... habe ich gerade auf der Strasse.
Dafür - gibt es kein Geld oder besser: Wenig.
Die Zeit steht still, Wartezeiten von ab einer Stunde bis zu zwei oder drei sind gerade durchzustehen. Gerne würde ich meine Zeit woanders verschlendern, doch so ist es nun einmal. Ich falle regelrecht in Trance, in Tiefschlaf während des Wartens auf das Signal - oder einen Fahrgast, der mich durch plötzliches Türöffnen zurückholt in die Welt des Mammons, in die mich an diesem Tag begeben habe. Dennoch geniesse ich die Wanderungen in Trance.
Ich weiß nicht einmal, ob das alles eher süß oder bitter ist. Für manche könnte es gar heilsam und ein Luxus sein, nichts tun zu dürfen. Ich bin es schon lange gewohnt, nichts tun zu können, obwohl ich es gerne täte - und sehne mich oft danach, endlich wieder etwas Sinnhaltiges und Freudiges zu tun, statt auszuharren und die Zeit nur zu nehmen, wie sie sich zeigt. Die Energie geht mit in Trance, reicht nicht einmal zum Lesen ....
Denoch weiß ich um den Luxus, den ich erfahre bzw. erstehe auf vier Rädern in dieser getriebenen Welt.
Ich habe Zeit, sehr viel Zeit.
Ein erhellender Beitrag heute im Radio dazu, hier als Podcast unter dem Titel "Alles hat seine Zeit - nur ich habe keine" anhörbar.
Mein Highlight heute ganz am Ende dieses Gespräches: Der Moderator fragt den Zeitforscher, ob er kein schlechtes Gewissen habe, wenn er so nichtstuend in seinem Sessel sitzt und die Zeit verstreicht. Dieser:: "Nein, wieso denn? Die Zeit verstreicht - das ist wunderbar - und ich - verstreiche mit ihr."
Noch eine Erhellung aus dem Hörapparat - es ging um die Empörung des
Schriftstellers Martin Walser darüber, daß in Deutschland Selbstmord
"verboten ist".... habe es nur am Rande im Erwachen aus einer weiteren
tiefen Trance aufgeschnappt und mußte lachen, muß es immer noch. Wer um
Himmels Willen sollte das je verbieten können?! Ein meisterlich absurdes
Besipiel für mehr als kranken Kontrollwahn. Wer seinem eigenen Leben
ein Ende setzen soll - der wird auch den Weg und den rechten Zeitpunkt
finden dazu, ohne die Legislative des Staates vorab zu Rate zu
ziehen.Voraussgesetzt, der nötige Mut zu solch einem Schritt ist dem
Menschen
gegeben. Einige waren mir sehr vertraut - und ich durfte nochmal
herzlich lachen
über soviel Unsinn.
Dachte u.a. an meine verstorbene Mutter, die immer am zweiten
Weihnachtstag Geburtstag hatte - und die sich am Ende das ganze
lebenserhaltende Zeugs selbst abgedreht hat, nach vielen schweren Jahren.
Hut ab - das erfordert Mut, Entschlossenheit, Courage, Beherztheit! Und
es passte zu ihr, am Ende. Hat sich auch nichts sagen lassen.
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