Donnerstag, 11. November 2010

Tränen - gehören auch dazu

Ich habe nicht sehr oft geheult in meinem Leben, meist nur bei Todesfällen und wenn eine Liebe auseinanderging. Mehr noch aus Freude, Tränen vor Lachen kenne ich besser - die ich auch oft alleine lache, da sowenige Menschen wirklich über sich selbst lachen können.
Gestern nacht kam auf 3Sat nochmal das Roadmovie "Zuhause ist, wo ich bin" mit und über Ida Kelarova, diese kraftvolle Roma-Röhre, und ihre MitmusikerInnen. In der Beschreibung wird Ida Kelarova u.a. derart zitiert: "Ein Roma braucht keine Therapie. Er ist von klein auf damit vertraut, die grundlegenden Gefühle des Daseins zu spüren und auszudrücken: Freude, Trauer, Schmerz und Überschwang im ständigen Wechsel".

Dazu gehören natürlich auch Tränen.

In letzter Zeit muß ich auch öfter mal heulen - und tue es gerne, wenn es so ist - aber nicht aus Trauer, sondern aus Bewegtheit, Berührtheit. Eben schrieb ich einen gewaltigen Traum in mein Tagebuch, den ich heute morgen träumte - und mußte plötzlich und überraschend heulen. In dem Traum  war ich u.a. am Meer und ein Sturm kam auf. Ein gewaltiges Ereignis, kraftvoll und sich steigernd. Der Himmel verdunkelte sich, die Wellen schlugen immer höher und der Sturm blies immer wilder - und dennoch blieb ich dort, mich auf einer Stahlbrücke, die jeden Moment abzureissen drohte, am Geländer festhaltend, um möglichst nicht über Bord zu gehen. Eine Tasche, die all meine Habseligkeiten fasste, fiel mir fast ins Meer, ich konnte sie gerade noch retten. Und trotz der  Gefahr bzw. gerade wegen dieser faszinierenden Gewaltigkeit der Elemente - war es ein unbeschreiblicher Genuss, dort zu sein und mich durchschütteln zu lassen von diesen Kräften der Natur. Ja, ein Hochgenuss, dies erleben zu dürfen mit all meinen Sinnen und in dieser kurzen Existenz als Mensch. So intensiv geträumt, daß ich es tatsächlich erlebt habe - und das ließ mich heulen - vor lauter Dankbarkeit, lebendig zu sein und ein solches Naturschauspiel bewundern zu können. Erstaunlich.

Vielleicht durch diesen Traum  inspiriert, dachte ich eben - nach langer Zeit erstmals wieder - es wäre wirklich klüger, mich mit nur einer Tasche voller "Hab-seligkeiten" nach Galapapos zu begeben und mich einfach zufrieden ob der mir geschenkten Sinneswahrnehmungen neben die Warane auf die warmen Lavasteine am Strand zu setzen - als irgendetwas "erreichen" zu wollen. 

Apropos "erreichen wollen": In den vergangenen Tagen erreichten mich viele E-Mails mit dem Aufruf, eine Petition mitzuzeichnen, die die Beschränkung des Verkaufs und der Anzucht von Heilkräutern verhindern soll. Inzwischen - berührt mich all dieser Wahnsinn nur noch wenig, nachdem ich ihn einige Jahre scharf beobachtet habe - und oft auch darüber gepostet habe. Das ist auch nur ein kleiner Teil des "Codex Alimentarius", der uns noch mehr "Segen" bescheren soll. Inzwischen bin ich der simplen Ansicht - das niemand hysterisch zu werden braucht, sofern wir uns einfach über derartige, völlig absurde "Regelungen und Verbote" zugunsten einiger weniger Profiteure hinwegsetzen. Ein paar deutliche "Bürger"-Bewegungen  gehen ja bereits durch ganz Europa - die vergewaltigte Göttin.
(Fotoquelle des prachtvollen Warans: Taz-Blog, bei Anklicken erscheint die Quelladresse)

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