Mittwoch, 29. Januar 2014

Widerstand sinnlos ...

... die Baustelle vorm Fenster ist nun in vollem Betrieb. Heute nehmen sie das Dach runter - geht schnell. Mein Wunsch, sie mögen doch nicht aufstocken - scheint nicht angekommen zu sein, da steht ein großer Kran, der schweres Zeug nach oben hebeln soll. Naja - so ist es halt .... Widerstand ist zwecklos. Es bleibt eh nichts, wie es war - und vermutlich ist gerade das ein Segen. Immerhin stören die mich nicht im Schlaf - das ist schon mal Gold wert. Und rüberglotzen tun sie auch nicht - nur ich glotze rüber manchmal, um zu sehen, was passiert.

Die chinesische Ärztin hat mich heute wieder fachfraulich genadelt. Ich bat sie, auch den Oberschenkel mitzunadeln, da sitzt immer noch der Krampf vom Hexenschuß drin. Sie tat es sofort - und es wirkt. Sogar tiefgehend. Phantastische Angelegenheit, diese Akupunktur. Also die "richtige" - wie sie es einst nannte. Bei der richtigen wird auch mit Stromimpulsen gearbeitet - sehr interessant. Gut, daß sie mich heute gar nicht erst fragte, wo der Schmerz säße - es war nämlich keiner da heute. Die ganze Geschichte ist eh ein "Wanderschmerz" - mal mehr, mal weniger - mal mehr hier und mal mehr da. Und manchmal auch schon verschwunden.
Einstweilen lasse ich mir gerne helfen von kundigen Menschen - was den Energiefluß betrifft - obwohl ich im Grunde weiß, daß das alles eine seelische Ursache hat.

Mit einem feinen Menschen sprach ich heute - u.a. über den milden Winter. Wir sind sehr zufrieden mit diesem - und stellten nochmal fest, daß das im Grunde nichts Ungewöhnliches ist in dieser Gegend. Das hatten wir viele Jahre lang - das kein Schnee fiel oder nur sehr wenig, und dieser blieb nicht liegen. Erst in den vergangenen Jahren gab es überhaupt mal wieder Schnee in der Kolonie und den Gegenden drumherum. Entgegen sovieler Unkenrufe und Erwartungen auf einen doch noch kommenden "Wintereinbruch" hier - wünschten wir uns schon mal einen schönen Frühling.

Ja - Widerstand ist sinnlos. Merke ich heute mal wieder - nach der "richtigen Akupunktur", die alles in einen weichen, friedvollen Fluß bringt. Fühlt sich an, wie in Samt und Seide gehüllt. Als Sahnehäubchen noch ein warmes Bad obendrauf .... und später köstlichsten "türkischen Spinat", erstmals auf dem Markt der Kolonie erstanden aus reiner Neugier, der lag da meterhoch aus an allen Ständen - mit knirschfrischen Champignons und Reibekuchen.

Auf dem Weg noch beim hiesigen Gemüseladen eingebremst und feinen Grünkohl eingeholt für morgen. Hiesige. lachende Kartoffeln. Und Eier von glücklichen Hühnern. Aus purer Faulheit, Bequemlichkeit und/oder Erschöpfung habe ich manches Mal hier geschludert und  in großen Discountern eingekauft - bei den letzt erworbenen Eiern dort hätte ich mich fast übergeben .... obwohl da "Bio" draufstand. Netter Typ im Gemüseladen, gut gelaunt und bodenständig. Ratzfatz kommt das Gespräch auf eigentliche Unmöglichkeiten - wie z.B. Brotpreise in den Discountern. "Da kriegen Sie nicht mal das Mehl dafür eingekauft - geschweige denn die Eier - und das noch jemand seinen Lebensunterhalt von seiner Arbeit bestreiten kann." So isses - recht hat der Mann.
Als er den Grünkohl-Strunk in eine Tüte packen will, meine ich: Ne, lassen Se mal, den nehme ich so. Er würde ihn mir auch gerne als Blumenstrauß einpacken, sagt der. Und ich denke - ja, so wertvoll wie dieser feine Grünkohl ist, hätte er es auch verdient!

Vor dem Laden gibt es jede Menge hiesige Äpfel. Nein - es macht keinen Sinn, Äpfel aus Neuseland einzukaufen. Oder Kartoffeln aus Ägypten. Oder aufgebackene Brötchenteiglinge aus China. Ach ja China - da erzählt der mir noch, das die Discounter inzwischen sogar Eier aus China verkaufen .... vielleicht war mir deswegen fast übel neulich bei diesen Eiern?!  Also nach dem Aufschlagen und Sichten des Inneren ...

Einstiger LKW-Fahrer - der auch noch was von Touren einst, z.B. nach Tunesien berichtete. Auf der Rücktour hat er diese T-Shirts aufgeladen - die hier für zwei Euro zu bekommen sind.
Sein Gemüseladen befindet sich gleich gegenüber von einem großen Discounter - und ich werde, so ich nicht frisch auf dem Markt eingeholt habe, von nun an öfter reinschauen.  Zumal er auch noch ungefragt über seine hiesigen Bezugsquellen gesprochen hatte. Klingt alles sehr gut. Klingt nach Freude.
 
Denke heute wieder - es geht mir sehr gut. Nur - manchmal vergesse ich es. Besonders dann vergesse ich es - wenn ich mal wieder zu sehr in einer "männlichen Welt" unterwegs bin. Und einen langen Tag lang eine Tätigkeit ausführe - die ich gar nicht mehr wirklich tun will - hier: Maschinen lenken.

So ist das mit den Wechseln im Leben - und in den Wechseljahren: Es braucht viel mehr "weibliche Energie" jetzt - als in früheren Leben. Sanftheit, Sanftmut ... alles Sanfte eben.

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