Dienstag, 19. Januar 2010

Haiti - Besetzung / Takeover durch US-Militär

Das Netz bringt auch mal ein paar andere Bilder als die durchzensierten und auf US-Tenor eingestimmten Nachrichten auf deutschen Fernsehkanälen. Hier eine Momentaufnahme aus Haiti, gebracht auf Al-Jazeera, bei der die momentane Perpektive der Haitianer auf ihren eigenen Strassen mal ansatzweise deutlich wird. Es ist - wie ich schon gestern schrieb - eine völlig unangebrachte Machtdemonstration des US-Militärs und die Bilder erinnern stark an solche aus Irak und Afghanistan der vergangenen Jahre, wo man auch nicht die Interessen der Einheimischen achtet sondern den Ländern und den Menschen etwas aufzwingt, was ihnen nicht hilft und ihre Kultur mißachtet (i.d.R: weit ältere Kulturen als die der englischen Besatzer des amerikanischen Kontinents)

Am Samstag wurde 8 Flugzeuge anderer Nationen mit Hilfslieferungen (Vital Life Saving Equipment - keine Waffen) die Landung durch das US-Militär, welches den Flughafen kontrolliert, untersagt und sie mußten zurück nach Mexiko fliegen .... zu hören im Clip . Da taucht doch die Frage auf, wozu das gut ist und was die da genau machen - bzw. beabsichtigen?

Übrigens habe ich grundsätzlich nichts gegen den Einsatz von Soldaten in der Katastrophenhilfe, ich sehe es sogar als sinnvoll an, gut trainierte Leute dort hinzuschicken. Auch der Einsatz von gut geschultem Polizei-Personal kann sinnvoll sein, sofern sie ihre Fähigkeiten zur Vermittlung/Mediation in angespannten Situationen einsetzen - vor all dem habe ich viel Respekt .... auch die vielen anderen Helfer vor Ort haben meine ausrückliche Wertschätzung.

Allein diese Militärdemonstration erweckt bei mir ganz andere Assoziationen. Haben die Überlebenden vielleicht etwas verbrochen? Wie der Haitianer zu Beginn sagt: Wir brauchen keine todbringenden Waffen - wir brauchen Hilfe.


PS: Mehr dazu auch bei ASR, wo erfahrungsgemäß auch viele weiterführende Links in den Kommentaren auftauchen ....

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