Donnerstag, 4. November 2010

Ein Verlangen nach Wesentlichem ...

... taucht auf. Nach dem, was meinem Wesen entspricht. Etwas, was mir wirklich wichtig ist und am Herzen liegt, etwas, hinter dem alle Belanglosigkeiten verschwinden und sich in Nichts auflösen. Um dem näherzukommen, werde ich weiter aussortieren, was mir nicht mehr wichtig ist und mir nur noch Energie nimmt.

Profane Dinge wie alte, zu lange getragene Klamotten gehören hierzu, zwei Säcke habe ich gestern entsorgt und werde noch einmal durch alles durchgehen und reduzieren. Schuhe kommen noch dran - wo ich doch gerade diese Biker-Stiefel erstanden habe, die mich quasi für den Rest meiner Tage tragen können.

Aber auch die vielen Bücher, die mich lange genährt haben und mir für eine Zeit Energie zuführten, will ich weiter und möglichst gründlich reduzieren. Ich erlebe es nun eher so, daß dieses viele "fremde Gedankengut" - besonders die vielen und immer subjektiven Meinungen, Weisheiten, Belehrungen etc. - esoterisch oder philosophisch oder religiös oder wissenschaftlich oder anders kategorisiert - hier als Ballast wabert, dessen ich mich erleichtern will. Essentielles behalte ich hier. Seichtes werfe ich ab. Subjektiv selektiert, versteht sich. Habe bereits einiges herausgetragen, doch das bisher Verbliebene wiegt immer noch viel zu schwer. Es ist an der Zeit, die Dinge selbst zu durchdringen - eine Basis ist dafür ist geschaffen - und jetzt kann ich das Älterwerden nutzen, um weiterhin jegliche "Fremdbestimmung" abzuschütteln.

Wesentliches zu ent-decken ist mein Wunsch.
Ich sage hier nicht einmal "mein".

Etwas davon habe ich eben wieder-ent-deckt, ich hatte es tatsächlich vergessen unter all dem Un-Wesentlichen, von welchem ich mich ablenken ließ - eines der vielen wunderbaren Geschenke, die ich entgegennehmen durfte:
Einen liebevollen und warmherzigen, wohlwollenden und äußerst lebendigen Gruß in Wort und Musik, mit einem meiner Lieblingslieder, auf Cassette aufgenommen, getrommelt und gesungen von meinem geliebten Meister und Mentor auf Cuba und mit besten Grüßen seiner Lieben, begleitet von zwei SchülerInnen aus Deutschland, die mir diesen Gruß mitbrachten ... Gut, daß ich aufräume!

Wesentlich - sind mir tiefe Begegnungen, Berührungen .... nicht nur mit Menschen, ich kann mich auch von einem Stein zutiefst berühren lassen. Derartiges kann kein Mensch kaufen oder erwirtschaften.Wobei ich nichts gegen Geld und Wohlstand einwende, doch schien dies nicht mein höchstes Begehr - bisher. Obwohl mir die Götter auch dies bereits zuteil werden ließen, auf das ich es kennenlerne.

Vielleicht ist es ja ganz wunderbar - wesentlich älter zu werden?

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