Montag, 11. April 2011

Chaos-Qualitäten

Heute morgen fand ich die Limousine nicht dort, wo sie sein sollte.
Sie hätte schon seit etwa 30 Minuten dort abgestellt sein sollen, ich war ein wenig später dran.
Vergangene Woche fuhr ich diese Limousine erstmals - habe eine neue Planung auf verschiedenen Fahrzeugen.
Als ich also vergangene Woche zum Platz kam, war sie ebenfalls nicht dort zu finden.
Ich schaute mehr zufällig auch in die Reihe der bereits nach Schichtwechsel wieder im Lauf befindlichen Limousinen in der Warteschlange - und da stand sie schon, besetzt mit einem netten Menschen - der Sohn des Unternehmers, mit dem ich arbeite. Ich fragte überrascht und spontan "Schätzchen, was ist denn los jetzt?" und sagte ihm, daß ich für diese Schicht  aufgestanden bin. Stellte erst einmal meinen Wagen in Ruhe ab - und als ich wieder zurück zur Limousine kam, war alles geklärt und wir wechselten. Alles entspannt. Ich wäre auch nicht traurig gewesen, wenn ich einen freien Tag mehr gehabt hätte. 
Heute morgen - finde ich diese Limousine wieder nicht am Platz.
Denke so bei mir - vielleicht ist er ja wieder unterwegs und hat die neue "Schicht-Taktung" vergessen? Erreiche ihn nicht auf dem Handy. Oder - vielleicht hat ja die Nachtschicht noch eine schöne Abschlusstour erwischt und ist spät dran? Ich laufe mal großräumiger das Areal ab ... und wähle die nächste Nummer über Handy an.
Gut, daß die Menschen, für die ich arbeite, soviele kleine Kinder großziehen, von denen sie jeden Morgen frühzeitig geweckt werden - da weiß ich schon mal, das ich es es nicht tue.
"Guten Morgen, hallo - mein Arbeitsplatz ist nicht da."
"Wo bist du denn?"
"Ja, hier ..."
"Ach so, ähm .... die Nummer soundso steht jetzt immer an einem anderen Platz.
Die steht jetzt immer am Dingens."
"Aha!- Das muß ich ja schon wissen ...."
"Ja, das stimmt."
"Gut - dann fahr ich jetzt mal da rüber ....
und wie schön, da kann ich ja demnächst zu Fuss zur Arbeit gehen."
Das alles war nicht immer so entspannt.
Im Gegenteil -
in den ersten Jahren meiner Limousinenlenkerinnen-Tätigkeit in einer Sklaventreiberei war die Situation immer wieder zum Bersten gespannt - nicht nur auf den Strassen, sondern .dazu noch im Hintergrund. Es herrschte völliges Chaos auf allen denkbaren und unglaublichen Ebenen - aber stressiges Chaos. Keine Abrechnung stimmte, alle Leute wurden respektlos behandelt- keine Menschenkenntnis auf der Organisationsebene, trotz (Zusammen-?) Arbeit mit ein paar Hundert Leuten - ständig fehlten Kartenwerke in den Autos und/oder fand ich einen regelrechten Dreckstall vor, mit leerem Tank, versteht sich. Und gelogen wurde auch. daß sich alle Balken bogen .... "Ich hab doch nur - ich hab doch nicht ...."
Das bischen Chaos, daß sich aktuell immer wieder mal ergibt, ist dagegen vööllig harmlos, niemals bösartig und sogar irgendwie liebenswert.
Heute - hat es mich dazu noch in einen sehr guten Lauf gebracht.

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