Sonntag, 14. November 2010

Sklaventreiber im Taxigewerbe und andere sadistische Adern ...

Heute war wieder ein besonders guter Tag, um viel altes Zeugs loszulassen - Danke dafür!
Morgens traf ich einen Kollegen, den ich nun schon lange nicht mehr sah und mit dem ich früher mal in der gleichen Taxi-Sklaventreiberei gearbeitet habe. Er war einer derjenigen, die mir sehr freundlich und mit wertvollen Informationen über meinen allerersten Tag hinweggeholfen haben, hierfür nochmal explizit und ganz herzlich Danke. Ein "alter Hase" - nur noch wenige Jahre bis zur Rente. Er fährt ein neues Modell, diesmal einen Opel, und wir unterhalten uns ein wenig über den kunterbunten, möglichst billig zusammengewürfelten  Fuhrpark meiner ehemaligen Firma - den Göttern sei Dank ist es nun eine ganze Weile her! Ich frage mehr aus Ironie, ob der Inhaber inzwischen wieder einmal die Prozente der TaxifahrerInnen abgesenkt hat - worauf ich erfahre, daß nun "Neue" sogar für 35 % einsteigen. 35 % von - sagen wir mal einem wirklich gut gerechneten Schnitt von 130 Euro abzüglich täglicher Abgaben von 6,- Euro Sozialzeugs und 5 Euro Unfallrücklage, abzüglich Spritbeteiligung und abzüglich 2 % bei Rechnungsfahrten .... macht am Abend dann etwa Minus 10 Euro?  Ah ja, Strafgelder werden inzwischen auch einkassiert  Und ich dachte und sagte damals schon, das sei ja alles schlimmer als im Kindergarten (in dem ich auf expliziten Wunsch meines Erzeugers im richtigen Leben nie landete, danke dafür!). Der Kollege jedenfalls hat tatsächlich alle - mehr als ärgerlichen und widerlichen - nicht korrekten Vorgänge dokumentiert bis ins kleinste Detail und Fotos gibt es auch für jedes solche. Wow! Eine akribische Arbeit. Aber vermutlich ist es gut so - denn er will bis zu seiner Rente seinen Job durchziehen und sich nicht unter Druck setzen lassen von diesem Taxi-Groß-Unternehmer der Kolonie und all seinen dazugehörigen, hypnotisierten Schergen. Allein vom Zuhören kann einem normal-sozialen Menschen übel werden.
Ich schreibe mir eine Webadresse auf, unter der ich heute abend noch viel mehr lese zu dieser ehemaligen Firma bzw. Sklaventreiberei, von einem türkischen Nachtfahrer. Ganz interessant alles.
Und dennoch - war mein Weg ein anderer. Zwar hatte ich mir damals auch dies und das notiert - aber nie richtig akribisch, denn für mich rechnet das Leben die Dinge zusammen.
Dieser Mensch hatte innerhalb eines halben Jahres drei Auffahrunfälle zu seinen Gunsten und zu meinen Ungunsten seitens der Versicherung abkassiert - dreimal war mir jemand draufgefahren, immer zahlte die Versicherung ein paar Tausend Euro und er mir - keinen Cent. Irgendwann, nach sehr langen und anstrengenden Debatten, gab er mir mal 50 Euro. Wenn einer vom Personal einen Unfall verursacht, muß er/sie 200 Euro dazuzahlen - die vorher angespart werden müssen. Diese mußte ich auch tatsächlich einmal berappen, als ich die teuerste Karrosse des ganzen Viertels einmal leicht anschrammte beim Zurücksetzen  ....  damit der Fahrgast besser einsteigen kann. Klingeling - zigtausend Euronen. Aber wirklich eine schicker Wagen!
Später dann, bei einer der inzwischen voll-elektronischen und voll-undurchsichtigen Abrechnungen, die jede(r) allein mit seinem "Chip" bzw. Fahrerkey machen muß in einem bestimmten Turnus - sonst wird man gesperrt und muß wieder irgendwelche Strafen ableisten - hat sich das Programm um 450,- Euro zu meinen Gunsten verrechnet.
Normalerweise wäre ich so doof-ehrlich konditioniert gewesen, das sofort an entsprechender Stelle zu verlautbaren. In diesem Fall - habe ich seinerzeit geschwiegen wie ein Grab - und es kam auch nie raus.Wie gesagt - das Leben selbst schafft den Ausgleich.Zügig sogar.

So - habe ich dann auch irgendwann selbst gekündigt und sämtliche Unterlagen dieser Firma und meine eventuellen "Beweise" vernichtet, um loszulassen und weiterzugehen.

Heute abend fand ich es höchst interessant, daß der türkische, männliche Kollege eine Form von Sadismus bei diesem Ex-Unternehmer bemerkt, der auf den ersten Blick so locker scheint. Ich kann diese Wahrnehmung teilen - konnte es aber damals nicht so gut auf den Punkt bringen. Der Kollege geht noch einen Tacken weiter und redet von "sadistischem Orgasmus", der sich dort ergiesst (letzteres meine Worte), wenn mal wieder einer von den zahlreichen angestellten "Deppen" fertiggemacht wurde.

Für mich persönlich - gibt es allerdings auch immer einen Grund bzw. etwas für mich zu lernen, wenn ich in so einer Sklaventreiberei lande. Es gibt etwas zu lösen. Und heute - haben mir nochmal zwei Kollegen geholfen, mich nochmal gut daran zu erinnern - und es erneut und ganz loszulassen. Es war nicht meine erste Sklaventreiberei und/oder Begegnung mit solcherart sadistisch-herrschsüchtig Veranlagten in diesem Leben - obwohl gute Erfahrungen sich mehr eingeprägt hatten.

PS: Heute morgen - kein Regen mehr und ein wundervoller Sonnenaufgang. Eine ganz neue, gereinigte Welt!

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