.... die ganze Woche bei den Freunden - hörte ich täglich mehrfach - womöglich von morgens bis abends - sowas wie "Das ist sehr teuer." "Das hat soundsoviel gekostet". "In Deutschland ist das viel günstiger." Und vieles mehr in dieser Art. Einmal kam ein befreundetes Paar zu Besuch - und Sie - eine sehr sympathische und quirlige, schöne Frau - fing ebenfalls ein Gespräch mit mir über Geld an - also etwa - wie teuer doch alles sei in der Schweiz. Als sie mich interessiert nach dem Taxi-Gewerbe fragte, merkte ich, wie unbehaglich ihr die Vorstellung war - jeden Tag auf´s Neue mit "Kismet" sein zu müssen - was kommt, das kommt - was nicht, kommt nicht. Gerechnet wird am Monatsende - wenn überhaupt. Besser - aufs Jahr (macht dann vielleicht drei Schweizer Monatslöhne .... wenn´s gut lief). Es lohnt sich im Grunde nicht - zu rechnen. Zahlen nannte ich ihr gar nicht - sie wäre wohl vom Stuhl gefallen.
Ich hielt öfter mal an mich im Laufe der Tage - denn ich merkte, das ich langsam innerlich sauer wurde. Grundsätzlich - weil ich es schlicht anstrengend finde - alles und jedes ständig monetär zu bewerten. Alles "einzupreisen". Zu vergleichen.
Nicht etwa - daß ich das nicht auch oft tue - quasi "automatisch" und auf die Schnelle. Das macht wohl jeder.
Aber es begann, mich zu nerven - weil´s von Menschen kam, die im Grunde mehr als genug haben und auf einem sehr hohen Level ihren Befürchtungen frönen. Nicht etwa "Reiche" - aber eben doch reichlich von allem.
Ich wurde auch kurz in die Vergangenheit katapultiert - als sich meine einstige, menschlich formidable "Chefin" ständig über Geld äußerte - und wieviel Geld doch die anstehende Kommunionsfeier ihres Sohnes kosten würde. Die gute Frau erhielt etwa dreimal soviel Salär wie ich damals - mit einem Halbstagsjob. Und ihr Mann nochmal ein Vielfaches davon. Und ich fand mich - geduldig solchen seltsamen diffusen Ängsten lauschend. Komplett absurd.
Diesmal - sagte ich es auch - nachdem ich morgens kurz darüber sinniert hatte - wie sich die jeweilige Faktenlage darstellt.
"Wo genau bitte - ist hier das akute Problem?" - war meine Frage. Die Antwort bezog sich - auf mögliche Zukunftsszenarien. Ich erwiderte kurz mit meiner Gegenwart - und der Information über meinen aktuellen Monats-Anfangs-Kontostand sowie der "Aufzählung" meiner nicht vorhandenen "Rücklagen" .... aber beim Thema Geld geht´s offenbar nur selten um Fakten - und oft um "Gefühltes".
Zwillingssonnen brauchen jedenfalls Luft. Geld - ist auch sowas wie Luft. Luftig eben. Flüchtig oft. Im günstigen Falle - fliegt es einem einfach zu, wenn man es braucht. Und im ungünstigeren Falle - geht´s auch weiter.
Wieviel braucht ein Mensch davon? Das - ist ja so relativ.
Im Grunde - hatte ich schon viele Varianten. Es gab Zeiten - in denen ich überhaupt nicht über Geld nachgesonnen habe. Das waren Zeiten - in denen ich von den Eltern ein feines "Taschengeld" bekam - und mir überhaupt keine weiteren Gedanken über Geld machte. Die einstigen Eltern waren immer sehr großzügig - obwohl sie selbst lange viel rechneten mit ihrem Haushaltsgeld - und alles gut einteilten - einteilen mußten. Mich haben sie´s aber nicht spüren lassen wollen - wie alle Kinder hab ich´s aber dennoch mitbekommen. Sie haben immer ein großes Geheimnis ums Geld gemacht - wozu genau - hat sich mir nie erschlossen.
Meine einstige leibliche Schwester - zog einst mir gegenüber über die Eltern her - die würden ja nie ins Ausland reisen und mal was "Ordentliches" unternehmen.
Ich fand sie in diesem Moment - fürchterlich ungerecht - und einfach dumm.
Sie verglich unsere Eltern mit denen ihres Freundes und späteren Gatten - die ständig nach Spanien reisten. Was für ein sinnloser Vergleich! Ich schätzte damals sehr - das jederzeit jeder zu mir kommen konnte - und die kleine Bude war täglich voll mit Menschen - vielleicht 10, 12 Quadratmeter und 15 bis 20 Jugendliche - die von meinen Eltern großzügigst verköstigt wurden - und nie war da eine Frage deswegen im Raum.
Erstmals eben - beim Schreiben - stellte ich mir allein die Klingelei an der Türe über den Tag vor ..... ein Witz! Und - welche liebevolle Geduld der Eltern. Nur einmal - einmal rastete der Zwillingssonnen-Vater an der Türe aus - und ließ sein Innerstes raus - selbst Zwillingssonne - manchmal dauert´s und dann geschieht es doch - er mochte meine Freundin nicht und ließ es sie deutlich wissen. Zum Piepen heute! Die Arme - traf´s später noch ein zweites Mal hart - als sie unglücklicherweise gerade anrief - als mein einstiger Vater gerade tot im Flur lag .... diesmal von meiner Seite.Sie kam eben oft - einfach zur falschen Zeit - mit ihrem "Zeugs".
Dann gabs eine Zeit - in der mir das benötigte Geld monatlich zuflog - weil ich eine Halbwaisenrente bekam, nachdem mein Vater verstorben war. Davon - konnte ich meine Miete zahlen und leben - bis ich meine Ausbildung beendet hatte. Weiter ging´s mit verdientem Geld - viel war´s nicht, aber gereicht hat´s immer. Irgendwann - flog mir wieder einfach Geld zu - soviel, wie ich mit "normaler Arbeit" nicht hätte verdienen können. Viele Jahre lebte ich davon - und ging auch immer wieder irgendwelcher Arbeit nach, experimentierte auch mit Selbstständigkeit. Projekte mit Freunden - setzten wir in den Sand. Besser ging´s - alleine.
Die "beste Zeit" - so glaubt mensch jedenfalls oft im Nachgang - war vielleicht die - in der ich viel lernen durfte, weil ich das Geld zum Leben hatte und mir darüber wenig Sorgen machen mußte. Größenwahnsinnig war ich nie. Jedenfalls nicht - was Geld betrifft.
Jetzt - ist es schon seit Jahren eher (wieder) knapp. Aber: Es hat immer noch gereicht - für ein im Grunde sehr gutes Leben. Und dieses Jahr sogar für zwei scheinbar "kleine" Reisen - die aber ganz groß waren.
Und beide Male - habe ich wieder was "gelernt" - oder erspürt. Ich war jeweils eingeladen - sollte gar nichts in den gemeinsamen Topf tun. Einmal - fiel mir das leicht - weil´s gerade viel frisch Gewachsenes aus der Natur gab - die sich üppig verschenkte. Und - weil es nicht viel brauchte - im Paradiese.
Letzte Woche - fiel es mir nicht immer so leicht. Die Freunde haben mich eingeladen und verköstigt, ich habe nichts dazugegeben. Sie wollten nichts - hätten auch nichts genommen. Es brauchte nur das Ticket für die Reise.
Auch in Lokalen - haben sie die Rechnung für die Getränke übernommen. Einmal auch ein Eintrittsticket - für den wunderbaren Rheinfall in Schaffhausen. Wow .... das ist ein formidables Wasserspiel der Götter! Da - zieht es einen sofort tief hinein - und der Rest der Welt verschwindet zügig. Und das - sogar an einem Sonntag - an dem der Ort nur so überquillt vor lauter Menschen aus aller Welt.
Sie sind beide auf ihre Art sehr großzügig und - herzig, die beiden, und haben das auch wirklich gerne getan.
Obwohl sie auch "Pfennigfuchser" sind - für sich selbst - und tatsächlich lieber zur übernächsten Tankstelle fahren, weil der Sprit dort einen Cent weniger kostet. Sowas - würde mir nicht einfallen - kostet zuviel gute Energie und spart am Ende - nichts wirklich.
Komisch war´s aber doch für mich - nichts in den Topf zu tun.
Als ich einmal kurz die Gelegenheit hatte - habe ich doch die Rechnung übernommen - eine kleinere.
"Wenn´s Dir dann besser geht ..." war der Kommentar. "Ja - jetzt geht´s mir besser" - war meine Antwort.
Arm oder reich - hat nicht immer was mit Geld zu tun.
Fast eine Woche lang - habe ich soviel über Geld gehört - daß es mich schon sehr genervt hat.
Dazu von Menschen, die im Grunde keinerlei Grund haben, sich materielle Sorgen zu machen. Ich habe Ängsten um Geld gelauscht - die mit dem, was tatsächlich ist, nur wenig gemein haben. Und mich gewundert. Mich gewundert - wie wenig diese in Übereinstimmung sind - mit der tatsächlichen Faktenlage.
Würde ich alledem eine "ernstere Ernsthaftigkeit" zusprechen - so hätte ich mich selbst - rein vergleichsweise - schon längst erschießen müssen vor lauter Existenzsangst. Bisher aber - kam ich noch nicht auf eine solche Idee.
Was mich wirklich sehr freute während des Flanierens durch die Schweizer Altstädte und andere Einkaufs-Orte:
Ich brauchte nichts von alledem. Nur einmal sagte ich kurz lachend: Wenn ich jetzt noch "zuviel" hätte - würde ich diesen wunderschönen Stein - ein großer, schwerer, bunt schillernder Labradorit in schönstem Schliff und schönster Form - erstehen - und hätte wieder einen schweren Koffer bei der Heimfahrt.
Das Leben ist manchmal schon sehr komisch und absurd. Da höre ich mir potentielle, fiktive Nöte an - die es gar nicht gibt - und muß wieder mal sehen, wie ich den Monat hinkriege.
Dabei aber - fühle ich mich nicht etwa "arm" - sondern immer noch glücklich - ein gutes, reichhaltiges Leben führen zu können.
Wenn´s mehr Geld wäre - es wäre mir auch recht. Auch eine Milliarde könnte mich heute nicht mehr schrecken - ich hab was gelernt und könnte heute gut damit umgehen. Viel besser als einst mit Geld.
Das Verrückte am Geld ist - daß es soviele Ängste produziert. Oft dachte ich mir in den vergangenen Tagen - wie sehr reiche Schweizer Bewohner in ihren Hütten sitzen - und da wohnen ja viele sehr reiche Menschen auch aus dem Ausland - und abends vor Angst zittern - es könnte weniger werden.
Wir fuhren u.a. am "Palast" eines recht bekannten "Schönheitschirurgen" vorbei - von dem sah ich mal einen kurzen Bericht nur über seine Garage - in der stehen Rolls Royces und andere Limousinen neben Lamburghinis und anderen sinnfreien Flachflitzern - und das alles ist nur sein Spielzeug. Wahrscheinlich - hat der Mann viel Angst vorm Darben .....
Komisch - die Menschen.
Die beständigste, erstrebenswerteste Währung im Leben - scheint mir nicht etwa Gold - sondern Vertrauen zu sein.
Eine gute Reise war es - mit Freunden, die einen formidabel spiegeln.
Manchmal in klarem Kontrast.
2 Kommentare:
Hallo,
ich bin absoluter AudiTT-Fan. Ich wollte immer schon mal mit so einem mitfahren. Ich habe keinen Führerschein.
Ich habe schon Fahrer dieses Flitzers angesprochen, ob ich mal mitfahren dürfte. Die hatten dann aber immer irgendwie Angst vor mir.
Und nun stellte sich heraus, dass meine Lieblingstabakverkäuferin ein solches Auto fährt! Wir sind nun zu einer Spritztour verabredet! Das Leben ist schön!
Viel Spaß vorab!
Habe keine Ahnung - wie ein TT aussieht ..... würde mir aber unter den entsprechend günstigen Umständen einen feinen Audi-Allrad-Kombi schenken.
Ein Auto - würde mir allerdings genügen - hahaha ..... Sati
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