... als ich mich einst mit etwa Ende Zwanzig von meiner "potentiellen Karriere" verabschiedete - also meinen damaligen Job kündigte - sowas, was man vielleicht "gute Stellung" nennen könnte - und wo ich eigentlich viele gute Chancen hatte, "weiterzukommen" - mit einem Vorgesetzten ganz nach meinem Herzen, Zwillingssonne wie ich und wir beide wirklich ein gutes, kreatives Team - ich von diesem öfter mal scheinbar unwirsch in sehr kalte Wasser geworfen, aber jedesmal viel dazulernend - als ich also diesen Job kündigte ... feierte ich meinen Abschied von dem Laden zusammen mit zwei anderen Kolleginnen, die zur gleichen Zeit gingen. Alle drei - hatten wir kurz zuvor zusammen eine Betriebsrats-Wahl organisiert und uns derart engagiert. Mein ehemaliger Vorgesetzter - den ich ein paar Jahre später nochmal privat wieder treffen sollte - war gewählt worden. Und gleichzeitig unten durch bei der starren Geschäftsleitung. Naja - war er wohl vorher auch schon - viel zu innovativ, der Mann. Und viel zu kollegial.
Lustig eigentlich - wie ich an den Job kam. War ein paar Jahre "als Privatieuse" unterwegs gewesen seinerzeit. Und habe dann irgendwann 5 Bewerbungen geschrieben und rausgeschickt. Allesamt - bei sozialen bzw. "Hilfsorganisationen" - weil ich damals dachte, es könnte dort vielleicht etwas anders zugehen, als in der "Privatwirtschaft". Mensch lernt dazu ....
Auf 5 Bewerbungen - bekam ich vier Einladungen zum persönlichen Gespräch. Siehst Du - es ist eben auch immer eine Frage von Glück und/oder Sternenstand. Oder noch einfacher - von Zuversicht.
Eins von vier Gesprächen - habe ich wohl komplett vergessen oder bin vielleicht gar nicht erst hingegangen? Einen anderen Job - wollte man mir nicht geben, weil ich nicht katholisch war - und auch nicht bereit dazu - aber man bot mir eine Alternative an - als zweite Hand bei einer bärbeißigen Nonne, man traute mir offenbar zu - mit dieser zurechtzukommen. Den dritten - wollte ich gerade annehmen. Dann rief doch noch der vierte an - und lud mich zu einem unerwarteten und verspätetem Gespräch ein - und ich sagte am Telefon sowas wie "Hat sich im Grunde schon erledigt - aber wir können ja trotzdem gerne nochmal drüber sprechen."
Taten wir dann auch - und ich disponierte nochmal um.
Sprang ins kalte Wasser - und habe viel lernen dürfen. Habe das damals - vermutlich nicht so recht begriffen. Ich begann - mit tagelangem Einlesen in die mir völlig unbekannte Materie. Rettungsdienst und Katastrophenschutz - war das Metier. Ich las und las und las - Gesetzestexte. Und dann - als es mir einigermaßen vertraut war - also auch die diversen und sehr unterschiedlichen Regelungen in den verschiedenen Bundesländern - wurden beide Bereiche von Grund auf reformiert. Nach der "Wiedervereinigung". Und ich las und las und las - Gesetzesentwürfe.
Erstellte "Synopsen" - also sowas wie Vergleiche/Gegenüberstellungen zwischen den jeweiligen "Stati quo" - und dem Angestrebten. In einer Form - für die, die die weiteren Entscheidungen zu treffen hatten - so lernte ich, daß die Kleinstarbeit für die Entscheidungsträger jeweils von unten gemacht wird - und diese bekommen dann die jeweiligen "Übersichts-Papiere" - anhand derer sie - entscheiden, obwohl sie eigentlich nicht unbedingt einen Schimmer haben, worum es geht.
Mein "Chef" - der sich nie so verhielt und selbst sehr guten Kaffee kochen konnte - versuchte ein paar Jahre - mich ehrgeizig zu machen. Mich dazu zu bewegen - an meiner Karriere zu arbeiten. Ich hätte ja - soviel Zeug dazu. Ich sprang aber nicht wirklich an - und verhehlte auch nie, was ich von diesen vielen Kasperle-Sitzungen hielt.
Hier und da wurde ich "verschickt" zu irgendwelchen Auswärtsterminen - erst mal zu den Nebenschauplätzen, um zu lernen. Dann ließ er mich hier und da mal - z.B. aufgrund von vorgeblicher Krankheit - als seine Stellvertreterin gerne auflaufen in Situationen, die ich ansonsten wie die Pest gemieden hätte.
Nie werde ich den Tag vergessen - als der sich krank meldete - und ich mich plötzlich als "Moderatorin" bei einer Sitzung mit etwa 25 Bundeswehr-Führungskräften wiederfand am Morgen .... und das mir - mit meiner angeborenen Autoritäts-Allergie und radikalen Despektierlichkit gegenüber solcherart Strukturen.
An diesem Tag lernte ich - daß ich auch in solchen Kreisen auf sehr faszinierende, kluge und scharfsinnige, äußerst reflektierte Geister treffen würde. Zwar in der klaren Minderheit - aber es gibt sie.
Ich kürze mal ab hier - um zurück auf "Dire Straits" zu kommen. Hatte offenbar - zwar viel Freude an der Zusammenarbeit mit meinem "Vorgesetzten" und den Kollegen aus den beiden Bereichen. Organisierte gerne den Einsatz von Rettungsdienstlern und Helfern in Somalia einst mit - und freute mich später besonders über einen Besuch von einem, mit dem ich schon -zig Mal telefoniert hatte - und der mir dann irgendwann mal ein Foto von sich und einem somalischen Baby mitbrachte - welchem geholfen werden konnte. Freute mich manchmal sogar über Blumen, die mir mitgebracht wurden - wegen reibungslos-guter Zusammenarbeit.
Aber - ich freute mich nie über diese arrogante und starre Geschäftsleitung - die immer wieder allem Konstruktivem im Wege stand.
Am Abschiedsabend - habe wir zu dritt ein wirklich feines Fest in der Kellerbar geschmissen - und bis zum frühen Morgen gegen sechse lief diese Scheibe von den "Dire Straits".
Damals - an diesem Abend - habe ich noch eine fatale Aussage getätigt - auf die Frage eines der Fuzzies aus der Geschäftsleitung - der "zutiefst bedauerte, daß ich nun gehen würde. Sie hätten ja noch soviel mit mir vorgehabt." - was ich denn nun machen würde?
???
Ich antwortete ihm - daß hätten Sie mir wohl früher sagen sollen in dieser Form.
Und: Ich habe noch einen Taxischein in der Hosentasche - wenn mal was ist.
Sollte dann doch noch etwa dreizehn Jahre dauern - bis ich ihn nutzte.
Werde mal wieder - nach ewiger Zeit - dieser Scheibe von den "Dire Straits" lauschen - vielleicht löst das den Knoten .....
Mein Favorit - So far away ....
1 Kommentar:
"...Werde mal wieder - nach ewiger Zeit - dieser Scheibe von den "Dire Straits" lauschen - vielleicht löst das den Knoten ....."
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Mein 1999 verstorbener Freund würde sich sicher freuen....
Siehe:
http://mundanestagebuch.blogspot.co.at/2013/05/dunkles-pflaster-fur-die-seele.html#comment-form
LG
Astrophil
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