Dienstag, 11. März 2014

Meine persönliche "Leistungsträgerin" ...

.. ist meine einstige, geliebte Großmutter Therese.
Ihre Leistung: Unerschütterliche Geduld und Liebe zu vermitteln.
Trotz vieler Unbilden im Leben - nie zu klagen über dieses.
Trotz zweier Weltkriege und diverser Fluchten -
eine Grund-Zufriedenheit mit dem Leben auszustrahlen.
Eine Art "Über-Großmutter" im Nachhinein betrachtet?
Ich war ja erst zwölf, als sie starb - mit über 90.
Konnte ihr also keine "ernstlichen Fragen" zum Leben mehr stellen -
zu ihrem Leben.
Dennoch - ohne weiteres späteres "Blabla" - ein spürbar starker Fels in jeglicher Brandung!
Und eine Löwin dazu.
Mit ausgeprägtem Eigenwillen.
Geliebt - von allen Seiten und von allen Nachkommen und/oder Angeheirateten.
Sowas vermag kein Mensch - "zu tun".
Sowas kann einer nur - sein.
Die Löwin unter den Ahnen - die für Verbund gesorgt hat.
Nicht leicht - in solche starken Tatzen zu treten ....
für meine einstige Mutter - die jüngstgeborene Tochter der Löwin.
Aber - das war ja auch nicht ihre Aufgabe.
"Gutzeit" hieß sie - die Löwin Therese - und trotz aller Härten im Leben -
hat sie ihrem Namen bis zum Ende alle Ehre erwiesen.
Alle - die um sie weilten - hatten eine gute Zeit mit ihr.

Therese - geborene Gutzeit - und später noch einen angeheirateten Namen mit Teilbedeutung "Kraft" weitergetragen- war die erste, die ich als Kind verabschiedet habe, weil sie starb.
Danach folgten viele - schnell.
Erstaunlich schnell - ging das alles.

Beerdigungen wurden quasi ein fester Bestandteil meiner Wahrnehmung und des Erlebens.
Wobei ich immer erstaunt war - daß ich meistens eine Art Erleichterung verspürt habe, für die, die da gerade gehen.
Also - bei den Begräbnis-Feierlichkeiten - die wenigen Momente, wo die meisten - endlich - einfach mal die Klappe halten. Nicht etwa beim nachfolgenden "Leichenschmaus" - wo alle wieder wirr durcheinanderzwitschern - und sinnfreie "Nachrede" betreiben. Laut und lärmend - um ihr eigenes Ziel möglichst schnell wieder zu vergessen.

Lange habe ich gar nicht mehr an die Großmutter gedacht. Nicht wirklich. Immer mal wieder - aber nur sehr kurz. Jetzt - scheint sie mir kraftvoll wieder da zu sein - die Löwenmutter von sovielen "Jungen".

Eine Weile lang - nach ihrem Ableben - ging mir gar die "Idealisierung" dieser Frau ein wenig auf meine jungen Nerven. Ihre "Übermutter-Kapazität". Niemand fand auch nur irgendetwas an dieser Frau je auszusetzen - das konnte ja gar nicht sein. Aber - solange ich auch "suche" - mit ihrer einstigen Lupe - mein ausgewähltes Erbstück dieser Großmutter - ich kann auch nichts finden.

Jetzt - vernehme ich wieder viele Botschaften - von Therese und den Ahnen - sie rufen nach Ausgleich für den einstigen Irrsinn, der sich heute wiederholt.
Akttuell auf der Krim - in Sevastopol - wo mein Vater als 18-jähriger "Soldat" war - nachdem man ihm seine unbeschwerte Kindheit und Jugend gestohlen hatte .... habe noch viele Fotos hier von ihm und seinen Kameraden aus dieser Zeit. Ein großes wollenes Schaf war ihr Maskottchen auf allen Bildern. Krieg sieht manchmal auf Fotos ganz anders aus - als Menschen es sich vorstellen können.

Das alles - ist sehr magisch übrigens.
Und schreit nach Er-Lösung.

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