Freitag, 30. Dezember 2011

Hingeschmissen!

Heute habe ich hingeschmissen. Alle Zeit der Welt für mich zu haben - war mir zuviel geworden. Um 14 Uhr und ein paar Gequetschte hatte ich die Schnauze derart gestrichen voll, gestrichener habe ich es selten zuvor erlebt. Hatte von morgens halb Achte an ganze 3 Fahrten, davon zwei zu 4 Euro, insgesamt satte 21 Euro - und stand bereits über zwei Stunden am Halteplatz, an fünfter Stelle.
Hätte vielleicht noch auf 60 Euro kommen können in den nächsten fünf Stunden ... und beschloß, für dieses Jahr Feierabend zu machen.
Dem Geld nachzujagen (gewagter und absurder Begriff in diesem Fall, aber ein bischen Spaß kann nicht schaden im tiefen Fruste) ist mehr als sinnlos (zum ersten Mal fällt mir als Sinnbild für meine Un/Tätigkeit die Spinne ein ... werde mich damit befassen). Es kommt nur von alleine. Wenn Du einen guten Lauf hast - hast Du einfach einen guten Lauf. Und vice versa.
Übrigens - habe ich genau dies in diesem Jahr endlich gut gelernt: Es ist nicht meine "Schuld" oder mein "Fehler", wenn nichts kommt. Es liegt nicht an mir bzw. daran, daß ich mich vielleicht an die falschen Plätze gestellt habe. Jeglicher Gedankenstress diesbezüglich - ist vergeudete Energie und ein sinnloser, angelernter Reflex. Wenn die Bude brummen will, dann brummt sie auch in der Wüste!

Glücklicherweise, und ich wiederhole mich hier gerne, fahre ich ja für einen sehr netten Menschen, mit dem mensch durchaus reden kann. Ich mußte eh noch vorbei, zwecks Abrechnung. Also schilderte ich ihm die aktuelle Lage und vermeldete, daß meine Frustrationsgrenze für heute bereits weit überschritten sei und ich nun das Auto abstellen wolle. Bot ihm sogar an, ihn monetär zu entschädigen, denn er nimmt ja ebenfalls nichts ein. Wollte er aber gar nicht. Hat sogar Verständnis dafür. Das - macht meinen Tag wieder zu einem Glückstag. Ebenbso wie den gestrigen, an dem er meine Schichten für die nächsten Tage erfolgreich an jemand anders vermittelt hat. What a relief!
Habe dann wenigstens noch das Auto durch die Waschanlage gezogen und ein bischen gestaubsaugt, damit wenigstens etwas Sinnvolles geschehen ist heute auf der Limousine. 
Jetzt - bin ich platt. Vom Nichtstun (... vom Nichtstun können - manchmal in dieser Branche).

Heute sprach mich die zweite Fahrgästin gar auf den gestrigen Taxi-Protest-Korso durch die Stadt an, es stand groß auf der Titelseite des hiesigen Boulevard-Blattes und ich hatte es sogar schnell beim Bäcker gelesen, als die mir ein Brötchen schnierten heute morgen. Gestern abend habe ich mir extra die Regionalsendung dazu angesehen - und wurde überraschenderweise sehr rührselig. All die vielen, "gestandenen männlichen Kollegen", die auch oft nicht mehr weiterwissen, das war schon beeindruckend. Grenzüberschreitungen und Beleiidungen an der Tagesordnung ... ich schrieb ja schon einiges hierzu, immer mal wieder.Besagte Fahrgästin meinte auf meine Schilderungen hin "Ach - jetzt verstehe ich, warum manche gar nicht reden!" Ich erwidere "Ich rede auch schon lange nicht mehr mit jedem." Sie hatte schließlich ein echtes Interesse geäußert.

Laut Polizeistatistik ist die Zahl der Überfälle auf Taxileute nicht gestiegen in 2011 - aber die Stimmung wird immer angespannter, denke ich. Und eben die Übergriffe in verbaler Art, die Respektlosigkeiten innerhalb des engen, geschlossenen Raumes, in dem manche Dinge bringen, die sie sich sonst halt nirgendwo anders herausnehmen zu trauen würden.
Nicht immer bedrohlich - manchmal sehr kindisch und schlicht nervig, indem sie scheinbar testen, wie weit sie gehen können.

Eine Kollegin, die schon 21 Jahre fährt, wurde im Boulevardblatt zitiert. Sie sol sich derart geäußert haben, daß sie in einem "Deeskalations-Seminar" gelernt habe, Privates von scih zu erzählen, über ihre Familie z.B., um eine "Verbindung" herzustellen und so die Situation abzukühlen. Mit meinen Worten wiedergegeben. Soweit ich weiß, fährt sie Tagschicht (anderer Film als nachts ... wie gesagt). Ich wußte nicht, ob ich lachen oder den Kopf schütteln soll - gerade das kommt bei mir ja gar nicht in die Tüte. Das geht besonders Grenzüberschreiter den Teufel an - und alle anderen auch!
Es sei denn, man ist sich wirklich sympathisch und hat sich etwas zu erzählen, was natürlich auch manchmal vorkommt. Derzeit aber kommt es mir eher so vor, daß das immer weniger wird, zumindest bei mir.
Was aber auch an diesen aktuellen Zwangsveranstaltungen "zwischen den Jahren" liegen mag - die mir insofern aufstossen, als das ich es mit zuviel hohlen, andressierten  Floskeln zu tun bekomme.

Noch eines: Ich möchte sicher keine Video-Kamera in der Limousine. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht einmal, wie ich Alarm über das Display auslöse. Und seit sieben Jahren habe ich zwar immer mal wieder dran gedacht, nachzuschauen, wie es geht - und es dann wieder gelassen. Ich komme lieber ohne "Kontrolle" oder sogenannte "Sicherheit" aus.

So - jetzt habe ich nochmal den nötigen Frust abgelassen .... nächste Woche wird alles wieder gut.
Ich rechne fest mit Wachstum - von Einsicht und Erkenntnis. Im Kleinen und global.
In diesem Sinne - wünsche ich uns allen ein gutes Meistern und Gelingen des Umbruches, der gerade stattfindet. Mit vielen nährenden Momenten.
Herzlichen Dank für´s  Lesen und Kommentieren an Dich!
Alles Liebe,
Sati

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