Montag, 27. Mai 2013

Die Agentur für gute Ideen ...

... wollte ich schon vor Jahrzehnten mal gründen. Als es noch gar kein Internet gab.
Heute - habe ich mich dran erinnert.  Gleich zweimal - per Zu-Fall.

Holte eine junge Frau zuhause ab, die Adresse war klar - und ich traf vor der Tür noch auf eine seltsam durchhärtete Politesse - ganz freundlich - aber äußerst starrsinnig ... an der Tür dann zehn Klingeln - und zwei ohne Namensschild. Leute kamen raus - und ich fragte nach - ob sie wohl wüßten, wo die Klingel der Nachbarin "Dings" sei? Ja - da oben - und sicher wäre es ein guter Hinweis, wenn ich ihr das mal sagen würde - das es für Taxifahrer eher schwer sei - wenn keine Namen an der Klingel stehen.
Da haben sie sicher recht - meine ich - aber wir sind  ja so einiges gewohnt (mit Blick auf die freundliche aber völlig unsinnig-regel-erstarrte Politesse ...) .... vielleicht greife ich Ihren Hinweis gleich mal auf und gebe diesen weiter.
Ich tue das während der Fahrt mit der hübschen, jungen Frau. Sie - ist kurz überrascht und berichtet mir - das sei nun das achte Mal, das irgendjemand ihr Klingelschild auseinandernimmt und ihren Namen demontiert.  Jedesmal würde sie das acht Euro kosten - weil der Vermieter auf einheitliche Schilder besteht.
Ne - sage ich - das kann er wohl kaum - beim achten Mal. Da würde ich mir einfach eines selber basteln. Fertig!
Doch - meint sie - der Vermieter meine - er könne ja schließlich nichts dafür. Ja - Sie aber auch nicht - entgegne ich - dann soll er sich mal besser um die Unversehrtheit seiner Fassade kümmern. Punkt,

.... huch?! Eine längst vergessene Geschichte fällt mir ein - ne, eigentlich fällt mir die Geschichte dazu nicht mehr wirklich ein - nur noch die Situation - bzw. meine "Abwehrmaßnahme". Ich frage die junge Frau, ob sie alleine dort lebt? Ja. Aha! Gut. Dann wird es wohl ein unbekannter Verehrer sein - der vielleicht aus einem völlig banalen Grunde immer wieder ausgerechnet ihr Schild demontiert. Nehmen wir die harmlose Variante - er will womöglich andere potentielle Bewerber ausschalten.

Kurzes und erstaunlich unvollständiges Deja-Vu meinerseits - ich empfehle ihr, ein paar Männerschuhe in Größe 43/44 vor ihre Wohnungstür zu stellen. Ja - aber sie wisse doch gar nicht - ob der Übeltäter überhaupt bis zu ihrer Haustür käme? Stimmt ..... sage ich. Aber tun sie´s trotzdem - weil Sie nicht wissen, wer es ist und wie nah dieser Mensch Ihnen kommt/ist.
Mein Gedächtnis arbeitet sehr langsam ... ich muß tief graben. Und ich finde das - ganz beruhigend.
Dann - fällt es mir endlich wieder ein. Ich sage ihr: Schaffen Sie sich einen Doppelnamen an!
Das nächste - und letzte - Klingelschild - braucht einen Doppelnamen.
Das - gefällt ihr - sie ist begeistert.  Und sie hat´s begriffen.

Erfinden Sie einen - der Ihnen gefällt. Ich habe seinerzeit - einen spanischen gewählt - das irritiert solche Leute noch mehr, wenn sie es gar mit einer anderen Mentalität zu tun haben. Übrigens lautete meiner zu deutsch: Frieden.
Klangvoll im  Spanischen.

Ja - das wird sie machen. Sie freut sich - über einen guten, simplen Hinweis.
Wir lachen noch über ein paar Namen ...

Und ich erzähle ihr - das meine einstigen simplen Sofortmaßnahmen sofort für Ruhe im Karton gesorgt hatten. (Ich hatte schon ganz andere Situationen hinter mir - an die ich mich besser erinnere ... diese - war nur irgendein harmloser Wichser am Telefon .....)

Aber das Verrückteste war .... das mich meine Leute noch über Jahre immer wieder gerne gefragt haben, wie es dem (imaginären) Herrn Dings geht?! Und wir unterhielten uns über diesen "Neueinzug" bei mir - als sei er tatsächlich existent. Mußt Du also ein bischen aufpassen - es ist ein ziemlich magischer Trick.

Dennoch - war sie sehr glücklich über diesen - und ich sagte - geben Sie´s gerne weiter an andere Frauen, die einfach wieder ihre Ruhe haben möchten.

Die zweite Nummer für "meine Agentur" heute - ein Typ, der nicht wußte, was er einer pubertierenden,  14-jährigen Verwandten  zum Geburtstag schenken sollte? Er rief ein paar Leute an - und ich vernahm diesen für mich etwas trübseligen Spruch - er wisse ja  nicht einmal, was er seiner Frau schenken könne. Die am Ende der Leitung - wußten auch nichts.
Zum Ende der Fahrt - wechselten wir noch ein paar Worte - und als er kurz vorm Ziel war, meinte ich: Schenken Sie der Pubertierenden zwei Opernkarten!
Ich konnte es mahlen hören in seinem Hirne. Und das war wirklich köstlich. Es mahlte - weil diese nicht direkt in der  Großstadt lebt - aber schon in der Nähe einer. Es arbeitete schon  ....und ich weiß - wenn er es durchzieht - wird er unvergessen bleiben. Also - neben diesem Opern-Erlebnis.

Ab sofort - nehme ich Geld dafür.
Heute hat es jedenfalls - Spaß gemacht.

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