Dienstag, 14. Oktober 2014

Keine Ausnahme vom "Mindestlohn" ....

... für das Taxigewerbe - vernehme ich am Rande im Beschallungsapparat.
Und denke - ??? ...... - nicht viel.
Außer - wird schon hinhauen.

Dieser "Mindestlohn" ist eh ein schlechter Witz.
Nur - die wenigsten scheinen diesen mal kurz durchgerechnet zu haben - und das, was am Ende bei einer vollen Stelle unterm Strich rauskommt für die jeweiligen Menschen.
(8 Stunden á 8,50 brutto mal 5 Tage die Woche - mal vier Wochen - macht dann 340,- die Woche und im Monat etwa 1.360,-. Nach Abzug von Steuern und Abgaben, sagen wir 25 %, kommt raus: 1.020,- Euronen - und diese liegen unter der sogenannten "Armutsgrenze" - Applaus Applaus!)
Die hartnäckgien, einstigen Verweigerer feiern diesen Witz und sich selbst als ErfnderInnen dieser "großen Errungenschaft".

Ich habe beschlossen - mir über Geld keine Sorgen mehr zu machen.
Aber - mal eben was durchrechnen kann ich noch ganz gut.

Was mich immer mehr freut - ist das, was die Fahrgäste gerne freiwillig geben.
Von sich aus. Einfach so.
Niemand nötigt sie dazu - wenn eine(r) nichts gibt, ist es auch völlig in Ordnung.

Gestern morgen fahre ich einen älteren Herrn zur Arztpraxis ... noch etwas hubbelig mit dem neuen "Fahrkasten" und vor der Dämmerung. Der erklärt sich als ehemaliger Taximensch, über zwanzig Jahre fuhr er - bis zu einem Schlaganfall.

Na, sag ich, dann brauche ich Ihnen ja nichts erzählen. Von wegen "Mindestlohn".
Und er berichtet mir, es sei eine Tariferhöhung geplant, wegen dieser Mindestlöhne. "Wie - meine ich - schon wieder? Da war doch neulich erst eine. Wer fährt denn dann noch mit uns - wenn das wieder teurer wird? - also "gefühlt" für die Kundschaft." Tatsächlich kosten diese Fahrzeuge ja erst mal eine Menge Geld jeden Mondlauf - um sie überhaupt betreiben zu können - aber das wissen die Kunden ja nicht im Einzelnen - und wollen es ja auch gar nicht wirklich wissen.

Es will ja auch niemand, der beim großen Discounter ums Eck einkauft, wissen - woher das Kilo Schweinefleisch für 2,50 Euro kommt. Oder - warum die Chipstüten immer größer werden. Oder - warum sogenannte Lebensmittel quasi durchweg in Alu und Plastik gepackt sind - statt in abbaubare und bekömmliche Verpackungen. Was auch machbar wäre. Aber - nun bin ich abgeschwiffen ..... von der großen Errungenschaft eines Mindestlohnes auf Armutsniveau in unserer amerikanischen Außenkolonie.

Nochwas ganz Anderes zum Thema Geld: Ich freue mich - über den neuen Zehn-Euro-Schein. Dieser ist bunter und hübscher als sein Vorgänger - und verbreitet eine ganz andere Energie. Seit ein paar Tagen zeige ich ihn gerne den Gästen, die ihn noch gar nicht gesehen haben, und meine: "Hübsch, gell!" Es gibt ja Theorien, die besagen, daß das was macht - wie die aussehen, die Scheine ..... dieser macht mir Freude.

Und: Sonntag kommt eine junge, hektische Frau - eine von diesen Getriebenen - zu mir, als ich an der Spitze stehe - und meint, sie habe nur einen großen Schein.  Zum Glück sagte sie das gleich ... und ich schaute auf den Fünfhunderter in ihrer Hand - lachte und meinte - Ne, das geht gar nicht. Sowas nimmt keiner von uns.

Die Kollegen vielleicht? - fragt sie. "Fragen Sie mal - aber ich glaube es kaum".
Tatsächlich stehen wir nur zu dritt dort - und der Dritte - fährt tatsächlich mit ihr los.
Ich staune .... kurz. Und frage mich - noch kürzer - ob ich sie hätte fragen sollen, wohin sie denn fahren will?
Ach ja .... immer diese Gedanken - die einem so um die Ohren fliegen im Lebensverlauf.

2 Kommentare:

Ich will...... hat gesagt…

" kommt raus: 1.020,- Euronen - und diese liegen unter der sogenannten "Armutsgrenze" - Applaus Applaus!) "
vielleicht habe ich ja nicht ganz verstanden, wie du das meinst, aber schon letztes jahr lag die armutsgrenze bei einem einkommen von 940€. Wobei ich schon noch weniger gehört hatte......aber nicht mehr weiß wo. es ist doch klug eingerichtet mit der armutsgrenzenermittlung. ein statistischer wert, der vom durchschnittseinkommen der bevölkerung abgeleitet wird? ergo: je mehr minijobs und bedauernswerte hartzler, umso geringer das durchschnittseinkommen, umso geringer der wert, ab dem mensch als arm gilt.
die, die es einkommenstechnis rausreißen könnten, werden halt weniger.
täglich weniger.
viele wohlsituierte fahrgäste wünsche ich dir
m.

Sati hat gesagt…

Naja - ich hörte was um die Eintausendunfünfzig Euronen ... aber welchen großen qualitativen Real-Lebens-Unterschied machen schon ein paar Euronen mehr oder weniger - in einem Erdnuss-Bereich, in dem Mensch eben davon gerade seine Miete und seine laufenden Kosten/Rechnungen begleichen kann?
Und derart quasi genötigt wird - bei den einschlägigen Discountern einzuholen und seine Klamotten dort zu besorgen - wo sie keiner wirklich besorgen will.

Oder so: Wenn Geld reine Energie ist - wieviel kreative Energie steht dann mit einem sogenannten Mindestlohn zur Verfügung - der lediglich die Lebenserhaltung
abdeckt?
(Immer gesehen auf die jweiligen Lebenshaltungskosten in dem Lande, in dem ein Mensch lebt)

Oder nochmal anders: Der pure Irrsinn - sich für sowas auch noch selbst zu feiern (also die, die das als Errungenschaft deklarieren)!

Der pure Irrsinn - nicht endlich dafür zu sorgen, daß es den Menschen und anderen Wese auf diesem schönen Planeten - möglichst wohl geht und derart auf leichteste Weise - der ohnehin von der Mehrzahl gewünschte Frieden auf ganz natürliche Weise wächst.

Diejenigen - die täglich zig Milliarden für Scheiße raushauen - dürfen endlich in ihre ganz persönliche Verantwortung genommen werden.
Kann gut sein - daß sie derart zügigst allemale in Hartz-IV abrutschen ... aber ich würde lügen - wenn ich sagen würde - daß mir dann leid täten.

Die Schweiz(er) scheint(scheinen) mir hier - erheblich klüger zu sein. Noch.

Meine Fahrgäste - sind im Grunde durchweg erfreulich - ob gut oder schlechter situiert. Dennoch danke für die guten Wünsche - das es so bleibt.

Trotz anderer Malesten - gab´s erstaunlich viele sehr schöne Situationen aktuell - wieder mal.
Und erstaunlich viele Hände, die mir zum Abschied gereicht wurden.

Liebe Grüße ins Paradies - geniess es - in vollen Zügen - und mit feinen "Bestien" (kommt von: Beste!) ... Sati