Mittwoch, 17. September 2014

Haselnuss-Knack-Meditations-Arbeits-Freude .....

... als ich runterkomme, sitzt der Nachbar vorm Haus am Tisch in der warmen Septembersonne und knackt mit einer Wasserpumpenzange frische Haselnüsse vom üppigen, alten Haselnussbaum. Der 5-Liter Eimer ist quasi noch bis oben hin voll mit Feinarbeit. Ich entschließe mich kurzerhand, mitzuknacken und hole meinen Nußknacker von oben..

Er hat sie alle vom Dach des Nebengebäudes geholt, mit der Leiter.
Gehört noch zu einer Generation, der das vertraut war, die geschenkten Früchte auch einzusammeln.
Er kann das nicht mitansehen, wenn die einfach verfaulen ..... sehr gut!

Nach knapp zwei Stunden und immer mal wieder einer Handvoll Nachschub, gesammelt von seiner Frau und frisch vom Baum gefallen, sind wir - für´s Erste - fertig.
Ne, für´s zweite - neulich hatte er schon mal welche geknackt.
Ein Drittes gibt der Baum mühelos noch her.

Ich meine durchaus "ernst": Da habe ich ja heute wenigstens noch was Sinnvolles getan.

In aller Ruhe Nüsse knacken - ist gute Meditation.
Über die Geschenke des Lebens - bessere Haselnüsse habe ich im Leben noch nie gegessen - so frische noch nie probiert. Noch feucht und richtig groß, oval sind sie. Die Schale sonnengoldbraun.
Schon - wünschte ich mir auch noch einen Walnussbaum ....

Das viele "Gerede" - stört mich nur für eine kurze Weile - ich habe gar nichts weiter zu erzählen. Die erzählen von ihrem Langzeiturlaub - und vom Rasenmähen. Von einem dicken Hecht, neulich gejägert und gleich mehrmals auf digitalen Abbildungen dokumentiert. Ich - knacke einfach Haselnüsse in der sehr warmen Septembersonne. Und freue mich still - einem "Paradiese" schon mal erheblich näher gekommen zu sein - als noch einst in der lärmenden Stadt.

Ich denke an alte Zeiten, in denen die Menschen noch nicht so verrückt waren wie heute. An Zeiten, in denen man in aller Ruhe im September die Nüsse knackte und für den Winter einlagerte. An einen Ofen mit knisterndem, tanzendem Feuer, in dem man anschließend auch die Schalen verbrennen konnte, die heute in der Biotonne landen werden. Alte Zeiten - ohne Plastikmüll.

Wo es nicht allen Unsinn zu kaufen gab und manchmal auch etwas schwer zu bekommen war - aber der Mensch sich noch freute über alles, was an Bäumen, Sträuchern und Stauden für ihn heranreifte. Zeiten, in denen kaum jemand so verrückt war - 10 oder 12 Stunden von zuhause weg- und irgendwohin zu fahren - oder in der gleichen Zeit wegzufliegen und abends wieder zu landen - um sinnfreie, künstliche und an sich überflüssige Arbeiten zu verrichten. Vermutlich hatten sie damals "Fernweh".

Ich verspüre Heimweh.

Keine Kommentare: