.... waren meine Vorfahren oft heimatlos. Ehemals mußten sie von Frankreich aus flüchten - jedenfalls die eine Linie - und landeten im Osten. Später mußten sie aus dem Osten flüchten und landeten an verschiedenen Orten. Mußten oft umziehen - bis sie mal irgendwo eine Weile bleiben konnten.
Im Grunde waren die Zeiten, in denen sie sich mal niederlassen konnten, nicht allzu lang.
Das sieht man leicht, wenn man sich mal drei-, vierhundert Jahre aus der Adlerpersektive anschaut.
Am Boden - in der scheinbar schweren, unbeweglichen Materie - ist das nicht immer gleich zu sehen.
Guckt mensch mal von oben, sieht man, wie sich alles ständig wandelt.
Verrückt eigentlich - daß die ehemaligen Franzosen sich später für deutsch halten .... und derart - verblendet und verblödet - in zwei Weltkriege zogen. Mit Verlaub und ohne Schnörkel gesagt.
Und verrückt diese alberne aktuelle mediale Parole "Die Deutschen sterben aus."
Immerhin ist das hier immer noch das Land mit der mit Abstand größten Bevölkerungszahl in Europa.
Und selbst, wenn es nur noch halb soviele Deutsche gäbe - wären das noch eine ganze Menge.
Aus der Adlerperspektive - alles ein Witz ....
Und die Menschen seit ewigen Zeiten umherziehend in der Welt.
Plötzlich ist mir auch gut verständlich, warum ältere Menschen so gerne 40, 50 Jahre in der gleichen Wohnung bzw. am gleichen Ort bleiben. War mir gar nicht so klar vorher.
Bei Buddhistens einst sagte mal ein Kollege zu mir: "Du wirst auch noch lernen, daß Du kein Zuhause hast."
Ich ärgerte mich kurz über einen so blöden Spruch. Aber ganz unrecht hatte er nicht. Das hier - ist halt eine Reise. Und eine Wohnung mit ein paar Möbeln drin - ist ja nicht wirklich ein Zuhause. Was ein Zuhause ist - muß wohl jeder für sich selbst herausfinden. Bzw. - ob es ein solches überhaupt gibt.
Auch Identitäten sind flüchtig. Eine zeitlang kann mensch mal Mutter oder Vater sein, sich über einen Beruf definieren oder wie soviele es tun, über den Zufall seiner Geburt. Bis die Kinder dann aus dem Haus gehen, der Beruf wegfällt und er/sie plötzlich als "Europäer" oder sowas definiert wird. Eine angenommene Identität - kann also auch kein langfristiges Zuhause sein. Auch nicht "Werte" oder "Weltsichten" ... die wandeln sich ebenso im Laufe der Zeiten.
Wie geschruben - von oben und mit ein bischen Abstand betrachtet - recht leicht zu sehen. Und der Kollege mit seinem kurz ärgerlich-klugem Spruch einst - scheint recht zu behalten.
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