.... ein türkisches Mädchen. Sie hat schon ihre Laterne fertig gebastelt - und am Donnerstag geht´s los. Vorfreude ist zu spüren ... mit ihrer Mutter wird sie losgehen und das Fest feiern.
Mir fällt wieder ein - dieses absurde, lächerliche Theater vor kurzem - um eine "scheinpolitisch-korrekte Umbenennung" dieses Festes - irgendwer wollte angeblich den Muslimen gerne entgegenkommen und den Namen ändern .... ebenso wie der Struwwelpeter ja bereits umgeschrieben wurde und andere Kinderbücher - von den immergleichen Psychopathen.
Die Süße, die ich gerade fahre - ist mir eine Wonne in ihrer Vorfreude! Auf das "Sankt-Martin-Fest". Sie weiß genau - wie das heißt. Und sie hat noch keine Ahnung - von den komplett durchgeknallten, schein-erwachsenen Psychopathen - in ihrer kindlichen Unschuld. Möge es noch lange so bleiben. Beim Barte aller Propheten. Aber zuvorderst - für sie.
Sie hat irgendwelche Briefe von der Schule an ihre Eltern dabei. Die - muß sie ihrem Vater zeigen, sagt sie - denn ihre Mutter kann nicht lesen und nicht schreiben. Ich fahe das Mädchen zu der Adresse, an der ich sie neulich morgens auch mal aufnahm.
Und ich erinnere mich zügig an die Mutter neulich morgens - die mich ernstlich mit "Günaydin" begrüßte - statt mit dem gängigen "Guten Morgen" - und kombiniere: Das wird wohl ihre Mutter sein. Lasse meinen kurzen Zorn neulich am Morgen über die Begrüßung auf türkisch - verblassen - und begreife: Die kann tatsächlich kein Wort deutsch. Vermutlich kann ich mehr türkisch - als die deutsch - mit meinen lächerlichen paar Wörtern.
Willkommen - in den Parallelwelten.
Das Mädchen - ist hell, freundlich, wach und lebendig. Ein bezauberndes Menschenkind.
Ich meine - vieleicht kannst Du ja Deiner Mutter das Lesen und Schreiben beibringen?
Jetzt - wo Du es selbst gerade lernst?
Ja - vielleicht - antwortet sie.
Hoffe - sie hat verstanden - wie´s gemeint war.
Wäre ja im Grunde recht einfach für die Mutter - sich neben das Kind zu setzen und mitzulernen.
Für mich einfach nur ein sehr "erschröcklicher" und äußerst befremdlicher Gedanke - in einem fremden Land zu leben - und nicht mit den Menschen kommunizieren zu können.
Das erste - was gelernt werden will - ist Sprache.
Von mir aus - auch als Analphabet.
Immerhin gibt´s ja auch ein Gehör.
Und ich bin ja selbst bis heute - fast "Noten-Analphabetin" - habe mich immer irgendwie dagegen gesträubt - anders, als über Gehör - Musik zu erfassen, einfach aus der Luft aufzufangen ....
Wer sprechen will - der wird es ebenso mit Worten können.
Also - wer sprechen will.
3 Kommentare:
genau! wer will!
es gibt bestimmt einige, die wollen und keine gelegenheit haben, weil sie inmitten ihrer kinderschar zu hause (ohne ketten) eingesperrt leben.
im mietskasernenviertel in hh habe ich auch so nachbarinnen türkischer herkunft. sie verstehen kein einziges deutsches wort. ob sie es wollen würden? ich glaube nicht. die kommen gar nicht drauf, dass das gut für sie wäre. mein eindruck.
Ja - meiner dito.
Wenn ich die Mutter nochmal treffe morgens - und die mich wieder mit "Günaydin" begrüßt - fange ich mal an - auf türkisch von eins bis zehn zu zählen ... und mache ein dummes Gesicht dazu. Soviel kann ich noch. Und vielleicht noch einen Satz.
Den - zieh ich mir mal aus dem Netz - und der könnte etwa lauten:
Lernen Sie die Sprache der Menschen im Lande - aus Freude!
Laß ich mir - von den Kollegen übersetzen und beibringen - schneller als der Wind bläst.
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