Donnerstag, 16. Dezember 2010

Die Welt heilen wollen ...

Ich zitiere mal etwas von Sylvie Winter aus einem ihrer Bücher namens "Meditation für starke Frauen", eines von solchen Büchern mit Anmerkungen/Anregungen für jeden Tag. Unter dem 17.12. steht dort (u.a.) etwas was sich kaum jemand so klar zu sagen traut:

"Ich halte es für maßlose Arroganz, zu glauben, daß gerade wir die Welt heilen sollen .... Sind wir es doch, die sie in den jetzigen Zustand versetzt haben. Es wäre besser, unsere Finger aus dem "Heilungsprozess" der Erde herauszuhalten und den Kräften der Natur zu vertrauen!" Da hat sie sicher nicht unrecht.

Heute war ich zu Fuß im Schnee und im Herzen der Kolonie unterwegs, bin endlich auf den Weihnachtsmarkt auf dem "Alter Markt" zugesteuert, um dort wieder erlesenes orientalisches Räucherwerk und pures Sandelöl zu erstehen. Anschließend rutschte ich an der Peripherie eines weiteren Weihnachtsmarktes über die Domplatte gen Bahnhof - und beobachtete auf meinem Weg durch die Stadt diverse Obdachlose, die mitten im Schnee und in der klirrenden Kälte auf dem Boden saßen, durchnäßt und steifgefroren, ohne Handschuhe den Pappbecher für ein paar hineingeworfene Münzen haltend. Wie so oft war ich geneigt, die alleinige Schuld dafür zu übernehmen, aufgrund meiner Trägheit und Bequemlichkeit, daß es immer noch und auch in diesem Jahr keine Wärmestube gibt für diese Leute - die immer mehr werden.
Gestern sah ich im Fernsehen eine Dokumentation über Menschen hier in der Kolonie, die sich von Weggeworfenem aus Mülleimern ernähren - wollte erst abschalten, dann schaute ich aber genauer hin. Sehen tue ich sie ja in der Limousine seit Jahren - aber da erzählten sie mal von sich. Andere Berichte handeln davon, daß kein Geld für Kindermahlzeiten da sein soll etc. pp.
Gier - erzeugt Mangel las ich dieser Tage bei der Frau Krattinger und dachte noch, genau so ist es. Wieso aber fällt es bloß und nur zu Weihnachten so vielen auf?
Allerdings stimmt es auch so herum: Mangeldenken - erzeugt Armut. Und in diesem Land seit Jahren eine Gier, noch weniger für alles bezahlen zu sollen und nichts mehr so recht wertzuschätzen. 
Auf meinem Weg heute war es mir ein Vergnügen, festzustellen, was ich alles doch nicht kaufen wollte, obwohl ich´s auf meinem Zettel hatte - weil ich es gar nicht wirklich brauchte. Wichtiger war mir, mit meiner Energie gut hauszuhalten, statt Dingen hinterherzujagen.
Und - heute besonders - heil wieder in der Basisstation anzukommen bei der Eispartie draußen. Ein junger Mann fiel mir fast vor die Füße und auf seinen Hintern. Wir stellten fest, daß Schuhe ohne Profilsohlen nicht viel taugen im Moment.

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