Dienstag, 21. Oktober 2014

Eben Nachfrage bei der Kollegin ....

... die mir neulich eine Kurznachricht sandte - daß wir "die beiden Süßen" nun nicht mehr fahren - wie es denn eigentlich "ausgegangen" ist? Also - der "Chemo-Befund" - nach einigen Wochen täglicher Tortur?

Wie schon manches Mal hier geschruben - wachsen einem ja manche Gäste schon ans Herz, wenn mensch sie öfter fährt- und quasi regelmäßig trifft ..... Und so - greife ich dann auch gerne  mal an einem freien Tag zum Telefon - wenn mir die eigentlich wichtigen Fragen gerade wieder einfallen.

Jut - ist der Befund. Es sei - besser geworden - nach der Strahlen-Tortur. Hallelujah.

Zwar ist der betreffende Patient - schon weit über die achtzig - aber dennoch ging ihm der Arsch auf Grundeis - vor einer weiteren Operation.
Und besonders anrührend fand ich - das Gespann der beiden Freunde - jedes Mal hat sein Freund diesen begleitet - bei einem schweren Gang - über Monde hinweg.
Mich haben sie manches Mal - zum Lachen gebracht - mit ihren Geschichten aus längst vergangenen Zeiten.

Jedes Mal - wenn das kölsche Urgestein mit seinem Kumpel wieder rauskam aus der Chemiefabrik - machte er sich als allererstes eine Zigarette an. Diagnostiziert war - Lungenkrebs ..... Ich steckte mir auch eine an - und wir lachten zusammen - über´s Leben.

Sein Kumpel bekam auch seinen Raum - in dem er fleißig über´s Rauchen schimpfte.
Jedes Mal wieder - eine Art "Ritual".

Während ich mit dem "urkölschen Jung" eine Friedenspfeife rauchte - unterschrieb dieser auf dem Heck die beiden Belege für die Hin- und Rückfahrt - und entschuldigte sich jedes Mal wieder sinnfrei dafür - daß er kaum noch etwas sieht - und daher so langsam und komisch schreibe.
Ich hielt immer meinen Finger an die Stelle - wo es eines Gekritzels bedurfte ...
Am letzten Tag - zeigte er mir eine riesige Lupe - die er sich besorgt hatte - um nicht immer die Leute im Supermarkt fragen zu müssen - nach Preisen oder was da draufstehe ...... er hatte sie für ein völlig überteuertes Salär bei einem Optiker erstanden. Ich fragte nochmal nach - ob das ernst gemeint sei - das Salär für dieses Monstrum? 

Ich schaute es mir ungläubig an - und meinte: Warten Sie mal - ich hab da - glaube ich - noch was feines Kleines  .... und ging zu meinem Rucksack im Kofferraum.

Ja - da war sie noch - die kleine Lupe, die ich mir einst für den Frühling besorgt hatte ..... um die zarten, aufkeimenden  Pflänzchen in Augenschein zu nehmen. Seit zwei Jahren - unbenutzt - und alles immer noch mit den eigenen Augen in Augenschein genommen. Sie  hatte mich seinerzeit - zwei Euronen gekostet - und sie hat die gleiche lupine Kraft - wie das Monstrum - für das er neulich über Hundert gelegt hatte - bei dem Optiker seiner Verarschung.

Ich reichte ihm also diese kleine, feine Lupe rüber - und bat ihn - diese auf ihre Qualität zu testen. Er prüfte nach - und sah alles ebensogut - wie mit dieser Monster-Lupe. 

Ich schenkte sie ihm  - und er freute sich sehr. Er kann - das sinnfrei überteuerte Monstrum zuhause lassen und - hat  immer eine feine Erinnerung an unsere gemeinsamen Fahrten.

Lebenslustige Menschen -  trotz aller Tragödien, die auch reichlich vorkamen und die wir ebenfalls "besprachen"  - sind immer ein gutes Balsam.

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