... mit der Limousine sorgen für große Müdigkeit am Abend. Es ist anstrengend, den ganzen Tag so höllisch aufzupassen - und dennoch zu schlittern, da die Limousine mit Heckantrieb und Automatikgetriebe auch bei sehr vorsichtiger Fahrweise beim Bremsen gerne wegrutscht. Als es gestern nachmittag erst schneite und dann selbst die sechsspurigen Hauptverkehrsadern nur noch eine einzige Eisdecke boten - hatte ich genug. Für ein paar Euros hatte ich keine Lust mehr, mich und andere diesem Risiko auszusetzen - und habe zwei Stunden früher abgestellt Bin dann selbst mit meinem eigenen Fahrzeug, welches über Frontantrieb verfügt, hier und da gerutscht. Den Göttern sei Dank kam ich heil hier an und fand sofort einen Parkplatz mit brauchbarer "Einfahrschneise" - kurz vorher war jemand herausgefahren aus den Schneehaufen. Eben hörte ich, daß zwei von drei Nachtfahrern diese Nacht nicht gefahren sind - nämlich die, die die Limousinen fahren. Das will was heißen. Der dritte Wagen, ein Touran, hat Frontantrieb, das geht wohl etwas besser. Dennoch alles gefährlichst gerade.
Besonders gefährlich, weil die Mitmenschen, die mit ihren Autos noch unterwegs sind in der Kolonie, einfach nicht wirklich mitdenken und weiterhin dreispurig nebeneinander fahren, statt z.B. zweispurig versetzt mit viel Abstand. Jedesmal, wenn ich viel Abstand halte, kommt irgendein Weltmeister (ein Arschloch also) und schneidet mich. Und jedesmal, wenn mir wieder einer bis auf einen halben Meter hintendrauf fährt und mich zum Schnellerfahren nötigen will, werde ich kurz zum wütenden Tier und rede mit den Händen ... Hoffentlich ist das bald vorbei.
Ein offenbar recht einfältiger männlicher Fahrgast fragte mich vormittags, warum ich denn so langsam fahren würde .... ich war erstaunlich ruhig und antwortete ihm sogar, daß ich Hinterradantrieb und Automatik fahre und schon seit Stunden rutsche mit der Kiste. Na und, er fahre auch Hinterradantrieb ... jaja, sicher ist er ein viel besserer Fahrer, haha. Ich erkläre ihm mit der nötigen Bestimmtheit, daß ich es bin, die 12 Stunden pro Schicht durch diese Stadt und ihre Umgebung fährt - und daher entscheide ich auch über den jeweiligen Fahrstil. Grummelndes Schweigen rechts neben mir ...
Auf dem Autobahnzubringer meint er, es sei doch gar nicht glatt. Tatsächlich - sind die Autobahnen erheblich freier, in Köln wird gar nichts getan und fast überall fährst du auf Eisplatten. Ich erwidere, weiterhin ruhig, daß ich bei diesem Wetter ausnahmsweise mal vorschriftsmäßig fahre. 80 km/h. Als das Schild mit 100 km/h kommt, trompetet dieser Unsympath, ich könne jetzt 100 fahren. Jetzt - fahre ich erst mal 90 - aus Frack. Wir sind ohnehin in Windeseile am Flughafen. Und erwidere scharf, doch unberührt, wenn er privat mit seinem eigenen Wagen gerne schneller fahren würde bei diesem Wetter, so sei ihm das ja unbenommen. Danach lache ich vor mich hin über diesen Weltmeister für den Rest der Fahrt. Natürlich gibt es kein Trinkgeld von diesem Schnulli, "zur Strafe". Einer von der Sorte, die gerne den Ton angeben - würden. Jedesmal an diesem Tag, wenn´s mich wieder weghaut mit der Limousine, denke ich an diesen Vogel und lache wieder über "Es ist doch gar nicht glatt." Heute hörte ich dann eine weitere lustige Bemerkung - es sei sicher auch ein subjektives Empfinden. Hä? Wenn et rötsch, dann rötsch et ....
Alle anderen freuen sich, daß ich langsam und umsichtig fahre. Und ich weiß auch, daß meine wichtigste Übung bei Eis und Schnee ist, mich durch nichts und niemanden ernsthaft aus der Ruhe bringen zu lassen. Fluchen aber über zuviel Blödheit - erleichtert manchmal.
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