Sonntag, 12. Dezember 2010

Einverstanden mit Visionslosigkeit

Mein Interesse, mich weiterhin mit den großen "gesellschaftspolitischen" Themen zu befassen und mich über diese im Netz und in den ÖR-Pinocchio-Medien zu informieren - beschränkt sich bereits wieder, geht deutlich bemerkbar zurück nach der Welle mit Wikileaks. Diese allseits hysterischen Nachrichten stressen einfach nur. Bis auf ein Radio-Highlight gestern - dort hieß es endlich ganz offiziell, daß der Herr Assange wegen einem geplatzten Kondom in Schweden angeklagt ist. Ansonsten - freue ich mich über "das große Erwachen" und - wundere ich mich nicht die Bohne über die endlich verlautbarten Internas der vielen etablierten MaskenträgerInnen, die für Geld mit den Leben ihrer Artgenossen jonglieren. Ich sage aber auch nicht (mehr?), das ich ein besserer Mensch sei und mich anständiger verhalten würde in entsprechender Position. In die ich wiederum gar nicht kommen konnte - weil ich bisher zu anständig war (logisches Paradoxon).
Für einige Tage war es sogar in der Limousine ganz spannend, zu hören, wie die Leute so über die aktuellen Geschehnisse denken und inwieweit sie heute besser informiert sind als noch vor ein, zwei Jahren .... allerdings ist auch hörbar, daß viele jetzt einfach Sorge haben um die eigenen Felle, die wegschwimmen.
Da ich keine Visionärin bin, habe ich keine Vorstellung, wie eine "bessere Welt " rein praktisch, pragmatisch, tatsächlich aussehen soll. Es gibt da soviele An- und Aussichten - mit denen ich mich keineswegs identifiziere. Und soviel öffentlich verlautbarten Schwachsinn - wie zum Beispiel eine "anvisierte Erdklimaerwärmungsbegrenzung auf höchstens zwei Grad" ..... die ticken doch alle nicht sauber, wollen sie Gott spielen? Als wenn ein Mensch eine klimatische Änderung auf/unter/über der Erde im Zusammenspiel mit unendlichen Faktoren in unserem Sonnensystem und in den vielen Universen beeinflussen könnte ... Schade, daß auch viele sonst ganz gewitzte Menschen auf diese monetär-fixierte Klimamär hereinfallen und sie bereitwillig nähren mit reichlich Sorge - und Geld.
Ahja - monetär: Ob der Euro früher oder später kracht oder gar nicht - ist mir persönlich auch ziemlich egal, da ich über keine gehorteten Besitztümer verfüge, um die ich mich sorgen müßte - außer über zuviele Instrumente und, immer noch, Bücher - um die ich mich nicht mehr wirklich sorge.
Ja - so isses -  ich bin viel zu ungeduldig für "große (Welt- und andere-Menschen-Verbesserungs-) Visionen". Bis heute habe ich nicht einmal mich selbst ver-bessern können. Was ich in einem Moment erlebe, ist mir mehr wert, als jede "große Vision", die sowieso ganz anders eintrifft, als ich sie mir vorab in meiner Beschränktheit erdenke.
Gerade dieser Tage las ich erstmals etwas Erfreuliches zum Thema Visionslosigkeit in einem der Bücher von Franziska Krattinger (in denen es um die Macht von Worten geht) : "Wer seine Zukunft nicht mehr beschreiben kann, hat seine Vergangenheit besiegt."

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