Dienstag, 28. Mai 2013

Verschlafen ...

Hatte gestern - nach langer langer Zeit - verschlafen. Keine Ahnung, ob ich den Wecker nicht richtig gestellt hatte oder einfach nicht hörte, ist ja auch wurscht. Ein Stündchen länger also lag ich im morgendlichen Traumschlaf und wunderte mich dann plötzlich, wieso es schon so hell war draußen.
Ich stand zügig auf und bemerkte eine gewisse sinnlose Hektik, die ich schon lange nicht mehr gekannt habe am frühen Morgen. Lasse mir sonst lieber viel Zeit - um in Ruhe die Sphären zu wechseln und in den "Tagesbetrieb"  überzugleiten. Das kann dauern - und ich nehme mir meistens soviel Zeit, wie es braucht, bis es innerlich sagt "Ok, jetzt kann es losgehen." Eigentlich eine meiner liebsten Zeiten - der Morgen - wird mit ein paar Ritualen zelebriert.
Gestern also - diese seltsame Hektik von früher mal noch - für eine kurze Weile - trotzdem niemand darauf achten wird bzw. mich kontrolliert in meinem Tun. Letzteres - ist Gold wert.
Und mal ehrlich - was macht denn das schon? Bremste mich also zügig wieder ein - und genoß den Morgen in gewohnter Weise.
Habe früher, als ich noch in anderen Jobs arbeitete - oft verschlafen. Einmal kam ich gar erst so gegen halb elf oder elf an im Büro .... und holte mir eine saure Bemerkung vom Abteilungsleiter ab. Ich hätte ja wenigstens mal anrufen können und Bescheid sagen - daß ich verschlafen hätte. Ich antwortete - das ging leider nicht, Herr Dings - denn ich habe ja geschlafen. Wie hätte ich also telefonieren können?
Er bemerkte wohl, daß er da was Unlogisches von sich gegeben hatte.
Ein Segen für mich also damals schon - Gleitzeit und ein genau erfaßtes Zeitkonto. Da konnte mensch ja sehen - daß ich immer ganz gut in der Zeit lag - also nicht immer pünktlich, aber zumindest, was die geleisteten Gesamtstunden anbetraf. Kommste später - machste eben was länger - und?
Gestern also freute ich mich nochmal darüber -  nicht in so einer völlig absurden Tretmühle unterwegs zu sein - wo man schon auf sinnlosen Ärger stößt, wenn man mal ein paar Minuten zu spät dran ist. Viele solcher Fahrgäste hatte ich schon, die dann unter sehr hohem Druck stehen. Leute, die nur Taxi fahren, wenn sie zu spät dran sind.
Manchmal mit Schweißperlen auf der Stirn - wegen lächerlicher 5 Minuten. Leute, die sich unbehaglich fühlen, weil sie gleich wieder lang gemacht werden - sich lang machen lassen - für nichts und wieder nichts.
Ich frage manchmal scherzhaft nach - ob ich ihnen vielleicht eine Entschuldigung schreiben soll? Ideen hätte ich da genug. Es gibt viele gute Gründe - nicht pünktlich zu sein. War schon in der Schule so bei mir.
Das einzige, was wohl in der Tat punktgenau stattfinden wird - ist die Verabredung mit dem Schnitter irgendwann. Der ist da sehr korrekt - und hält sich an die jeweiligen Stundengläser.
Der jungen Frau mit dem selbstgebackenen Kuchen für die Geburtstagsfeier eines Kollegen - auch sie war zu spät dran gestern und hatte verschlafen - empfahl ich, es offiziell an dem Kuchen festzumachen. Ohne Kuchen - keine Feier. Sie sei also sozusagen eine der wichtigsten Personen an diesem Tag - und sie könne doch erzählen, daß sie nochwas an diesem Kuchen hätte korrigieren müssen ....
Ich selber - habe eigentlich nie irgendwelche Lügen erfunden seinerzeit. Hab´einfach immer frei Schnauze gesagt - ich habe halt verpennt. Sie können mich ja kündigen. War mir viel zu anstrengend, irgendwelche Geschichten zu erfinden.
Zu Vor-Abiturszeiten habe ich gleich dreimal einen Klausur-Termin verpennt - bei meinem Lieblingslehrer. Beim dritten Mal - traf ich ihn auf dem Parkplatz, als er gerade wegfahren wollte und sagte auch nur, wie es war - täte mir leid, er solle mir halt eine sechs geben. Darauf er - ach was. Er prüfte mich daraufhin kurzerhand mündlich und schenkte sich die Aufsicht über eine lange, schriftliche Klausur - war ein nettes Gespräch. War eh mein Lieblingsfach - und es lag ja nicht dran, daß ich nichts wußte, sondern am jugendlichen Schlafbedürfnis. Feiner Mensch. Wie viele andere auch - in meiner Verschlafens-Karriere einst.
Durfte mich gestern nochmal an die ein oder andere Situation erinnern - in Ruhe - und ohne unsinnigen Zeitdruck.
So ein Limousinen-Arbeitstag ist schließlich eh viel zu lang. Aber dafür hat er - andere Vorzüge.

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