte" mit den Discountern zu verscherbeln, weil sie einfach noch wirklich Wert auf gute Qualität legen.
Der Gemüseladen-Mann, ein ehemaliger LKW-Fahrer, kann mir viel erzählen, was ich noch nicht weiß. Einer, der sein Geschäft von Herzen und aus Überzeugung betreibt.
Heute will er mir bereits das dritte Mal von seiner Empörung darüber berichten, daß hier in der Gegend jemand Eier aus China bewirbt ..... ich sage ihm, daß weiß ich schon. Zu den zwei Sorten Eiern, die er in seinem Laden feilbietet, kann er mir vermutlich sogar die Namen der Hühner sagen. Und so sehen die auch aus, diese Eier - wie von glücklichen Hühnern. Kein Vergleich mit dem Zeugs aus den Discountern.
Wenn der einmal angefangen hat, zu erzählen, hört er kaum wieder auf - und ich denke: Das Gemüse freut sich über soviel Begeisterung. Man kann es richtig schmecken!
In der Nacht hat er den Laden neu gestaltet - Tresen umgestellt und neue Regale eingebaut. Wie uns das jetzt gefallen würde? Gut - ist besser begehbar, viel mehr Raum. Muß nur noch "verhübscht" werden - mit fröhlichen Farben.
Tatsächlich ist es so - daß es eine große Freude ist, bei jemandem einzukaufen, der wirklich mit Liebe arbeitet. Und ich wünsche ihm gute Geschäfte - natürlich auch aus Egennutz. damit auch mir der Laden erhalten bleibt.
Bin nicht die Einzige, die dort am Morgen einholt und sehe - es scheint ganz ok zu laufen.
Obwohl - oder vielleicht weil - der Laden gleich gegenüber von einem dieser Mega-Discounter gelegen ist. Wo vermutlich doch manch einer mal lieber über die Straße geht, um hiesige, frische und knackige Äpfel mitzunehmen - statt importierte, in Platikfolie verschweißte aus Neuseeland.
Hole heute auch ein paar Champignons bei ihm - und freue mich schon beim Anfassen dieser fröhlichen Champignon-Köpfe, die noch quietschen vor lauter Frische. Überhaupt kein Vergleich zu den toten aus den großen Läden ... wie mir neulich auf dem Markt schon auffiel - die waren so frisch und fest und quietschend - und brauchten in der Pfanne eine ganze Weile, bis sie überhaupt mal Farbe annahmen.
Der Gemüsemann im Dorf kauft in etwa bei den gleichen Höfen, wie die Marktleute in der Kolonie, bei denen ich am liebsten die frischen Pflanzen einhole. In beiden Fällen bei solchen Menschen, die gerne mitteilen, woher alles kommt, und die sich gut auskennen mit dem, was sie da feilbieten.
Habe mir gerade eine köstliche, rote Kartoffel empfehlen lassen, "Eine für alles", von der netten Frau auf dem Markt - und die gleiche gibt´s hier im Dorf beim Gemüsemann. Jetzt weiß ich, daß die 93-jährige Großmutter auf dem Hof am Kartoffelband sitzt und diese fein aussortiert .... also immer noch eingebunden ist ins lebendige Geschehen und eine sinnvolle Tätigkeit ausübt. Eine Frau, die ihr Leben lang feines Obst und Gemüse angebaut hat.
Übrigens - freue ich mich heute morgen schon mit dem Gemüse-Freund über eine formidable, frühe Spargelsaison! Und lasse mir gerne von ihm einiges zum Thema Spargel berichten .....
Gehe dann mit zwei Taschen voll mit fröhlichem, liebevoll besprochenem Gemüse - für 14 Euro. Das ist ja wohl nicht teuer für eine ganze Woche. Dazu weiß ich genau - wem ich - gerne! - mein Geld gebe.
Während des Einkaufs finde ich mich regelmäßig in bester, freundlicher Gesellschaft.
Das ist einfach - ein rundum guter Tausch. Einer, bei dem oft noch ein Austausch stattfindet. Wo es noch "Zeit" gibt und auch gerne gelacht werden darf.
Und so einfach geht das - die Freude im Herzen kräftig anzudrehen!
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