Montag, 31. Mai 2010

Vom geilen Scheich und anderen Heuchlern

In der Warteschlange am Bahnhof, fast vorne, kam eine junge Frau zu mir und fragte, ob ich denn wohl auch nach Soundso fahren würde. Ich antworte "Ja, sicher - aber ich bin noch nicht dran, die Kollegen sind noch vor mir." und weise mit der Hand auf die drei Taxen in Richtung Kühlergrill. Sie zögert und schaut mich fragend an - worauf ich meine "Möchten Sie gerne eine Frauentaxi?" Ja, will sie. Im Laufe der weiteren Begegnung erfahre ich u.a., daß sie auf einem katholischen Mädchengymnasium zur Schule ging und so wundert mich das nicht mehr - vermutlich so eine Art Gewohnheit? Ich schaue den Kollegen vor mir an, als ich an ihm vorbeifahre - und der weiß schon Bescheid und lächelt nur freundlich zustimmend, alles ohne Worte und sehr angenehm. Ich erzähle ihr, daß es auch durchaus Männer gibt, die nicht mit Frauen fahren - bisher habe ich zwei solche Fälle gehabt, wo die Herren an mir vorbeizogen und lieber zu einem männlichen Kollegen wollten. Ich verspreche ihr die letzte Story dazu - aber erst mal muß ich checken, wo sie da genau hin will .... dann folgt die Story, mit dem Nachsatz "Kann natürlich gut sein, daß der in den Puff wollte - und dann fahren die nicht so richtig gerne mit mir."
Mein aktuelles Herzensthema ist eröffnet. Es geht um Doppelmoral und völlig verquere Sexualität, die ich plötzlich so hell aufscheinen sehe - hat mich ein paar Jahre nicht mehr tangiert, interessiert, gerade umso mehr als Motor, Antrieb, Lebenskraft  - und fast überall sehe ich mehr Lüge und Heuchelei statt ehrliche Lust! Dieses Geschenk der Lust - miteinander, aneinander, füreinander - scheint mir doch weitreichend abgelehnt zu sein innerhalb meiner Spezies. Und diese weitverbreitete Verleugnung und Unterdrückung einer lustvollen, freudigen Sexualität scheint mir der Herd für übermäßige Aggression, Gier, Angst u.v.a. zu sein - die dann in ihren extremen und entarteten Ausprägungen nicht "nur" zur Vergewaltigung von Kindern durch Pfaffen führt. Hier ein frohlockendes Hallelujah dafür, daß all diese Unterdrückung ans Licht kommt.

Ich schätze mal - vorsichtig und mit Verlaub, falls es doch zu hoch gegriffen sein sollte und mein Bild von den Männern allzu verfärbt sein sollte (lasse mich eventuell, wenn auch ungläubig auf 79 % runterhandeln) - daß etwa 80 % der Herren mehr oder weniger reglemäßig einen Puff frequentieren. Sie sagt "Ja - denke ich auch. Nicht zu hoch gegriffen. Oder wenigstens waren sie schon mal da .... wie heißt der berühmte hier nochmal?"
Genau, das Pascha. Hut ab vor der Promotion-Abteilung - das Ding ist etwa so bekannt wie der Kölner Dom. Lustig ist immer, wenn jemand dorthin gefahren werden möchte und mir dann erzählt - er wolle nur seinen Freund abholen. Hahaha ... Aber auch hier habe ich inzwischen Lederhaut: Früher fand ich das mal irgendwie verwerflich - heute grins ich mir einen zu diesen Märchen. Überhaupt - habe ich neulich viel lachen müssen über die Lügen, die die Menschen so vom Stapel lassen - auch gerne nahestehenden Menschen gegenüber - und die sie mir dann im Vertrauen erzählen.

Wir sind uns also einig, daß etwa 80 % aller Männer bei Prostituierten ein- und verkehren. Und damit sind wir bei dieser heuchlerischen, verlogenen Doppelmoral allerorten - zuhause eine anständige Frau, vielleicht einmal die Woche drübersteigen - und den Rest woanders entladen. Hauptsache - eine anständige Frau zuhause! Hatte neulich diese Art von Unterhaltung mit einem jungen Mann.
Dieser kam offenbar aus einem anderen Kulturkreis - eine Art Hexenkessel - Israel - also die freie Wahl zwischen jüdischer, christlicher und/oder muslimischer Lüge sozusagen - doch er meinte sogar, er sei überhaupt nicht religiös.

Jetzt erzählt mir die Fahrgästin ihre Geschichte zum Thema, sehr spannend. Sie arbeitet in einem sehr großen, expandierenden Business-Bereich und man wollte ein gutes Geschäft mit Saudi-Arabien abschliessen. Eine Delegation wurde erwartet - und sie wurde aus ihrem ureigenen Arbeitsbereich gekickt, offiziell, durfte also sozusagen nicht in Erscheinung treten. Wörtlich.  
Für die Saudis wurden allerhand Extra-Maßnahmen ergriffen im Hause - Toilettenbereiche abgeriegelt und provisorische Gebetsräume organisiert. Die Frauen wurden instruiert, nicht mit den Saudis zu sprechen und zu Boden zu schauen, falls sie einem auf dem Gang o.ä. begegnen. Eine Kollegin war recht aufgelöst und meinte "Oweh, jetzt hab´ich´s vermasselt und der Auftrag platzt!" - ein Saudi hatte sie nach dem Weg zu den Toiletten gefragt und sie hatte zunächst ordnungs- und weisungsgemäß reagiert, mit einem Blick zum Boden. Dann aber - hat sie ihm auf seine Frage geantwortet und ihn angesehen. (So schwinden Milliardendeals dahin ....)

Naja, das war wohl nicht so ausschlaggebend für den weiteren Geschäftsabschluß. Der Kölner würde hier sagen "Et hätt noch ens joot jejange."
Am Abend dann findet ein Essen mit den Saudis statt - die normalerweise für dieses Business zuständige Frau ist explizit nicht geladen, darf aber irgendwann später noch hinzustossen.
Ihre Kollegen erzählen ihr im Vertrauen, was der Scheich inzwischen so zur Unterhaltung eingebracht hat:: Er hat eine Top-Ten-Liste der besten und geilsten Nutten global aufgestellt. Auf Platz 1 lagen bei ihm die Asiatinnen, denn die machen es noch "Meat to meat" - Fleisch zu Fleisch  - also ohne Gummi.
 
In einer ähnlich doppelgesichtigen Liga spielen die japanischen Geschäftspartner - wobei einer, mit dem soweit alles easy lief, sofort jeglichen Kontakt abgebrochen hat, als er erfuhr, daß es sich bei ihr um eine weibliche Person handelt - was er wohl zuvor aus dem Namen im regen E-Mail-Kontakt nicht sofort ersehen konnte.

Liebe Schwestern, ich erlaube mir eine Anmerkung: Niemals - und unter keinen Umständen - die Burka anlegen. Laßt euch doch nicht moralisch für dumm verkaufen. Und wenn ihr euch verkauft - tut es richtig teuer.Was wäre das für ein Tag, an dem alle Frauen mal ihre Schleier lüften würden - die materiellen und geistigen...

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