Donnerstag, 21. Januar 2010

Die Katastrophen Profiteure ...

... sind immer die gleichen. Hier ein Artikel der "welt-online" zu gutbezahlten Söldnern der uns ja inzwischen gut bekannten Firma "Blackwater", die ihre Dienste nun nach dem Irak und Afghanistan auch auf Haiti "anbieten". Sie sichern Konvois u.a. gegen die böse böse Bevölkerung, für 950 Dollar pro Tag und Mann. Will sagen: Das sind dann die Spendengelder, die da an Blackwater gehen - die Hilfe kommt also nicht von den vielen "Gutmenschen" beim US-Militär, sondern es handelt sich um Söldner. Inzwischen ist die Rede von 12.500 US-Soldaten und nochmal 12.500 der UNO - denk mal nur darüber nach!

Die USA behauptet, sie werde nun die Infratsruktur in Haiti "wieder aufbauen". Das "wieder" in dem Kontext ist schon mal ein Hohn an sich ... und am "Aufbau" nach dieser gründlichen Zerstörung werden die immer gleichen Konzerne kräftig verdienen- die Verträge sind schon gemacht.

Hier noch ein Artikel aus "welt-online" zur Situation auf dem Flughafen und zum Thema der Verweigerung von Landeerlaubnis für Hilfslieferungen. Die üblichen Rassisten fliegen erst einmal die "eigenen Leute" aus, bevor sie Überlebenswichtiges für die Haitianer ins Land hineinlassen.
Fluchtwillige Haitianer sollen in jedem Fall aufgegriffen und nach Guantanamo-Kuba ins Lager verbracht werden - es ist schon alles vorbereitet. Aha - das also sind die Tätigkeiten des US-Militärs vor Ort.


Wenn ich mal ein bischen weiterdenke, so aus Sicht eines potentiellen US-Militär-Strategen ... habe ich auf diese Weise auch in Kürze Kuba kleingekriegt, indem ich einfach dieses ebenfalls darbende und arme, jedoch immer noch widerständige Land mit möglichst vielen auf Guantanamo eingesammelten hungrigen Haitianern flute, denn das schafft das schwer angeschlagene Kuba nicht mehr ...

Kritische Beiträge in deutschen Medien sind wie immer sehr sehr rar, wenn man "Haiti" googelt, erhält man zwischen 1.000 und 1.500 gleichgeschaltete Artikel - weil eben alle bei "reuters-dpa" abschreiben. Also mal bei den anderen nach lesen und -hören, dort ergeben sich ganz andere Perspektiven, besonders bei solchen und anderen südamerikanischen Staaten, die ebenfalls arm und bereits unterdrückt sind.

"Ärzte ohne Grenzen" haben bereits zwei Pressemitteilungen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, daß sie in ihrer Arbeit vor Ort auf Haiti massiv behindert werden und Hilfsflüge mit lebensrettenden Materialien und ganzen mobilen Spitälern keine Landeerlaubnis erhalten sondern wieder weggeschickt werden Richtung Dominikanische Republik. Was ich vermisse (und ihnen auch mitgeteilt habe) in den Mitteilungen, ist eine klare Aussage, daß das US-MILITÄR die Landungen für Hilfsflüge verweigert - und nicht nur die Landungen von Ärzte ohne Grenzen, sondern jede Menge: "Haiti: Frachtflugzeug von Ärzte ohne Grenzen wiederholt von Landung abgehalten - Patienten sterben mangels dringend benötigter medizinischer Materialien (...)"

Ich empfehle wärmstens, hier auf dem ASR-Blog weitere Einzelheiten mitzulesen und auch immer wieder auf die Links in den Kommentaren zu achten. Freeman sammelt unermüdlich vielsagende Hintergrund-Informationen.

Und ein weiterer Blog für viele Hintergrundinfos aus verschiedenen Quellen - nicht nur zu Haiti - ist der "Womblog", wobei ich hier mal die Haiti betreffenden Artikel verlinke.

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