Mittwoch, 25. August 2010

Urlaub - mit ohne Reise ...

.... so ist es halt. Es kam kein "Zug" nach irgendwo, habe hier genug zu tun und woanders gerade zu wenig. Habe ja erfreulichsterweise ein wunderbares Auto, mit dem ich die Kolonie jederzeit nach Gusto verlassen kann, so kann ich spontan bleiben. Für den August hatte ich halt noch zwei Bahntickets - hätte in jeden Winkel der Republik fahren können und dazu noch zugungebunden, also auch spontan - Anderes liegt mir wenig im Blute. Doch wenn es nicht ruft - dann ruft es nicht.
Hier rufen u.a. Bücherberge, die ins EBay gestellt werden wollen.  Und noch anderes Zeugs, was weg will. Alles geht viel langsamer vor sich, als es gedacht war und andererseits - ist die Basisstation mental schon geräumt. Kleine Schritte - erfordern Geduld. Und doch bewegt sich etwas.
Das Fahrrad ist genial mit den neuen Reifen, die laufen quasi von allein über den Asphalt. Die reparierte Schaltung bietet den Vorteil, daß ich nicht mehr stufengebunden wechseln muß. Nordic-Walking macht auch wieder Spaß. Ja, in die Mucki-Bude nebenan gehe ich auch noch. Yoga und Tao-Übungen bringen Energie in die vernachlässigte Körperin, die sich freut. 
Gestern hatte ich trotz vorherigem Stöckeln im Wald abends noch soviel überschüssige Energie, daß ich´s hier nicht mehr aushielt und La Luna llena am Rheinufer bewundert habe .... bei einer Wanderung im (städtisch-ausgeleuchteten) Dunkeln. Traf auf fotografiersüchtige Vollmond-Liebhaber beim Aufbau ihrer großen Stative und auf angenehm selbstzufriedene Vollmond-Angler; fragte mich, ob die Fische da wohl anders beißen - und schmecken ....
In der Basisstation - fällt mir immer öfter die Decke auf den Kopf - und ich begrüße das.
Eben dachte ich - ein größerer Raum würde mir nun gut stehen. Das - habe ich lange so nicht empfunden. Relativ gesehen war das ja hier viel Raum, als ich vor knapp 6 Jahren zurückkam - aus dem viel kleineren "Bediensteten-Zimmerchen" bei Buddhistens - wo aber quasi vor der Tür das ganze große Haus "meins" war  (also immer viel Arbeit) und dazu die wunderbare Natur rundum.
Bei meinem gestrigen nächtlichen Vollmond-Ausflug hatte ich mich dann analog darüber gefreut, daß mir nun direkt vor der Tür die ganze Stadt gehört .... und die ist nicht die schlechteste. Manchmal - finde ich sie sogar richtig schön und freundlich, was i.d.R die bunte Menschenmischung bewirkt.
Die Kolonie ist in jedem Falle weiblich (ein Extrapost über das Wesen der Kolonie "muß noch" ...sie ist so lebendig) - und sie trägt mich durch viele verschiedene Leben, überrascht mich immer wieder, seit ich in ihr geboren wurde. Zweimal hat sie mich bislang kurz mit Sack und Pack gehen lassen - und zweimal bin ich voller Sehnsucht zurückgekehrt und habe ihr versprochen, sie "nie wieder" zu verlassen. Reumütig habe ich ihr versprochen "Lieber lebendig früher gestorben wegen schlechter Luft bei dir - als irgendwo in der Wallachei unter Halbtoten vegetieren und es vielleicht ein paar Jahre länger überleben wegen guter Luft ...."
Montag abend war ich ländlich außerhalb der Colonia unterwegs und habe dort den nächtlichen Sternenhimmel und auch schon die geheimnisvolle Frau Mond bewundert - und als ich in die Kolonie zurückkam, war der Himmel schlicht bewölkt und ich durfte - nach vorherigem Ausladen von Instrumenten mit eingeschalteter Warnblinkanalage vor der Basisstation - nochmal  mal eine halbe Stunde nach einem Parkplatz suchen und einen Spaziergang von dort Richtung Bett machen. Das - nervt öfter mal .... doch weiß ich auch, daß die vermeintliche Weite auf dem Lande sehr schnell sehr eng werden kann - wenn die Menschen rundum es im Geiste sind. Da bietet die Stadt doch mehr Freiräume, auf engerem Raum.
Wie auch immer - es ist eh keine Zeit für "Entscheidungen" - sondern eine zum Platz schaffen für Neues. Und dafür - kann ich nun gut und gerne Zweidrittel der Vergangenheit in Form von materiellen Ansammlungen und diffusen Ideen hergeben .....

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