Samstag, 29. Mai 2010

Das Chaos ist mein Job

Neulich fuhr ich einen netten jungen Mann morgens im Berufsverkehr zum Bahnhof. Auf meine Nachfrage, ob er zu einem bestimmten Eingang wolle, meinte er, ich soll mal den anfahren, der für mich einfacher sei - da wäre ja immer soviel Chaos und das sei sicher anstrengend. Süß. Manchmal gibt es solche Leute, die denken auf ihre Weise für mich mit und möchten sogar dafür sorgen, daß ich auch wieder zurück finde, falls wir ein bischen nach außerhalb fahren. Aus meinem Mund ertönen spontan die Worte "Das Chaos ist mein Job!" und ich muß lachen. Ich bedanke mich für seine freundlich gemeinte Fürsorge und sage ihm, daß ich diesbezüglich so einiges gewohnt bin.
Seither denke ich aber über diesen Satz nach - dachte schon, ich hätte gesagt "Das Chaos ist mein Beruf" - also so eine Art Berufung? Nichts Geordnetes weit und breit ... und selbst dieses herrliche Götter-Orakel verweist mich jüngst immer wieder auf die Götter des Chaos, der Kreativität und Schöpfung. Allein - ich sehe weit und breit nur das Chaos.

Und schon kommt eine schöne Ergänzung per o.g. Orakel - zu finden auf einer interessanten Site über GötterInnen verschiedenster Kulturkreise - und sagt dazu auf trefflichste Weise: "Den meisten  Menschen fehlt der nötige Ernst, um wahrhaft zu spielen. Aber: Das geglückte Leben ist nur erspielbar."  
(Quelle MDE - steht dabei, weiß leider gerade gar nicht, wer/was das ist ) 
Was ich zutiefst weiß - und was längst nicht heißt, daß es mir in irgendeiner Form gelänge, im Gegenteil, trotz ausgeprägter Spielernatur - auch für mich braucht es immer wieder (komplett nicht-buddhistisch-spirituell-religiös-angehauchte) Achtsamkeit und die Erinnerung daran, jegliche konditionierte Vernunft über Bord zu werfen und schlicht zu vertrauen wissen. Diese Form von konditionierter Vernunft, die auf materielle Sicherheiten und noch mehr sinnlose Vor-stellungen in diesem Leben abzielt(e) - statt auf Genuss, Freude und Teilen des paradiesischen Momentes hier.

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