Dienstag, 5. Januar 2010

Glück ist: Mariana Sadovska & Borderland ....

... spielen nächste Woche bei mir um die Ecke - und dazu nicht nur erstaunlicherweise ohne Eintritt gegen freiwilligen Obulus (unbezahlbar, diese Musik!), sondern auch noch im Kölner-Domforum, also in einem Nebengebäude der gegenüberliegenden erzkatholischen Hochburg, um dort dem Winter und den Wintergeistern mit magisch-kraftvollen heidnischen und Hexen-Gesängen, begleitet von einer genialen Jazz-Band, den Garaus zu machen.

Mariana Sadovska ist nicht nur eine begnadete Musikerin, die mir gerade sehr viel Laune bereitet, und sicher ein gutes Medium, sondern auch Jägerin und Sammlerin - nämlich von alten, mündlich überlieferten, wilden Frauen-Liedern in ihrer ukrainischen Heimat.

Die Ankündigung für die kommenden Konzerte hier in der Umgebung lautet daher auch wie folgt:
"Seit fünfzehn Jahren reist die ukrainische Sängerin, Komponistin und Schauspielerin Mariana Sadovska durch die entlegenen Landstriche der Ukraine und sammelt von den dort lebenden Frauen Lieder, Legenden, Reime – jahrhundertealtes Material, das in der Sowjet-Ära nur durch die lokale mündliche Überlieferung bewahrt werden konnte und heute selbst unter Ukrainern weitgehend unbekannt ist.
Gemeinsam mit ihrer Band Borderland stellt die impulsive Sängerin regelmässig bei Konzerten in Europa und den USA diese volkstümlichen Motive in einen musikalischen Kontext, der seine Wurzeln in der westlichen (Kunst-) Musik hat. Zwischen Folk und Avantgarde gelingt es ihr, einen eigentümlichen zeitgenössischen Ausdruck für das archaische Material zu finden und das Publikum mit heidnischen Gesängen, anrührend-altmodischen Hochzeitsliedern und verwegenen Karpaten-Songs zu begeistern.
Mitten im Winter machen die Koliada-Gesänge den Geistern der Dunkelheit den Garaus. Von Haus zu Haus gebracht, entfalten sie ihre geheimnisvolle Kraft: Gesprochenes wird Wirklichkeit – und der Frühling kann kommen!
Seit Urzeiten und bis in die heutige Zeit wird in der Ukraine die „Koliada“ gefeiert, ein Fest um die Wintersonnenwende, das mit den Weihnachtsfeierlichkeiten nach dem ukrainisch-orthodoxen Kalender vom 6. bis 19. Januar zusammenfällt. Mariana Sadovska haucht den magischen Koliada-Gesängen, die sie in der Zentral- und Westukraine gesammelt hat, neuen Atem ein."


Und wie! Und hier sieht man die Menschen,von denen die Lieder bewahrt werden. Ich habe auch ein paar Wurzeln dort, glaube ich, denn ich muß immer heulen vor lauter Rührung, wenn ich diese Gesänge höre, solche vom Leben durchfurchtete Gesichter sehe und den weiten blauen Himmel mit den fliegenden Wolken ... Noch ein wenig mehr "Kitka"und wunderbare, kraftvolle, freudige Frauen, die das Leben aus sich heraus singen.

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