Donnerstag, 28. Januar 2010

Pause

Manchmal braucht die Seele eine Pause von der Hölle. 
Dann nimmt sie sich diese.
Auch dafür - brauche ich nichts weiter tun,
es geschieht einfach.
Der Lärm der Welt
interessiert dann nicht weiter.

Vieles hat sich gelichtet.
Der Hof ist aufgeräumt,
sogar das Treppenhaus.
Doppelte und nie benutzte Felgen sind verkauft,
ein Paar Congas habe ich weniger,
vom ungenutzen Hifi-Radio, einem Videorekorder und dem
farbverwirrten Klein-Fernsehapparat habe ich mich gerne
getrennt und mich über die Reduktion
des Multimedia-Bereiches gefreut.
Heute - habe ich einen genialen und federleichten
Mega-Bildschirm mit TV-Option erstanden,
ganze 54 cm in der Diagonalen,
absolut bedienerinnenfreundlich, alles kinderleicht über
die Fernbedienung programmierbar und auffindbar.
So manche Technik macht mir eben doch Freude.
Der alte, klotzige Gasofen samt Rohr ist endlich raus,
zwar hat er immer gute Dienste geleistet, als er noch in Betrieb war,
doch ganz ohne Funktion hat er nur viel Platz in der kleinen Hütte weggenommen. Der neue schlanke Heizkörper unterm Fenster
schafft es mühelos, den kompletten Salon zu erwärmen.

Nun kann ich den Arbeitsbereich umbauen und mir mehr Platz verschaffen -
um weiter loszulassen von Dingen, die ich nicht mitnehmen will,
wenn ich endlich gehe, wohin der Wind mich weht.

So sehr ich mir Bewegung wünsche - so wenig kann ich sie erzwingen.
Erleichternd, das nun wenigstens begriffen zu haben.
Das scheinbare Festsitzen - hilft mir, mich endlich mit all meinen
"schlechten Eigenschaften" anzufreunden und sie wertzuschätzen,
statt sie weghaben und ein besserer Mensch werden zu wollen.

Die Vögel singen schon seit vielen Tagen den Frühling ein
und der meine hat bereits in der vergangenen Woche
am Rande der Kolonie bei einem Waldspaziergang begonnen -
bei satten 5 Grad im Plus und alle Ebenen wärmendem Sonnenschein.

Vom Rest der Welt - will ich zur Zeit nichts wissen.

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