Margarete Wegener gehört dazu - sie hat gnadenlos mit dem Hunger in der Welt spekuliert und in diesem etwa 18-minütigen Video äußert sie sich sehr klar dazu. Die ersten Worte - und Fakten - sind geradezu kristallklar. Und ich bin immer wieder erstaunt, wieso zum schnöden Mammon immer noch derart simple Zusammenhänge angeblich nicht verstanden werden von sovielen, die das von sich behaupten. Ich werde sie mal hervorheben, doch auch was sie weiterhin Film schildert, ist höchst anhörenswert. Gefunden habe ich das hier - da gibt es noch einen weiteren, interessanten Beitrag aus "Quer" zum Thema.
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"Mein Geschäftsgebiet war der Hunger. Ich weiß nicht, wieviele Tote es sind, ich habe keine Ahnung. Aber ganz sicher habe ich mehr Menschenleben auf dem Gewissen, als all die Generäle und Politiker, die man wegen Kriegsverbrechen vor die Tribunale gestellt hat. Der Unterschied ist nur: Mich wird man nie vor Gericht stellen.
Warum hat diese Gesellschaft kein Interesse daran, Menschen wie mich zu verfolgen und zur Rechenschaft zu ziehen?
Wenn Sie richtig gut sind und eine Top-Abteilung haben, dann verdienen Sie als Bank ein paar Millionen, sagen wir zehn, zehn Millionen, wenn es hochkommt.
Wir haben im letzten Jahr 40 Millionen Menschen unselbständig gemacht.
Das ging fast von selber, wir mußten ja nicht viel dafür machen. Wir mußten niemanden deportieren oder erschiessen. Alles, was wir gemacht haben, hat sich als Punktlinie auf einem Bildschirm abgespielt.
Und der Preis für die Grundnahrungsmittel steigt und steigt und steigt und steigt und steigt.
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Als Bänkerin werden Sie eingestellt. Der Vorstand betreut Sie mit bestimmten Aufgaben, Sie werden einem bestimmten Sektor zugewiesen und Sie sagen sich "Ja, das ist jetzt mein Job, wie jeder andere auch. Dann - bauen Sie eine Abteilung auf, vielleicht 40 Mitarbeiter. Bei mir waren es anfangs 27 und zum Schluß über 50 Leute.
Die tun alle, was von ihnen verlangt wird - Sie selber ja auch.
Sie arbeiten hart, richtig hart. Aber was Sie am Anfang noch nicht wissen: Je härter Sie arbeiten, desto schneller kommen diese Bilder in den Medien, von den Hungerkrisen.
Am Anfang wollen Sie das nicht wissen.
Sie arbeiten hart, Sie geben alles. Sie geben mehr als alles. Sie nehmen auch in Kauf, daß Ihr ganzes Privatleben vor die Hunde geht, wie bei mir. Aber Sie - arbeiten weiter - weil, die Arbeit ist auch eine Droge. Sie geben einfach alles, was Sie haben, da rein und der Erfolg macht süchtig.
Aber irgendwann kommt ein Punkt, nachts in einem Hotelzimmer - das war in Toronto im Rahmen einer Konferenz über OTC-Swaps und Forwards - da liegen Sie wach in Ihrem Hotelzimmer und können nicht einschlafen. Sie sind hundemüde, aber kriegen kein Auge zu und dann, auf einmal, schießen Ihnen all diese Bilder in den Kopf, die Sie je gesehen haben: Über Ägypten, über Äthiopien, Kenia und Somalia. Und auf einmal - begreifen Sie schlagartig die genzen Zusammenhänge. Und ohne, daß Sie es wissen wollen, merken Sie intuitiv, daß Sie das nie mehr loswerden, daß das ab jetzt so bleibt.
Sie können den Fernseher ausmachen, keine Zeitung mehr lesen, aber dieses Gewissen, das bleibt an."
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Wenigstens bei einigen wenigen ....Sie philosophiert dann noch - ich schreibe das nicht auf, da mir der letzte Teil noch zuviele Unklarkeiten für mich beinhaltet, was sie genau sagen will. Dazu müßte ich sie näher befragen können.
Beim ersten Mal, als ich mir das Video ansah, dachte ich zudem, es sei vielleicht gestellt? Schaute nochmal nach - und es kann ebensogut wahr sein.
Wie dem auch sei - die Fakten sind nun einmal hier, auf unserem durch den reinen Mammon globalisierten und ausgesaugten Planeten. Und die Zusammenhänge sind sicher nicht schwer zu begreifen. Ihren letzten Satz im Film kann ich wieder fast unterschreiben:
"Irgendwann werden wir alle lächerlich sein. Irgendwann werden Historiker an unserer Zeit nichts Großzügiges oder Wohltätiges sehen, sondern nur die Barbarei unserer Privatheit."
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