Der Start aus dem Urlaub in die Limousine war - einfach nur Scheiße.
Erst drei Stunden in die Werkstatt zu Daimler - sehr nette Leute, aber die zahlen ja nicht meine Miete - und die erste Fahrt um halb Zwölfe statt in der Früh, einmal vom Friseur ums Eck für etwa 5 Euro.
Der ganze Tag sehr schweigsam - im Einvernehmen mit den Gästen. Freundliche Begrüßung, freundlicher Abschied - aber sonst Ruhe im Karton. Soweit das Positive.
Gestern etwas besser, morgen ist Möbelmesse und das machte sich schon bemerkbar.
Ja - gestern war´s ganz gut - und vor allem sehr "gesellig". Hatte mir morgens "spontan" Johanniskrautöl-Kapseln besorgt, die sind gut für Durchlichtung von innen. Und am Nachmittag staunte ich über meine eigene Redseligkeit. Vermutlich akuter Johanniskraut-Schub .... Scherzte mit ein paar Leuten ausgiebig über die "Stadtplanung" - die offenbar keine ist. Der jüngste Schilda-Streich hier war ja, daß die neue U-Bahn unterm Dom abbremsen muß, weil der wackelt, wenn die zu schnell fährt. Das gibt es wohl sonst nirgendwo.
Ein sehr sympathisches Paar aus Norddeutschland fiel mir in den Innenraum - "gute Fahrt" für mich, so ich sowas überhaupt noch behaupten möchte in dem maroden Gewerbe. Jedenfalls hatten wir etwa 20, 30 Minuten Zeit für ein Gespräch, welches sich zügig ergab.
Nein - Norddeutsche sind überhaupt nicht wortkarg - im Gegenteil. Das ist ein Gerücht - und der Mann meinte, daß soll auch so bleiben, damit nicht allzuviele Menschen in Ostfriesland einfallen und die Beschaulichkeit dort durcheinanderbringen.
Die Frau meinte - sie fände es fürchterlich in der Stadt - viel zuviele Menschen. Ich stimmte gerne von Herzen zu. Gilt übrigens für weite Teile des viel zu dicht besiedelten hiesigen "Bundeslandes". Selten hast Du irgendwo mal eine Insel der Beschaulichkeit. Und in der Kolonie ja schon gar nicht ....
Schnell waren wir im Gespräch wieder im weitläufigen, seelentrostspendenden Norden - und ich hörte mich sagen: Da will ich gerne noch hinziehen im Leben - da hat es mich schon immer hingezogen. "Dann tun Sie´s - jetzt" sagt die Frau daraufhin.
Woran es hapern würde? Nun - ich schiebe einige Argumente und (alte) Geschichten vor, zuvorderst natürlich die existenziellen Faktoren - aber sie läßt die alle nicht gelten. Gut so! Ganz in meinem Sinne. Ein feiner, blankpolierter Spiegel - für Ausreden, die alle nicht wirklich wichtig sind, wenn etwas wirklich sein will. Und ich selbst gehöre ja auch zu denen, die es gar nicht mögen, wenn jemand ständig ein "Ja, aber ...." vor sich herträgt.
Schnell kommen wir drauf - daß wir einiges gemeinsam haben - zuvorderst unsere Begeisterung für "Jin Shin Jyutsu" und andere sanfte Heilweisen - zuvorderst für "Selbsthilfe". Im Gespräch werde ich freundlich vom Leben an Einiges erinnert, was ich gelernt habe - und was durch diesen schlechten Limousinen-Trip brachliegt. Die beiden muß der Himmel geschickt haben - als im Außen ergänzende, freundliche Erinnerung. Und die beiden sagen das sogar so - das wäre wohl kaum ein Zufall, daß sie ausgerechnet in meinem Taxi gelandet wären.
Ist es wohl nicht - und ich freue mich über eine derart angenehme Begegnung. Und trockenen friesischen Humor vom Mann.
"Gesprächsschnittstelle" war Papenburg. Da war ich mal ... war ja eh oft da oben, und immer gerne. Vielleicht ist ja Papenburg ein Zauberwort? Mal ausprobieren ....
Da hat der Mann ein Konzert von "BAP" gehört - als Vorgruppe vom alten Mikrophon-Krampfer Joe Cocker. Und er war begeistert! Was denn der Nideggen so machen würde jetzt, nach dem Schlaganfall? Oh - dem geht´s wohl wieder ganz gut ... Aber lachen muß ich - er würde doch kein Wort verstehen von dem kölschen Genuschel des Herrn Nideggen. Denn - dat versteh isch ja nisch mal alles, wat der da singt. Wär egal gewesen - wegen der guten Atmosphäre ....
Tja - plötzlich also wieder Sehnsucht nach Papenburg bzw. dem weiten Norden mit den fliegenden Wolken. Und nach der rechten Brise.
Und: Brise reimt sich gut auf Krise ....
Heute dann - Komplettausfall. Nach fünf Stunden habe ich zwei Fahrten und einen Umsatz von nicht mal zwanzig Euro. Die Hälfte davon ist mir - abzüglich "Sozialabgaben" (hallo? wat soll mensch denn da noch von abgeben ...)
Ich entscheide - daß das entwürdigend und zutiefst unsinnig zermürbend ist - und höre auf. Rufe den Geschäftspartner an und teile ihm das mit - für den Fall, daß der mir unbekannte Nachtfahrer früher übernehmen möchte . Und - daß es so nicht weitergeht mit den Wochenendschichten - jedenfalls nicht für mich. Muß mal drüber schlafen .... wenn das für ihn nicht ok ist, kann er mich ja feuern. So - geht´s aber nicht mehr weiter.
In der Tat - ist es entwürdigend, morgens um sechs oder früher aufzustehen für ein solches "Erfolgserlebnis". Es ist sehr entwürdigend, für ein "Stundensälar" von vielleicht 1,80 Euro draußen zu sein auf häßlichen, lärmenden Straßen und in Gegenden, in die Du freiwillig gar nicht gehen würdest. Es ist entwürdigend - jeden Tag nichts weiter tun zu können, als abzuwarten .... sagt mein Mars. Und der ist stinkwütend. Wobei ich ihm nur völlig Recht geben kann!
Allerdings wende ich auch ein: Mein lieber Freund - Du hast Dich verändert! Früher mal warst Du es doch - der auf Teufel komm raus diesen ganzen Schwachsinn durchgezogen hat - bis zum bitteren Ende und so oft weit darüber hinaus! Nie hat ein "8-Stunden-Tag" gereicht - es mußte nach der Arbeit noch abends studiert werden auf der Uni - und dann noch zuhause weitergelernt werden bis in die Nächte - oder bei Buddhistens locker eine 80, 90-Stunden-Woche runtergerissen werden - alles "freiwillig", ohne Salär - jederzeit bereit und verständnisvoll, falls einer in der Nacht noch was zu brauchen glaubt - oder einer an die Tür klopft. Selbst beim Trommeln - war nicht Ruhe, als die Hände bereits mit Tüchern verbunden und blutig gespielt waren.
Und jetzt - gibst Du ganz neue Informationen? Von wegen "entwürdigend" ... und vieles Andere mehr?
So wütend ist er - über seine relativ "neu-entdeckte" Entwürdigung, daß er morgens Galle spuckt und würgt vor Zorn.
Im Urlaub übrigens nicht. Da war auch Saturn im Lot - also das Knochengerüst. Und die Muskulatur war in Ordnung. Der Chiron hat´s mir auch mitgeteilt - was ich ja eh schon sehr erleichtert merkte die ganze Zeit.
Im Urlaub - oder besser während der dringend nötigen Auszeit habe ich ohnehin festgestellt - daß ich in keiner Weise krank bin - sondern sofort pudelgesund, sobald es mir gut geht. Was hier gleichbedeutend ist mit: Nicht mühselig und sinnlos beschwerlich einem Geld nachjagen, welches auf die Weise eh nicht kommt.
Habe also auch gleich mal diesen "Check-Up"-Termin abgesagt bei der chinesischen Ärztin. Den ersten hatte ich eh schon verpatzt - was ein gutes Zeichen von gesundem Widerstand war. Will ich nicht mehr .... daß irgendwelche Pillepalle-Blutwerte und anderes sinnfreies Zeugs untersucht werden. Ich will ein Ganzes bleiben.
Ein "EKG" brauche ich eh nicht - mein Herz schlägt bestens und immer noch wie ein einst bescheinigtes "Hochleistungs-Sportlerherz" - schön langsam .... auch bei potentieller Aufregung. Und meistens - zu meinem Bedauern - ganz ohne Sport ... besonders aber auch mit Sport. Also: Herz - bestens!
Alles andere auch.
Ich lasse mich also erst wieder "abchecken" - wenn es wirklich dringend sein sollte.
Akupunktieren: Sehr gerne! Das schadet nämlich nicht - und macht einfach ein paar Kanäle wieder frei. Den Rest - muß mensch dann selbst beitragen, mit Lebensart.
Und seit ich das alles - wieder - weiß - und über diverse Malesten drüber bin - habe ich viel gelernt. Oder so: Anhand der Malesten - habe ich viel gelernt. Auch vieles neu - was ich früher schon mal studiert habe - aber jetzt eben am eigenen Körper. Und Geist.
Trotz einem komplett beschissenen "Limousinen-Tag" - sind alle Knochen weich und durchlässig, wie lange nicht mehr. Trotz finanzieller Hürden (Berge?) - bleiben Knochen und Muskeln weich. Und so darf es sein.
Als bei meinem akuten Hägsen-Schuss noch der "Unternehmer-Kollege" meinte "ob das vielleicht psychosomatisch sei" - hätte ich ihn gerne erschossen - aber er hat völlig recht gehabt und behalten.
Ehrlich gesagt - das "Leben" in der Limousine ist ja schon lange tot - und abgeschlossen. Und ich weiß das - nicht erst seit gestern. Und ich weiß es - auch trotz manchmal wirklich noch lustigen, sehr lebendigen und ganz guten Tagen ... wie ich gestern einen erlebt habe mit den feinen Menschen. Allerdings - dafür lohnt es sich sicher nicht, den Mars weiter in einem Rahmen zu belassen, der schon lange viel zu eng geworden ist - und derart Galle kotzen zu lassen.
Begegnungen - lebendiger und angeregter Art - hatte ich immer schon auf allen Wegen und kann ich ganz sicher jederzeit auch als Fußgängerin irgendwo in der Wallachei in mir fremdsprachigen Gegenden und auch mit Taubstummen erleben. Kenne es ja gar nicht anders ...
Oder so: Diese stupid-sinnlose Warterei auf ein wenig Klimpergeld - jenseits jedes "Erfolgserlebnisses" - vergällt mir mittlerweile eher gründlich solche an sich potentiell goldenen Begegnungen. Gut - mich dran zu erinnern.
Und: Nordische Brise - statt Krise.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen